KINO

morgen

Film-Suche:

HomeKINO
vorschau
KINO
podcast
Kino 2006 I Kino 2006 II Kino 2006 III Kino 2006 IV Kino 2007 I Kino 2007 II Kino 2007 III Kino 2007 IV


Twentynine Palms

Frankreich, Deutschland, USA, 2003
Drama

Originaltitel
Twentynine Palms

Kino-Start
12.04.2007

Regie
Bruno Dumont

Darsteller
Yekaterina Golubeva (Katia), David Wissak (David)
Twentynine Palms - Kinoplakat
"Twentynine Palms" ist ein kleiner, abgelegener Ort in Kalifornien, der diesen Namen trägt, eben weil dort dereinst außer 29 Palmen nicht viel zu finden war. In diese unwirtliche Gegend entführt der französische Regisseur und Drehbuchautor Bruno Dumont das Kinopublikum, das hier Zeuge einer in jeder Hinsicht heftigen Liebesbeziehung eines sehr ungleichen Paares wird.

David (David Wissak) ist Amerikaner, Fotograph und auf Motivsuche für ein Fotomagazin. Katia (Yekaterina Golubeva) ist Russin und Davids Geliebte.

Gemeinsam erkunden die beiden in ihrem geländegängigen Wagen die ebenso unwirtliche wie einmalige Landschaft der Wüste Kaliforniens in der Gegend um die kleine, verschlafene Stadt 29 Palms.

Zwischendurch tun sie, was Liebende nun einmal tun: Sie lieben sich. Mal poesievoll, mal rüde, mal Auto, mal Hotelzimmer und immer wieder in der freien Natur.

Doch wie bei allen Paaren bleibt letztendlich auch Streit nicht aus. Mit der scheinbar harmlosen Frage: "Woran denkst Du?", auf die David antwortet: "Ich denke nicht, ich fahre!" leitet Katie eine bald schon eskalierende gegenseitige Verärgerung ein, die scheinbar nicht mehr zu stoppen ist.

Und so schlagen gewaltige Leidenschaft und gewaltige Gefühle in gewalttätige Gefühle und leidenschaftliche Gewalt um...



Film-Inhalt  


Katia (Yekaterina Golubeva ) und David (David Wissak)
Katia (Yekaterina Golubeva ) und David (David Wissak)


  Film-Kritik


In der Natur
In der Natur

Während der Regisseur und Drehbuchautor Bruno Dumont seinen Film selbst als "experimentellen Horrorfilm" bezeichnet und dieser von vielen Kritikern als zeitgenössisches Sittengemäde gelobt wurde, stieß er anderenorts auf schroffe Ablehnung.

Nicht selten musste sich Bruno Dumont Pornographie vorwerfen lassen, und so ist "Twentynine Palms" aufgrund der vielzahl seiner freizügigen Szenen in zahlreichen Ländern erst ab 18 Jahren freigegeben.

Auch in Deutschland konnte der bereits im Jahre 2003 gedrehte Streifen nicht sofort einen Verleih finden. Der Film kommt bei uns in französischer Sprache mit deutschen Untertiteln in die Kinos.



Was hat Sie in die kleine Stadt 29 Palms in der kalifornischen Wüste geführt, der Ort ist schließlich ziemlich weit weg von Bailleul, wo Sie Ihre ersten Filme gedreht haben?

Ich hatte Lust, mich woanders umzusehen, zu einem Abenteuer aufzubrechen. Das war nicht leicht, denn ich komme aus Nordfrankreich, die Gegend dort hat mir ermöglicht, zwei Filme zu machen und es schien nur folgerichtig, dass ich diesen Weg weitergehe. Aber ich empfand das Bedürfnis, den Ort zu wechseln, die Bestandteile, die Farben... Da der Einfluss des amerikanischen Kinos auf das Publikum ein Phänomen ist, das mich wegen seiner weltweiten Wirkung sehr interessiert, begann ich ein Projekt mit dem Titel "The End", das die typischen Personen, Zeichen und Landschaften des amerikanischen Films aufgreift. Als ich dann in Kalifornien auf Motivsuche ging, war ich regelrecht geschockt. Die Wüste von Joshua Tree in der Nähe von Twentynine Palms hat mich wirklich fasziniert. Ich blieb einige Tage da und habe nach meiner Rückkehr in nur zwei Wochen Twentynine Palms geschrieben, obwohl ich normalerweise gut zwei Jahre an einem Drehbuch arbeite.

