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Alien Autopsy - Das All zu Gast bei Freunden

England, 2006
Komödie, 95 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
Alien Autopsy

Kino-Start
16.11.2006

Regie
Jonny Campbell

Darsteller
Declan Donnelly (Ray Santilli), Ant McPartlin (Gary Shoefield), Bill Pullman (Morgan Banner), Harry Dean Stanton (Harvey), Omid Djalili (Melik), Götz Otto (Laszlo Voros)
Alien Autopsy - Das All zu Gast bei Freunden - Kinoplakat
1995 wurde der Londoner Filmproduzent Ray Santilli über Nacht weltberühmt, als er mit einem kurzen schwarz-weißen Filmstreifen an die Öffentlichkeit trat, die angeblich die Autopsie eines bei Roswell, New Mexico, 1947 mit seinem UFO abgestürzten Alien zeigt. Erst 2006 räumte Santilli ein, dass es sich um eine Totalfälschung handelte. Santilli selbst bot die Fälschungsgeschichte zur Verfilmung an, und Regisseur Jonny Campbell setzt sie in seinem Spielfilmdebüt äußerst unterhaltsam um.

London um 1994: Ray Santilli (Declan Donnelly) verdient sich seinen Lebensunterhalt als "Filmproduzent". In seinem Fall heißt das, dass er tagsüber Raubkopien von Videofilmen verscherbelt, die er nachts im Häuschen seiner Großmutter herstellt.

Gary Shoefield (Anthony McPartlin) jobt in einer Keks-Fabrik, um sich sein Jurastudium zu finanzieren. Gary und Ray sind gute Freunde. Beide träumen sie von einem Leben in Wohlstand.

Auf einer gemeinsamen, äußerst turbulent verlaufenden USA-Reise treffen die beiden zufällig auf Harvey (Harry Dean Stanton), einen ehemaligen Militär-Kameramann. Er erzählt ihnen, dass er 1947 die Autopsie eines Außerirdischen gefilmt habe, und dass er dank einiger glücklicher Zufälle einschließlich einer Verwaltungspanne im CIA-Archiv noch heute im Besitz einiger Filmminuten dieses einmaligen Ereignisses in der Menschheitsgeschichte sei.

Ray und Gary leihen sich kurzentschlossen Geld bei dem exzentrischen Drogenbaron Laszlo Voros (Götz Otto) und kaufen den Film. Zurück in London, müssen sie jedoch feststellen, dass das Filmmaterial altersbedingt bereits weitgehend zerfallen ist.

Nicht zuletzt um irgendwie das geliehene Geld zurückzahlen zu können, beschließen die beiden, den Film nachzudrehen. So wird Omas Häuschen zum Filmstudio, und zur "Qualitätssicherung" wird ein Team von Spezialeffekt-"Spezialisten" angeheuert: Darunter der Metzger Preston (Andrew Greenough), Beerdigungsunternehmer Edgar (Lee Oakes) und der Schaufensterpuppenhersteller Maurice (John Cater).

Der Film gelingt, selbsternannte und tatsächliche Experten werden geleimt, Sendeanstalten zahlen enorme Preise für die TV-Rechte, und bald schon schwimmen Ray und Gary im Geld.



Film-Inhalt  


Kleine Stärkung am Set
Kleine Stärkung am Set


  Film-Kritik


Ant McPartlin und Declan Donnelly beim Heim-Dreh
Ant McPartlin und Declan Donnelly beim Heim-Dreh

Es ist eine ziemlich platte Binsenweisheit, dass die besten Geschichten das Leben selbst schreibt. Bezogen auf "Alien Autopsy" ist diese Floskel aber wirklich angebracht.

Drehbuchautor Will Davies ("Johny English") und Regie-Neuling Jonny Campbell setzten die Geschichte mit einer äußerst gelungenen Mischung aus Wort- und Situationswitz um.

Dabei sollte der Zuschauer im Hinterkopf haben, dass sich Ray Santilli und Gary Shoefield vorliegend ein doppeltes Schelmenstück leisteten, in dem sie nicht nur 1995 für ihren gefälschten Autopsie-Film abkassierten, sondern elf Jahre später auch nochmals für die Geschichte ihrer Fälschung.

Nur am Rande sei darauf hingewiesen, dass spätestens wenige Monate, bevor die beiden ihre Story zur Verfilmung anboten, also 10 Jahre nach der Fälschung, in so ziemlich allen Rechtssystemen der Welt der Tatbestand des Betruges verjährt ist.



Drehbuchautor Will Davies erzählt über sein erstes Zusammentreffen mit Ray Santilli und Gary Shoefield:

"Ich arbeitete damals an mehreren Projekten und verschob das Treffen immer wieder. Doch endlich klappte es, allerdings weigerten sich die beiden Typen, mich zu treffen, bevor ich eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterschrieben hatte." Davies unterzeichnete die Vereinbarung, und zwei Minuten später betraten Ray Santilli und Gary Shoefield sein Büro.

