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American Hardcore

USA, 2006
Musik-Dokumentation, 100 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
American Hardcore

Kino-Start
14.12.2006

Regie
Paul Rachman

American Hardcore - Kinoplakat
In seinem Buch "American Hardcore: A Tribal History" hatte Steve Blush das kurze Zeitalter einer in der breiten Öffentlichkeit nur wenig beachteten musikalischen Subkultur Anfang der 1980er Jahre portraitiert. Zusammen mit Paul Rachman hatte er danach fünf Jahre lang Protagonisten dieser Szene interviewt und stellt mit "American Hardcore" nun eine filmische Dokumentation des Hardcore-Punk vor.

Als in den 80er Jahren Ronald Reagan Präsident der USA wurde, polarisierte das zunächst die Gesellschaft. Während viele darin neue Hoffnung schöpften, sahen andere darin einen Anlass zu Protesten. Eine Form dieser Proteste war musikalischer Art und äußerte sich in einer Form des Hardrock, der zeitlich mit der Reagan-Ära stieg und viel. Diese Reportage untersucht die kurze Geschichte des Hardcore-Punkrock.

Es ist ein ursprünglicher Stil, meist von Freizeitbands, die ihre Sessions zu hause auf Videoband aufnahmen. Dieses private Videomaterial, naturgemäß von im regelfall mäßiger Qualität, zeigt auch optisch, was hinter dieser Untergrundkultur steckt. Dabei sind die Protagonisten meist Teenager aus der weißen US-Unter- und Mittelschicht - bis auf wenige Ausnahmen wie die "Bad Brains" - die aus deren Sicht die Opfer der rigiden Sozialpolitik der Reagan-Regierung waren.

Sie drücken ihre Ohnmacht oft in musikalischer Wut aus, mit der sich die Künstler Luft verschafften. Paul Rachman, der selbst viele Filme und Vidos für Bands gedreht hatte, berichtet in dieser Doku auch über seine eigene Sicht als Hardpunk-Fan. Fünf Jahre nach dem Erscheinen des Buches "American Hardcore: A Tribal History" von Steven Blush wurde dieses Projekt filmisch umgesetzt, und mit diversen Vertretern dieser Musik-Untergattung wird dem Zuschauer ein Eindruck vermittelt, was diese Musik und was ihre Künstler ausdrücken wollen.

Dabei hatte der Hardcore-Punk, obwohl mit nur einer begrenzte Zahl von Anhängern gesegnet, einen relativ großen Einfluss auf die Rockmusik der 1980er und 90er Jahre. Sie legte die Basis, auf der Bands wie "Nirvana" oder "Red Hot Chili Peppers" ihre Musik und ihren Erfolg begründeten. "American Hardcore" lief in der offiziellen Auswahl bei den Filmfestivals Sundance, Toronto und Oldenburg.



Film-Inhalt  


Henry Rollings beim Stage Diving
Henry Rollings beim Stage Diving


  Hintergrund


Die Filmemacher Paul Rachman und Steven Blush
Die Filmemacher Paul Rachman und Steven Blush

Eine der prägenden Bands des Hardcore-Punkrock waren die aus vier afroamerikanern bestehenden "Bad Brains". Entstanden aus der Jazzfunk-Formation "Mind Power" mit Sänger Sid McCray, hagelte es im Heimatstaat D.C. (Washington) Auftrittsverbote, worauf die Musiker nach New York ging. Unter dem Einfluss von Bob Marley waren die Bandmitglieder zur religiösen Rastafari-Bewegung übergetreten, und der Reggae war stilbildend für ihre Musik. McCray wurde von Leadsänger H.R. abgelöst, Bruder des Drummers Earl Hudson, weitere Mitglieder waren Gitarrist Dr. Know und Bassist Darryl Jennifer.

Ein typischer Vertreter des Hardcore-Punk sind die 1976 in Los Angeles gegründeten "Black Flag". Mit dem Gitarristen Greg Ginn und ansonsten wechselnder Formation waren ihre Konzerte oft von derartiger musikalischer Energie, dass sich die Emotionen aufs Publikum übertrugen und schließlich zu Tumulten oder gar Schlägereien entwickelten. Gründungsmitglied Keith Morris formierte später die Punkrock-Band "Circle Jerks".

Ebenfalls in Washington, D.C. ansässig waren "Minor Threat", die aus der Highschool-Band "Teen Idles" entstand. Gründer Ian MacKaye und Jeff Nelson legten ihre Songs unter dem eigenen Label "Dischord" auf, mit einer im Vergleich mit anderen Punkbands professionellen Produktion. Minor Threat bestand nur wenige Jahre bis 1983, hatte aber mit ihrem Song "Straight Edge" eine eigene Bewegung innerhalb des Hardcore begründet.



► Cast, Crew► Filmplakat► Teaser-Poster► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "American Hardcore" in der Regie von Paul Rachman liefen am 14.12.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Shinobi - Heart under Blade
Action, Japan, 2005

Peer Gynt
Drama, Deutschland, 2006

Oh je, Du Fröhliche!
Tragikomödie, USA, 2006

Mondscheinkinder
Drama, Deutschland, 2006

Liebe braucht keine Ferien
Liebeskomödie, USA, 2006

Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter
Fantasy-Abenteuer, USA, 2006

Enzo Ferrari - Die Geschichte einer Legende
Drama, Italien, 2003

Congo River
Dokumentation, Belgien, Frankreich, Finnland, 2005

Apocalypto
Thriller-Drama, USA, 2006

Ebenfalls im Kino 




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