Es ist ziemlich selten bei einem Regisseur Ihres Alters und mit Ihrer Erfahrung, dass er sich mit dem Mangel an religiösem Glauben beschäftigt?!
Viele junge Leute haben Schwierigkeiten damit, sich zu einem bestimmten Glauben zu bekennen. Nichtsdestotrotz brauchen viele Menschen immer noch eine Art von Glauben.
Einmal mehr benutzen Sie als Mittel eher eine Fabel als eine realistische Schilderung, um Ihre Geschichte zu erzählen: warum?
Fabeln sind interessanter als die wirkliche Welt.
Sie mögen es, die Zuschauer zu schockieren oder zumindest, sie zu provozieren: Denken Sie, dies ist notwendig, um sich über bestimmte Dinge bewusst zu werden?
Wenn ich nicht provozieren würde, bekäme ich gar keine Reaktionen.
Hatten Sie während der Dreharbeiten oder bei der Auswertung im Kino Probleme mit der Kirche?
Im Gegenteil. Am 9. Juni dieses Jahres werde ich den Kulturpreis der dänischen Pastoren überreicht bekommen.
Ihre Figuren erfahren auf ihrer Reise allesamt eine Wandlung: Das scheint etwas sehr Wichtiges in Ihren Filmen zu sein ...
Ja, um erlöst zu werden.
Als Drehbuchautor – ist es da besonders wichtig, Humor und Gefühl zu vermischen, um das Gleichgewicht zu erhalten?
Für meine Arbeit ist das sehr wichtig. Wenn ich Drehbücher für andere schreibe, versuche ich natürlich, deren Ideen umzusetzen.
Sie arbeiten immer mit denselben Schauspielern, warum?
Wir funktionieren gut zusammen.
Da Sie sie alle so gut kennen, schneiden Sie die Rollen speziell auf sie zu?
Eigentlich nicht, aber wenn wir den Charakter gefunden haben, erarbeiten wir zusammen die Feinheiten der Figur.
Werden Sie in Dänemark für genauso politisch unkorrekt betrachtet wie im restlichen Europa?
Eigentlich nicht, in Dänemark sind wir ziemlich liberal und offen.