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Absolute Wilson

Deutschland, USA, 2006
Dokumentation, 105 Minuten, FSK: 0

Originaltitel
Absolute Wilson

Kino-Start
12.10.2006

Regie
Katharina Otto-Bernstein

Darsteller
Robert Wilson, Susan Sontag (Publizistin), Philip Glass (Komponist), David Byrne (Musiker), Jessye Norman (Sopranistin), Charles Fabius (ehemaliger Intendant der Pariser Oper), William S. Burroughs (Autor), Tom Waits (Komponist), Suzanne Wilson (Roberts Schwester), Giorgio Armani (Modeschöpfer)
Absolute Wilson - Kinoplakat
"Mein Sohn, es ist nicht nur krank, es ist abnormal." sagte Robert Wilsons Vater, nachdem er 1964 dessen erste Inszenierung gesehen hatte. Doch er ließ sich nicht beirren und revolutionierte die Theaterbühne wie kaum ein zweiter. Regisseurin Katharina Otto-Bernstein hat sich mit "Absolute Wilson" dem Phänomen und der Person angenähert.

Einer der unkonventionellsten Theaterregisseure unserer Zeit ist Robert Wilson. Mit visionären Inszenierungen wie "Deafman Glance", "Einstein on the Beach" oder Georg Büchner "Woyzek" machte er Kritik und Publikum auf sich aufmerksam.

Der Film "Absolute Wilson" versucht den Menschen hinter den Kulissen zu ergründen. Autorin und Regisseurin Katharina Otto-Bernstein aus Hamburg hat den Künstler fünf Jahre rund um den Globus begleitet und ihn privat und bei seiner schöpferischen Tätigkeit beobachtet.

Wilson berichtet von seinen Jugendjahren im von Rassismus beschatteten Texas, bei denen er mit erheblichen Problemen belastet war. Die Überwindung seiner Sprachbehinderung mit Hilfe der Ballett-Lehrein Byrd Hoffman, die Anstoß für Wilsons Einsatz für behinderte Kinder war. So gründete er die "Byrd Hoffman School for Byrds", in der professionelle Schauspieler zusammen mit Laien und Behinderten experimentelle Stücke aufführten, und er adoptierte den afroamerikanischen taubstummen Jungen Raymond Andrews.

Auch künstlerische Wegbegleiter äußern sich über Wilsons Werdegang, wie etwa der Musiker David Byrne, Frontmann der 1975 gegründeten Popgruppe "Talking Heads", der für seinen Soundtrack zu "Der letzte Kaiser" (1987) den Oscar erhielt; Sopranistin Jessye Norman, eine der bedeutendsten Sängerinnen des 20. Jahrhunderts; oder auch die 2004 verstorbene Publizistin Susan Sontag.



Film-Inhalt  


Robert Wilson bei den Proben mit einer Tänzerin
Robert Wilson bei den Proben mit einer Tänzerin


  Die Filmemacherin


Robert Wilsons erste Soloperfomance Baby Blood
Robert Wilsons erste Soloperfomance Baby Blood

Die Hamburgerin Katharina Otto zog 1979 mit ihrer Familie nach Amerika und studierte in New York Philosophie und Politikwissenschaft an der Columbia University sowie Schauspiel am Stella Adler Studio of Acting. 1993 schloss sie zudem ein Filmstudium in den Fächern Drehbuch und Regie an der Columbia University ab. Sie heiratete den Kunstgaleristen Nathan Bernstein.

Mit Projekten wie "Coming Home" (1990), ein in Berlin gedrehter Dokumentarfilm über die Zusammenführung deutscher Familien, der TV-Komödie "The Second Greatest Story Ever Told" (1993) mit Mira Sorvino und Malcolm McDowell, "The Need For Speed" (1994/95), ein Dokumentarfilm über New Yorker Fahrradkuriere und "When Night Falls Over Moscow" (1992), eine internationale TV-Produktion über den illegalen Waffenhandel, für die Katharina Otto-Bernstein den amerikanischen Beitrag geleistet hat, kann sie auf eine beachtliche Liste erfolgreicher Produktionen zurückblicken, die sie produzierte und darüber hinaus auch die Regie führte.

Ein weiteres Projekt, bei dem sie sowohl für Buch, Regie und Produktion verantwortlich war, ist die Dokumentation "Beautopia" (1998), die vier junge Models auf ihrem Weg zum Supermodel begleitet. Beim renommierten Sundance Film Festival gehörte er zur Official Selection im Dokumentarfilmwettbewerb und war für den Grand Jury Prize nominiert. Er gewann den Silver Hugo Award beim Chicago Film Festival und wurde nach der Premiere 1999 vom Sundance Channel als einer der besten Dokumentarfilme ausgezeichnet.



Nachfolgend findet sich ein Abriss über die im Film behandelten Lebensstationen des Künstlers:

1941: Robert Wilson wird in Waco, Texas geboren.

1963: Wilson zieht nach New York um dort Architektur am Pratt Institute in Brooklyn zu studieren. Neben dem Studium arbeitet er als Therapeut mit geistig behinderten Kindern.

1965: Wilson entwirft die Choreografie für eine Tanzperformance bei der Weltausstellung in New York.