Welches Gefühl genau hat die Wüste bei Ihnen ausgelöst?

Angst. In Europa leben wir in sehr begrenzten Dimensionen, unsere Art zu denken kommt daher. In den Vereinigten Staaten sind die Dimensionen so gewaltig, dass sie bei einem Europäer einen Schock auslösen und total überraschende Gefühle wecken. Angstgefühle, die von dieser Weite kommen. Gleichzeitig hat die Wüste eine meditative Ausstrahlung, die mich interessierte, ohne dass ich deshalb einen meditativen Film machen möchte, sondern vielmehr einen Film, in dem es um Energie und Gewalt geht. Twentynine Palms ist eher aus diesem Gefühl der Angst heraus entstanden, einer abstrakten Angst, weil es keinen Grund gibt, Angst zu haben. Deshalb hat der Film eine Spannung, die auf Banalität beruht. Der Eindruck, angesichts eines außerordentlichen Horrorpotenzials in Gefahr zu sein, kam zu meinem Wunsch hinzu, etwas Experimentelles zu machen, mit Gefühlen zu spielen, um den Zuschauer aufzurütteln, ohne dabei eine besondere Botschaft vermitteln zu wollen. Ich hatte schon seit langem bemerkt, vor allem bei der Montage, dass man selbst mit nichts immer etwas macht, dass Szenen nicht unbedingt eine Geschichte brauchen.

"Twentynine Palms" ist also eine Art experimenteller Horrorfilm...

Ja, insoweit die Erzeugung von Horror und Spannung ein Experiment ist, ausgehend von einer grundlegenden Situation, die beim Publikum die Erwartung erzeugt, dass etwas passieren wird. Plötzlich schien es mir unnötig, Dialog- und Erklärungsszenen zu schreiben oder gar die Gründe von Streitszenen zu zeigen. Das wäre überflüssig gewesen. Ich musste nur die Wüste filmen und einen Schauspieler auftreten lassen, damit der Film weitergeht.



Interview mit dem Regisseur Bruno Dumont  


Katia (Yekaterina Golubeva )
Katia (Yekaterina Golubeva )

  Info: Bruno Dumont


1958 in Bailleul, Frankreich, geboren, wurde Bruno Dumont zunächst Philosophielehrer. Seine erste Begegnung mit einer Kamera fand in den 1980er Jahren statt, als er die technischen Grundlagen der Filmproduktion bei der Regie von Firmen- und Werbefilmen kennenlernte.

Dumont schrieb sein erstes Drehbuch und drehte den ersten Spielfilm 1997: "La vie de Jésus" ("Life of Jesus"), mit dem er im gleichen Jahr den Jean-Vigo-Preis gewann. Sein zweiter Film "L'Humanité" erhielt 1999 den Großen Preis der Jury, den Preis für den besten Darsteller und die beste Darstellerin (geteilt) beim Film-Festival in Cannes.

"Twentynine Palms" ist sein dritter Film und war bei den Filmfestspielen in Venedig nominiert.

Dumonts nächster Film - "Flandres" - wurde 2006 in Cannes wieder mit dem großen Preis der Jury ausgezeichnet.



► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Twentynine Palms" in der Regie von Bruno Dumont liefen am 12.04.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Vollidiot
Komödie, Deutschland, 2007

Verführung einer Fremden
Thriller, USA, 2007

TMNT - Teenage Mutant Ninja Turtles
Animation, USA, 2007

Robert Altman´s Last Radio Show
Tragikomödie, USA, 2006

Mana - Die Macht der Dinge
Dokumentation, Deutschland, USA, Holland, Frankreich, 2004

Love & Dance
Drama, Israel, 2006

Goodbye Bafana
Drama, Südafrika, England, 2007

Boy Culture
Gay-Drama, USA, 2006

Ebenfalls im Kino 




KINO

morgen