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An ihrer Seite

Kanada, 2006
Liebesdrama, 110 Minuten

Originaltitel
Away From Her

Kino-Start
06.12.2007

Regie
Sarah Polley

Darsteller
Julie Christie (Fiona), Gordon Pinsent (Grant), Olympia Dukakis (Marian), Kristen Thomson (Kristy), Michael Murphy (Aubrey), Wendy Crewson (Madeleine)
An ihrer Seite - Kinoplakat
Sarah Polley aus Toronto hat den Weg vom Kinderstar bis hin zur Regisseurin und Drehbuchautorin souverän durchschritten. In ihrem Spielfilmdebüt "An ihrer Seite" überzeugt die britische Filmlegende Julie Christie mit der subtilen und ergreifenden Darstellung einer von Demenz betroffenen Seniorin.

Fast ein halbes Jahrhundert ist Fiona (Julie Christie) mit dem Universitätsprofessor Grant (Gordon Pinsent) glücklich verheiratet. Doch in letzter Zeit mehren sich die Anzeichen, dass irgend etwas mit ihr nicht stimmt: Sie verlegt Gegenstände, Wörter entfallen ihr, und allmählich beginnen diese Gedächtnisstörungen den Alltag zu beeinflussen.

Bald Erkennen die Anderssons, dass es die ersten Symptome der Alzheimer-Krankheit sind. Nach einiger Beratung untereinander entschließt sich Fiona, in ein Pflegeheim einzuziehen. Ihr Mann ist von dieser Idee zwar nicht übermäßig begeistert, seiner Frau zuliebe besucht er Meadowlake, eine nahegelegene Einrichtung für betreutes Wohnen.

Die unterkühlte Heimleiterin Madeleine Montpellier (Wendy Crewson) versucht ihn von den Vorzügen des Instituts zu überzeugen, doch seine Skepsis wird auch durch die freundliche Schwester Kristy (Kristen Thomson) nicht beseitigt. Besonders schwer bedrückt ihn das Prinzip, dass jeder Neuling einen Monat lang keinen Besuch von außen empfangen darf, um das Einleben zu erleichtern.

Grant fügt sich und begleitet Fiona in ihr neues Zuhause, nicht ohne einen allerdings erfolglosen Versuch, sie zum Bleiben zu überreden. Nach inniger Verabschiedung trennt er sich schweren Herzens von seiner Frau. In seinem Heim, das er solange mit seiner Liebe geteilt hat, droht ihm vor Einsamkeit die Decke auf den Kopf zu fallen.

Endlich ist die Wartezeit vorüber, und Grant freut sich auf ein Wiedersehen mit Fiona. Doch dann ist er wie vor den Kopf gestoßen, als sie ihn nicht mehr wiedererkennt. Stattdessen hat sie in ihrem Mitinsassen, dem an den Rollstuhl gefesselten, schweigsamen Aubrey (Michael Murphy) einen Vertrauten gefunden. Jeden Tag besucht er sie aufs Neue, um in ihr die Erinnerung an die gemeinsame Vergangenheit hervorzurufen.

Doch dieses Bemühen ist von wenig Erfolg gekrönt. Stattdessen muss Grant voller Schmerz mitansehen, wie Fiona immer inniger und zärtlicher mit Aubrey umgeht. Dann keimt neue Hoffnung in ihm auf, als dieser von seiner Frau Marian (Olympia Dukakis) aus dem Heim abgeholt wird. Die wird allerdings nicht erfüllt, stattdessen leidet Fiona an der Trennung von Aubrey. Grant entschließt sich zu einem schmerzvollen Opfer...



Film-Inhalt  


Fragile Idylle: Grant (Gordon Pinsent) mit Fiona (Julie Christie)
Fragile Idylle: Grant (Gordon Pinsent) mit Fiona (Julie Christie)


  Hintergrund


Grant irritiert Fiona mit seinem Kuss
Grant irritiert Fiona mit seinem Kuss

Die kanadische Schauspielerin Sarah Polley stand 2001 mit Julie Christie zusammen für "No Such Thing" vor der Kamera. Auf dem Rückflug vom Set blätterte sie in einem Magazin, wo ihre eine Kurzgeschichte von Alice Munro ins Auge stach. Während des Lesens von "The Bear Came Over the Mountain" ("Der Bär kletterte über den Berg") wurde sie zunehmend fasziniert.