1966: Nach einem Selbstmordversuch wird Wilson für kurze Zeit in ein Sanatorium eingewiesen.

1968: Wilson gründet in Soho The Byrd Hoffman School of Byrds, einen experimentellen Workshop. 1968 Wilson adoptiert Raymond Andrews, einen taubstummen, afroamerikanischen Straßenjungen.

1969: "The King of Spain", Andeson Theater; "The Life and Times of Sigmund Freud", Brooklyn Academy of Music.

1971: "Deafman Glance" eine "stumme Oper", die Wilson zusammen mit Raymond Andrews entwickelt, wird in Europa begeistert aufgenommen.

1972: Das siebentägige Stück "KA MOUNTain and GUARDenia Terrace" wird beim Shiraz Festival im Iran aufgeführt.

1973: Premiere der zwölfstündigen Oper "The Life and Times of Josef Stalin" in New York, Kopenhagen und Sao Paolo.

1976: Wilsons Jahrhundertwerk "Einstein on the Beach", in Zusammenarbeit mit Philipp Glass, wird beim Festival d’Avignon und in der Metropolitan Opera in New York aufgeführt.

1979: Uraufführung von "Death Destruction & Detroit" auf der Schaubühne in Berlin.

1982: Mit "Great Day in the Morning" beginnt Wilson in Paris seine langjährige Zusammenarbeit mit der berühmten Opernsängerin Jessye Norman.

1983: Teile des multinationalen Epos "The CIVIL WarS" werden in Rotterdam aufgeführt. Es folgen Aufführungen in Köln, Rom und Minneapolis sowie Ausstellungen in New York und Chicago. Das gesamte Werk, das für die Olympischen Spiele 1984 in Los Angeles geplant war, wurde jedoch nie aufgeführt, nachdem das Olympische Komitee die Finanzierung strich.

1986: "Hamletmachine", in Zusammenarbeit mit dem deutschen Dramatiker Heiner Müller entstanden, wird in Hamburg uraufgeführt.Wilson wird für "The CIVIL WarS" für den Pulitzer-Preis nominiert.

1991: Wilson inszeniert Mozarts "Zauberflöte" in Paris, sowie "Madame Butterfly" von Puccini und Wagners "Parsifal" am Thalia-Theater in Hamburg.

1991: Wilson entwickelt, in Zusammenarbeit mit Tom Waits und William Burroughs, die erfolgreiche Produktion "The Black Rider: The Casting of the Magic Bullets" am Thalia-Theater in Hamburg. Die Inszenierung ist über Jahre hinweg ausverkauft und gewinnt den deutschen Kritikerpreis.

1993: Wilson erhält auf der Biennale in Venedig für seine Installation "Memory/Loss" den Goldenen Löwen. "Alice in Bed", in Zusammenarbeit mit Susan Sontag entstanden, wird an der Berliner Schaubühne uraufgeführt.

1995: "HAMLET, a monologue" von und mit Wilson wird in Houston uraufgeführt und geht auf Welttournee.

1996: Zusammen mit der Rock-Legende Lou Reed arbeitet Wilson an "Time Rocker". Uraufführung im Thalia-Theater in Hamburg.

1998: Premiere von "Monsters of Grace" in Los Angeles mit Musik von Philip Glass.

2000: "POE-try", erneut zusammen mit Lou Reed entstanden, wird in Hamburg uraufgeführt. Wilson wird in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen.

2000: In erneuter Zusammenarbeit mit Tom Waits entsteht die international aufgeführte Inszenierung von Georg Büchners "Woyzek".

2000: Wilson entwirft Installationen für die Giorgio-Armani-Ausstellung im Guggenheim Museum, New York und für die Isamu Noguchi: Sculptural Design Ausstellung im Londoner Design Museum.

2002: Premiere von "Dr. Caligari", basierend auf dem Film "Das Kabinett des Dr. Caligari", am Deutschen Theater in Berlin. Weitere interessante Produktionen in den letzen Jahren waren Büchners "Leonce und Lena", mit der Musik von Herbert Grönemeyer, das am Berliner Ensemble uraufgeführt wurde und "Ein Wintermärchen" von William Shakespeare, ebenfalls am Berliner Ensemble aufgeführt.

Für 2006/2007 plant Wilson u.a. die Inszenierungen "L`incoronazione di Poppea" für die Mailänder Scala, "Fidelio" für die Oper in Valencia sowie "Die Dreigroschenoper" für das Berliner Ensemble.



Robert Wilson: Leben und Werke  


Wilsons Adoptivsohn Raymond Andrews in seiner Oper
Wilsons Adoptivsohn Raymond Andrews in seiner Oper "Deafman Glance"
► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Absolute Wilson" in der Regie von Katharina Otto-Bernstein liefen am 12.10.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Ricky Bobby - König der Rennfahrer
Komödie, USA, 2006

Lucas der Ameisenschreck - Ant Bully
Animation, USA, 2006

Eine Unbequeme Wahrheit
Dokumentation, USA, 2006

Der Wind
Drama, Argentinien, Spanien, 2005

Der Teufel trägt Prada
Tragikomödie, USA, 2006

Das kleine Arschloch und der alte Sack - Sterben ist scheiße
Animation, Deutschland, 2006

Angry Monk
Dokumentation, Schweiz, 2005



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