Wie in vielen anderen Sportarten auch, so hat sich das klassische Bergsteigen mit der Zeit gewandelt. Den Brüdern Alexander und Thomas Huber geht es nicht darum, die höchsten Gipfel zu erklimmen, sondern die schärfsten Schwierigkeitsgrade zu meistern, und das auch noch in Rekordzeit. Hinzu kommt der Verzicht auf klassische technische Hilfsmittel wie Bohrhaken, Klemmkeile und Seile als Steighilfe - diese werden lediglich zur Sicherung verwendet.
Der Dokumentarfilmer Pepe Danquart hat die Hubers bei zwei Expeditionen begleitet, um sie bei den Vorbereitungen und den Ausführungen der Rekordversuche zu beobachten. Erste Station der bayrischen "Huberbuam" ist der Yosemite-Nationalpark, am Westhang der Sierra Nevada in Kalifornien gelegen. Ihr Ehrgeiz richtet sich dabei auf den El Capitan, ein rund tausend Meter hoher Monolith aus Granit, der auf Alpinisten weltweit große Anziehung ausübt.
Der Grund sind die nahezu senkrecht aufragenden, über große Flächen relativ glatten Wände, die sich vom Fuß bis zur Nähe des Gipfels erstrecken. Ihren Rekord wollen sie in der sogenannten "Nose" aufstellen, eine Tour an der Südwand, die erst 1993 von der Amerikanerin Lynn Hill frei bezwungen wurde. Hier soll eine neue Marke im Speedklettern gesetzt werden: 2 Stunden und 30 Minuten.
Die Reise führt weiter nach Patagonien, an den Cerro Torre in der Grenzregion zwischen Chile und Argentinien. Dieses über 3000 Meter hohe Bergmassiv hat drei Gipfel, die zu den am schwierigsten zu besteigenden Touren auf der Welt gehören. Hier ist der Reiz nicht nur sportlicher Natur, auch die abgelegene Einsamkeit des südpatagonischen Campo de Hielo Sur, einem riesigen kontinentalen Gletschergebiet, übt eine hohe Faszination aus.