"Als ich las, hatte ich Julies Gesicht in der Rolle der Fiona vor Augen", bekennt sie. "Ich las die Geschichte, sah einen Film vor mir, und ich wusste wie dieser Film auszusehen hatte." Als sie nach zwei Jahren immer noch über diese Idee grübelte, entschloss sie sich, diese auch umzusetzen. Sie wandte sich an Danny Iron, der schon ihren ersten Kurzfilm "Don't Think Twice" produziert hatte, mit der Bitte, sich um die Rechte zu kümmern.

Polley machte sich an die Umsetzung des Stoffes, hatte allerdings zunächst einigen Respekt vor der selbstgestellten Aufgabe: "Es ist einschüchternd, wenn man vor dem Material von jemandem sitzt, den man derart respektiert", bekennt sie. "Alice Munro ist einer meiner Lieblingsschriftstellerinnen, denn sie hat die Gabe, Dinge zu durchschauen. Aber die Adaption erschien mir als kein gewaltiger Prozess, denn der Film war bereits in der Geschichte eingebettet."



Von Anfang an stand fest, dass "An ihrer Seite" in Kanada gedreht werden sollte. Alice Munro und Sarah Polley kommen aus dem Land, ebenso wie Gordon Pinsent und ein großer Teil der übrigen Besetzung und des Teams. Allerdings hatte der kanadische Wetterdienst den Januar 2006 als einen der wärmsten in den Aufzeichnungen registriert, was die Darstellung einer realistischen Winterlandschaft zu erschweren drohte.

Rechtzeitig zum Drehbeginn Ende Februar zeigte aber der Wettergott Erbarmen und bescherte Ontario einen gewaltigen Kälteeinbruch. Am ersten Drehtag herrschten am Lake of Bays Temperaturen unter dreißit Grad Celsius. "Die Wimpern von uns allen waren mit Eiskristallen überzogen", erinnert sich Produzentin Jennifer Weiss. "Wir drehten an einem zugefrorenen See, und es war umwerfend."

Für Kameramann Luc Montpellier war es wichtig, die einzigartige Atmosphäre der winterlichen Gegend authentisch einzufangen: "Meine Absicht war es, die Beziehung von Grant und Fiona in ein kühles winterliches Licht zu tauchen und mich von warmen, romantischen Klischees fern zu halten", erklärt er.

Auch die Bühnenbildnerin Kathleen Climie war angetan, kehrte sie doch wieder an den Ort ihrer Jugend zurück. "Marians Haus ist ein perfektes Beispiel, auch wenn dieses Haus im Drehbuch nicht gesondert beschrieben wird", berichtet sie. "Ich wusste genau, wie das Haus aussehen musste. Als wir es uns anschauten, stellte sich heraus, dass es dem Haus ganz frappierend ähnelte, in dem Sarah aufgewachsen war".



Am Set  


Aubrey (Michael Murphy) steht jetzt im Mittelpunkt von Fionas Leben
Aubrey (Michael Murphy) steht jetzt im Mittelpunkt von Fionas Leben
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "An ihrer Seite" in der Regie von Sarah Polley liefen am 06.12.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Prater
Dokumentation, Österreich, 2007

Mr. Magoriums Wunderladen
Familien-Komödie, USA, 2007

Mein bester Freund
Komödie, Frankreich, 2006

Für den unbekannten Hund
Drama, Deutschland, 2007

Der goldene Kompass
Fantasy-Abenteuer, England, USA, 2007

Das Sichtbare und das Unsichtbare
Drama, Deutschland, 2007

Close - Up Kurdistan
Dokumentation, Deutschland, Türkei, Irak, 2007



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