Der Thriller "Chinatown" aus dem Jahre 1974 ist wohl jedem Cineasten ein Begriff. Sie verbinden für Gewöhnlich zwei Namen mit dem Film: Jack Nicholson, der den Privatdetektiv Jake Gittes verkörpert, und Regisseur Roman Polanski, die beide einen Golden Globe erhielten und für den Oscar nominiert waren. Ebenfalls nominiert, aber den meisten wohl kaum im Gedächtnis: Kameramann John A. Alonzo.
Dessen Bilder sind es, die dem Werk seine einzigartige Atmosphäre geben. Diese biografische Dokumentation zeigt den privaten und beruflichen Werdegang des vielseitigen Künstlers. Zugleich erfährt der Zuschauer viel über das Handwerk des Kinematographen, das mehr ist als Perspektive und Ausschnitt zu wählen und dann auf den Auslöser zu drücken.
Stephanie Bahr und Axel Schill zeichnen die Vita Alonzos nach, von seiner Geburt in Dallas und seiner Kindheit im mexikanischen Guadalajara, von seinen beruflichen Anfängen als Kabelträger über den Moderator einer Kindershow und seiner Schauspielerkarriere bis hin zu seiner Bestimmung als Kameramann, der sich aber auch abseits beruflicher Pfade engagierte.
Natürlich sind Ausschnitte aus vielen seiner Werke zu sehen, neben den bekanntesten "Chinatown" und "Scarface" auch aus früheren Filmen wie "Vanishing Point" und "Harold and Maude". Bilder hinter den Kulissen ergänzen die Impressionen ebenso wie Interviews. Zu Wort kommen neben seiner Ehefrau Jan Murray Schauspieler wie Sally Field und Richard Dreyfuss, Regisseure wie Michael Crichton und William Friedkin, aber auch Berufskollegen wie John Toll und Haskell Wexler sowie Filmkritiker Roger Ebert.
Schließlich beleuchtet diese Dokumentation noch die Aufgeschlossenheit Alonzos gegenüber technischen Neuerungen auf dem Gebiet der Filmtechnik, wie etwa das HD-Format (High Definition) und digitales Filmmaterial, mit denen der Kinematograph schon früh gearbeitet hatte, und die beide auch beim Drehen dieses Films zum Einsatz kamen.