"Da kamen zwei unglaubliche Exzentriker die Treppe hinauf. Der Größere sagte: 'Ich heiße Ray Santilli, und das hier ist Gary Shoefield. Sie haben noch nie von uns gehört, oder?' Ich bejahte. Daraufhin forderte er mich auf, auf einem Laptop seinen Namen zu googeln. Ich tippte also Rays Namen ein – und erhielt über fünf Millionen Treffer. Ich drehte mich zu Ray um – er grinste und sagte: 'Jetzt wollen Sie unsere Story ganz gewiss hören'".

Zwei Stunden lang erzählten Ray und Gary, wie sie die "Alien Autopsy" in Omas Wohnzimmer drehten, und Davies hörte ihnen immer fassungsloser zu: "Die Story war einfach fantastisch! Die meisten Geschichten haben entweder einen starken Einstieg, ein starkes Ende oder eine starke Mitte – aber diese konnte mit allen dreien aufwarten. Dass sie komplett den Tatsachen entsprach, die beiden das Geheimnis aber immer gehütet hatten, war wirklich wunderbar."

Davies übernahm den Drehbuchauftrag und begann die Geschichte der beiden zu strukturieren. Ray und Gary hatten so schnörkellos erzählt, dass Davies zunächst abwägen musste, wie viel davon im Drehbuch verwendbar war. Er entschied sich für ein höchst ungewöhnliches Verfahren und schrieb die Story so auf, wie er sie gehört hatte, ja er nahm sogar sich selbst in das Skript mit auf und stellt sich als Dokumentarfilmer Morgan Banner dar, der eher widerwillig bereit ist, Ray und Gary zu treffen und sich ihre Story anzuhören.

"Es ist zwar nicht ganz genauso passiert, aber doch sehr ähnlich. Wir ersetzten den Autor (mich) durch einen Dokumentarfilmer à la Bill Broomfield und nannten ihn Morgan Banner."



Hintergrund  


Die Aufschneider: Ant McPartlin, Declan Donnelly
Die Aufschneider: Ant McPartlin, Declan Donnelly

  Der Roswell-Zwischenfall


Geld macht doch glücklich
Geld macht doch glücklich

Im Frühsommer 1947 wurden über den USA diverse nicht identifizierte Flugobjekte gesichtet. Es war die erste Welle von "UFO-Sichtungen"; damals entstand auch das Wort "Fliegende Untertasse".

Das amerikanische Militär nahm diese Beobachtunegn äußerst ernst. Allerding vermutete man hinter den Sichtungen keinewegs Raumschiffe Außerirdischer. Vielmehr befürchtete man, die Sowjetunion habe in den USA unentdeckt gebliebene deutsche "Geheimwaffen" aus dem zweiten Weltkrieg weiterentwickelt und würde diese jetzt über dem Luftraum von Amerika testen. Die Öffentlichkeit war beunruhigt.

Am 7. Juli 1947 gab ein Sprecher des Armee-Stützpunktes in Roswell, New Mexico, bekannt, dank der Hilfe eines aufmerksamen Bürgers sei das Militär jetzt im Besitz einer solchen "Fliegenden Untertasse". Tatsächlich hatte einige Tage zuvor der Schafzüchter Mac Brazel dem Sheriff von Roswell davon berichtet, dass auf seinem Weideland Wrack- und Trümmerteile lägen, die dann auch wenig später von Militärangehörigen des Stützpunktes geborgen wurden. Doch bereits am folgenden Tag wurde die Meldung widerrufen. Angeblich sollte es sich jetzt um die Reste eines Wetterballons handeln.

Die Geschichte geriet völlig in Vergessenheit, bis sie von mehreren Buchautoren Ende der 1970er wieder aufgegriffen wurde. Jetzt meldeten sich auch Zeugen, die sterbliche Überreste von außerirdischen Lebewesen gesehen haben wollen.

Auf Druck der Öffentlichkeit und einzelner Politiker, die der Regierung eine großangelegte Vertuschungsaktion unterstellten, veröffentlichte die US-Luftwaffe später zwei Berichte, in denen sie erklärte, es habe sich um Überreste eines Ballons aus dem sogenannten "Mogul"-Projekt gehandelt, mit dem in der damaligen Zeit in der Hochatmospähre nach Strahlungspartikeln gesucht wurde, die Aufschluss über etwaige Atombomben-Test der Sowjetunion geben sollten.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Alien Autopsy - Das All zu Gast bei Freunden" in der Regie von Jonny Campbell liefen am 16.11.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Wo ist Fred?
Romantische Komödie, Deutschland, 2006

Vom Schaukeln der Dinge
Dokumentation, Deutschland, 2005

The House is Burning
Drama, USA, Deutschland, 2006

Scoop - Der Knüller
Komödie, England, USA, 2006

Rauchzeichen
Drama, Deutschland, Italien, 2006

Pingpong
Drama, Deutschland, 2006

Die Super-Ex
Liebeskomödie, USA, 2006

Der Letzte Kuss
Drama, USA, 2006

Ebenfalls im Kino 




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