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The Man who shot Chinatown - The Life and Work of John A. Alonzo

Deutschland, USA, 2007
Dokumentation, 77 Minuten, FSK: 0

Originaltitel
The Man who shot Chinatown - The Life and Work of John A. Alonzo

Kino-Start
15.11.2007

Regie
Axel Schill

The Man who shot Chinatown - The Life and Work of John A. Alonzo - Kinoplakat
Schauspieler sind prominent, auch Regisseure und gelegentlich Drehbuchautoren. Die Namen der Leute hinter der Kamera prägen sich aber dem breiten Publikum nur selten ein. Einer der herausragenden Vertreter wird von Stephanie Bahr und Axel Schill in ihrer Dokumentation "The Man who shot Chinatown - The Life and Work of John A. Alonzo" dem interessierten Zuschauer nähergebracht.

Der Thriller "Chinatown" aus dem Jahre 1974 ist wohl jedem Cineasten ein Begriff. Sie verbinden für Gewöhnlich zwei Namen mit dem Film: Jack Nicholson, der den Privatdetektiv Jake Gittes verkörpert, und Regisseur Roman Polanski, die beide einen Golden Globe erhielten und für den Oscar nominiert waren. Ebenfalls nominiert, aber den meisten wohl kaum im Gedächtnis: Kameramann John A. Alonzo.

Dessen Bilder sind es, die dem Werk seine einzigartige Atmosphäre geben. Diese biografische Dokumentation zeigt den privaten und beruflichen Werdegang des vielseitigen Künstlers. Zugleich erfährt der Zuschauer viel über das Handwerk des Kinematographen, das mehr ist als Perspektive und Ausschnitt zu wählen und dann auf den Auslöser zu drücken.

Stephanie Bahr und Axel Schill zeichnen die Vita Alonzos nach, von seiner Geburt in Dallas und seiner Kindheit im mexikanischen Guadalajara, von seinen beruflichen Anfängen als Kabelträger über den Moderator einer Kindershow und seiner Schauspielerkarriere bis hin zu seiner Bestimmung als Kameramann, der sich aber auch abseits beruflicher Pfade engagierte.

Natürlich sind Ausschnitte aus vielen seiner Werke zu sehen, neben den bekanntesten "Chinatown" und "Scarface" auch aus früheren Filmen wie "Vanishing Point" und "Harold and Maude". Bilder hinter den Kulissen ergänzen die Impressionen ebenso wie Interviews. Zu Wort kommen neben seiner Ehefrau Jan Murray Schauspieler wie Sally Field und Richard Dreyfuss, Regisseure wie Michael Crichton und William Friedkin, aber auch Berufskollegen wie John Toll und Haskell Wexler sowie Filmkritiker Roger Ebert.

Schließlich beleuchtet diese Dokumentation noch die Aufgeschlossenheit Alonzos gegenüber technischen Neuerungen auf dem Gebiet der Filmtechnik, wie etwa das HD-Format (High Definition) und digitales Filmmaterial, mit denen der Kinematograph schon früh gearbeitet hatte, und die beide auch beim Drehen dieses Films zum Einsatz kamen.



Film-Inhalt  


Weiße Patschkapp als Markenzeichen: John A. Alonzo
Weiße Patschkapp als Markenzeichen: John A. Alonzo


  Hintergrund


Naseweis: Jack Nicholson als Schnüffler Jake Gittes in Chinatown
Naseweis: Jack Nicholson als Schnüffler Jake Gittes in Chinatown

Stephanie Bahr und Axel Schill, die beide auf der Theaterbühne begonnen hatten, sind die Gründer der Produktionsfirma Montagnola Productions. Als Nachbarn von John Alonzo in Los Angeles waren sie bestürzt über dessen unerwarteten Tod mit nur 67 Jahren. Um seine Verdienste zu würdigen, beschlossen sie, gemeinsam sein Lebenswerk zu dokumentieren.

Dieses Vorhaben stellte die Filmemacher allerdings vor größere Herausforderungen, als sie sich zunächst vorgestellt hatten. Trotz großer Hilfsbereitschaft von Seiten Alonzos Witwe und vieler seiner Freunde dauerte es insgesamt drei Jahre, ausreichend Finanziers für dieses Kinoprojekt zu gewinnen.

