KINO

morgen

Film-Suche:

HomeKINO
vorschau
KINO
podcast
Kino 2006 I Kino 2006 II Kino 2006 III Kino 2006 IV Kino 2007 I Kino 2007 II Kino 2007 III Kino 2007 IV


Anderland

Norwegen, 2006
Drama, 96 Minuten, FSK: 16

Originaltitel
Den Brysomme mannen

Kino-Start
03.10.2007

Regie
Jens Lien

Darsteller
Trond Fausa Aurvaag (Andreas), Petronella Barker (Anne Britt), Per Schaaning (Hugo), Birgitte Larsen (Ingeborg)
Anderland - Kinoplakat
"Anderland" ist der Titel des zweiten Spielfilms des norwegischen Regisseurs Jens Lien, der damit weltweit auf Filmfestivals zahlreiche Preise und Auszeichnungen einheimsen konnte. "Anderland" ist eine Stadt voller freundlicher, aber unverbindlicher Menschen, die keinerlei echte Gefühle und Emotionen zu haben scheinen.

Ohne zu wissen, wo er ist, und ohne zu wissen, wie dort hin kam, wo er ist, und auch sonst ohne jede Erinnerung steigt eines Tages der vierzigjährige Andreas (Trond Fausa Aurvåg) als einziger Fahrgast aus einem Bus. Er ist in "Anderland".

Die Stadt wirkt ungewöhnlich steril auf ihn, fast schon klinisch. Die Menschen dort sind höflich und zuvorkommend, aber scheinbar ohne jede Gefühle und Leidenschaften. Ein Lachen ist niemals zu hören, und auch Kinder sind nirgendwo zu sehen. Dafür scheinen Kratzer und andere kleine körperliche Verletzungen in Windeseile zu heilen.

Alle Speisen schmecken in Anderland fad und irgendwie gleich, und alkoholische Getränke führen zu keinerlei Rausch.

Überraschend schnell findet Andreas eine Wohnung und einen Job: Er hat täglich lange Zahlenkolonnen in einen Computer einzutippen, ohne dass erkennbar wäre, wozu dies gut sein soll, oder was überhaupt sein Arbeitgeber produziert oder vertreibt.

Ebenfalls überraschend schnell findet er auch eine Freundin: Anne-Britt (Petronella Barker). Doch die Beziehung bleibt oberflächlich und ihre Kommunikation inhaltsleer. Auch ein Seitensprung mit der zunächst feurig wirkenden Ingeborg (Birgitte Larsen) verläuft enttäuschend.

Andreas beschließt die Stadt zu verlassen, doch das erweist sich als schwieriger als erwartet: Zum einen wird er von Stund an von mehreren mysteriösen "Aufpassern" bewacht, zum anderen scheint aus der Stadt kein Weg, keine Straße, keine Bus und keine Bahn herauszuführen.

Doch als Andreas auf Hugo (Per Schaaning) trifft, der ebenfalls aus der Stadt fliehen will, keimt in ihm neue Hoffnung auf. Hugo hat einen Riss in einer Kellerwand entdeckt, aus dem gedämpft Musik dringt. Ist dies der Weg nach draußen?



Film-Inhalt  


Die heile Welt von Anderland
Die heile Welt von Anderland


  Film-Kritik


Der Keller: Ein Ausweg aus der Stadt?
Der Keller: Ein Ausweg aus der Stadt?

"Anderland" wurde im Rahmen der Semaine de la Critique auf den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 2006 uraufgeführt und auf diversen Festivals mit Filmpreisen geradezu überschüttet:

- BeTV Prize of Best Film auf dem Brussels European Film Festival 2006;
- Silver Melies for Best European feature auf dem Neuchatel International Fantastic Film Festival 2006;
- FIPRESCI Prize und den Magic Crystal auf dem IFF Arsenals Riga 2006;
- City of Athens Best Director Award 2006 auf dem Athens IFF 2006;
- Best Production Design for Are Sjaastad auf dem Festival Internacional de Cinema de Catalunya (Sitges) 2006;
- Golden Starfish Narrative Feature Film Award und den Kodak Prize für John Christian Rosenlund; Best Cinematography auf dem Hamptons International Film Festival 2006;
- AQCC Award auf dem Festival du Nouveau Cinéma Montréal 2006;
- FIPRESCI Award auf dem Göteborg International Film Festival 2007;
- Grand Prix, den Youth Jury Award, den International Press Award und den SCI FI Award auf dem Gerardmer Film Festival Fantasticart 2007; und schließlich - Maverick Spirit Award auf dem Cinequest Film Festival (San Jose, CA) 2007.



"Anderland" ist der zweite Spielfilm des am 14. September 1967 geborenen norwegischen Regisseurs Jens Lien.

Lien ging 1990 nach London, ursprünglich in der Absicht, dort als Jazz-Musiker zu arbeiten. Kurz nach seiner Ankunft entschied er sich dann aber doch für ein Studium an der London Film School.

In den späten 1990ern arbeitete er als Regisseuer von Werbespots, Musikclips und Kurzfilmen. Sein Debütfilm war 2003 "Jonny Vang". Über "Anderland" sagt er:

"Was 'Anderland' besonders macht, ist die Art, wie er eine Gesellschaft beschreibt, der die Gefühle abhanden gekommen sind. Dass es keinerlei Widerstand gibt, erzeugt ein ungemütliches Gefühl, das immer stärker wird. Andreas kann niemanden außer sich selbst dafür verantwortlich machen, da ihm ja jeder freundlich entgegen tritt. Dieser Mangel an Reibungsfläche zerreißt ihn fast. Er ist lebendig in einer toten Welt. 'Anderland' ist die stilisierte und absurde Bebilderung eines Albtraums."



Hintergrund  


Andreas trifft Ingeborg
Andreas trifft Ingeborg

► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Anderland" in der Regie von Jens Lien liefen am 03.10.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Superbad
Komödie, USA, 2007

Still Life
Liebesdrama, China, 2006

Stellungswechsel
Komödie, Deutschland, 2007

Ratatouille - Rattenscharf serviert
Animation, USA, 2006

Prinzessin
Drama, Deutschland, 2006

Planet Terror
SciFi-Horror, USA, 2007

Monks - The Transatlantic Feedback
Musik-Dokumentation, Deutschland, USA, Spanien, 2006

Lady Chatterley
Liebesdrama, Frankreich, 2006

Immer nie am Meer
Psycho-Groteske, Österreich, 2007

Geliebte Jane
Romantik-Drama, Irland, 2007



KINO

morgen