Das größte Problem stellten aber lizenzrechtliche Fragen dar, die sich bei der Verwendung von Ausschnitten aus rund dreißig von Alonzos Filmwerken ergaben. Die Forderungen der großen Hollywood-Filmstudios begannen bei zehntausend Dollar pro Minute, und nur zähe und langwierige Verhandlungen ließen die Preise in solche Regionen sinken, die diesen Film erst ermöglichten.

Doch auch die höchst unterschiedlichen Formate des zugrundeliegenden Filmmaterials - von Super 8 bis 35 mm - sorgten für einige Schwierigkeiten. Die Annahme, "The Man who shot Chinatown" auf digitaler HD-Cam zu drehen, um die Postproduktion zu vereinfachen, erwies sich im Nachhinein als Trugschluss. Selbst einige Breitbildaufnahmen in Panavision entsprachen nicht der Qualität, die das hochauflösende Material voraussetzt. So verbrachten die Techniker rund zwei Monate am Schnittprogramm "Final Cut Pro", um die Ausschnitte für den anschließenden Online-Schnitt vorzubereiten.



Am 12. Juni 1934 kommt John A. Alonzo als Sohn mexikanischer Immigranten in Dallas, Texas zur Welt. Seine frühe Kindheit verlebt er in Guadalajara, Mexiko, später zieht seine Familie nach Dallas und dann nach Los Angeles. Dort beginnt John in den frühen 1950er Jahren in der Filmindustrie, zunächst als Kabelträger, später als Kameraassistent.

Seine ersten künstlerischen Schritte macht er, nach einigen Auftritten als Moderator einer Kindersendung fürs Fernsehen, vor der Kamera: Zwischen 1958 und 1967 hatte er viele Nebenrollen in TV-Produktionen sowie einigen Kinofilmen, darunter auch einen kleineren Part in "Die glorreichen Sieben" (The Magnificent Seven) von 1960.

Während sich Alonzo bereits als Fotograf und auch als Bildhauer betätigt hatte, erkannte er im Lauf der 1960er Jahre seine wahre Bestimmung: Nachdem er unter John Frankenheimer in "Seconds" die zweite Kamera bedient hatte, wechselte er 1967 endgültig die Seite der Linse.

Auch hier arbeitete er zunächst für das Fernsehen und drehte unter anderem einige Episoden von Natur-Dokuserien, wie etwa "Grizzly" für National Geographic. Sein erster Spielfilm als Kameramann war "Bloody Mama" von 1969 für Roger Corman mit Shelley Winters in der Hauptrolle.

John A. Alonzo war als erster Amerikaner mexikanischer Abstammung Mitglied der Gewerkschaft der Kameraleute, in der er sich auch aktiv engagierte. Bei seinen Filmen setzte er sich häufig dafür ein, dass auch Angehörige anderer Ethnien berücksichtigt wurden. Insgesamt drehte er über siebzig Filme und stand bis kurz vor seinem Tod hinter der Kamera. John Alonzo starb am 13. März 2001 in seinem Haus in Beverly Hills, Kalifornien.



Kurzbiografie  


Der Meister mit seiner Panaflex
Der Meister mit seiner Panaflex
► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "The Man who shot Chinatown - The Life and Work of John A. Alonzo" in der Regie von Axel Schill liefen am 15.11.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Wir sagen Du! Schatz.
Drama, Deutschland, 2007

The 11th Hour - 5 vor 12
Dokumentation, USA, 2007

Takva - Gottesfurcht
Drama, Türkei, Deutschland, 2006

Schöner Leben
Drama, Deutschland, 2006

La Leon
Drama, Argentinien, 2006

King of California
Komödie, USA, 2007

Free Rainer - Dein Fernseher lügt
Mediensatire, Deutschland, Österreich, 2007

Ex Drummer
Sozialdrama, Belgien, 2007

Die Legende von Beowulf
Fantasy-Abenteuer, USA, 2007

Der Kindergarten Daddy 2
Komödie, USA, 2007

American Gangster
Drama, USA, 2007



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