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Die Aufschneider

Deutschland, Spanien, 2007
Komödie, 87 Minuten, FSK: 6

Originaltitel
Die Aufschneider

Kino-Start
08.02.2007

Regie
Carsten Strauch

Darsteller
Carsten Strauch (Dr. Steffen Wesemann), Rainer Ewerrien (Dr. Klaus Kunze), Cosma Shiva Hagen (OP-Schwester Sylvia Göbel), Nina Kronjäger (Dr. Christiane Tietz), Christoph Maria Herbst (Prof. Reinhold Radwanski), Josef Ostendorf (Werner Vierkötter), Burghart Klaußner (Prof. Udo Keller), Stipe Erceg (Dr. Frank Norbert Stein), Bernd Stegemann (Hartmuth Probst), Thorsten Ranft (Herrmann Menzel), Eva Weißenborn (Frau Meissner), Tim Wilde (Prof. Wiebenhartz), Simon Gosejohann (Werdender Vater)
Die Aufschneider - Kinoplakat
Dass Krankenhäuser nicht nur für mehr oder weniger spannende Soaps gut sind, beweist "Die Aufschneider" von Regisseur, Co-Autor und Hauptdarsteller Carsten Strauch. Zwei Kliniken kämpfen hier ums Überleben, und das nicht nur mit sterilen Mitteln.

Die Gesundheitsreform stürzt so manchen Gott in Weiß vom Olymp. Davon ist auch das Personal zweier benachbarter Krankenhäuser betroffen, von denen eines geschlossen werden soll. Welches betroffen ist, soll ein Gremium unter dem Vorsitz von Hartmuth Probst (Bernd Stegemann) entscheiden. Nach zehn Tagen will eine Jury die Konzepte der beiden Häuser prüfen und dann entscheiden, welches eine aussichtsreichere Zukunft hat.

Der Chef des modernen St. Georg-Hospitals, Professor Reinhold Radwanski (Christoph Maria Herbst), sieht für seine Mannschaft einen Vorteil, da hier neueste Technik zum Einsatz kommt. Zudem bietet sich eine Chance, Probst eine Gefälligkeit zu erweisen und ihn damit für St. Georg einzunehmen. Der hat nämlich dem Alkohol übermäßig zugesprochen, was ihm auf die Leber geschlagen ist. Die Lösung soll die Implantation einer frischen Leber sein, doch aufgrund seiner seltenen Blutgruppe ist ein passendes, junges Unfallopfer nur schwer zu finden.

Radwanski versucht seine Beziehungen bei der Firma Transorgan spielen zu lassen, doch zu seinem Entsetzen hat die gerade ein solch rares, geeignetes Organ an die Konkurrenz von der Eichwald-Klinik geliefert. Um dieses eher rückständige Hospital aufzupeppen und der Kommission Genüge zu tun, hat sich dessen Leiter, Professor Udo Keller (Burghart Klaußner) ein Wellness-Programm einfallen lassen.

Der frühere auf Mallorca als Animateur tätige Werner Vierkötter (Josef Ostendorf) soll die Belegschaft darauf trimmen, dass die Patienten sich dort wie im Urlaub fühlen. Das stößt nicht auf ungeteilte Begeisterung des Personals. Zumal der knappe Zeitplan die Urlaubspläne von Dr. Steffen Wesemann (Carsten Strauch) und Dr. Klaus Kunze (Rainer Ewerrien) durchkreuzt. Die beiden sind nicht nur Kollegen, sondern auch Hausnachbarn und ausgesprochen enge Freunde.

Während Wesemann eher zurückhaltend ist, gibt sich Kunze als Draufgänger und ist damit ein willkommenes Opfer von Dr. Christiane Tietz (Nina Kronjäger). Die ist die neue Geliebte von Radwanski und versucht auszuspionieren, welcher Patient der Eichwald-Klinik die Lebertransplantation erhalten hat. Doch aufgrund einer Schlamperei ist die Leber längst im Magen des ahnungslosen Steffen gelandet, und so entführt Tietz einen Patienten, von dem sie fälschlich glaubt, ihm sei das gefragte Organ soeben implantiert worden.

Der wird umgehend nach Sankt Georg verfrachtet und seine vermeintlich tadellose Leber mit der von Probst getauscht. Zwar bekommt Klaus Wind von dieser Missetat, doch kurz darauf ist er spurlos verschwunden und erscheint selbst beim entscheidenden Tag nicht, als die Kommission die Konzepte der beiden Krankenhäuser überprüfen will. So suchen Wesemann und Krankenschwester Sylvia Göbel (Cosma Shiva Hagen) verzweifelt nach Kunze, der sich in ungeahnter Gefahr befindet...



Film-Inhalt  


I feel good: Vierkötter (Josef Ostendorf) und Professor Udo Keller (Burghart Klaußner)
I feel good: Vierkötter (Josef Ostendorf) und Professor Udo Keller (Burghart Klaußner)


  Hintergrund


Geht mit der Zeit: Professor Reinhold Radwanski (Christoph Maria Herbst)
Geht mit der Zeit: Professor Reinhold Radwanski (Christoph Maria Herbst)

Für seinen 2000 erschienenen Elfminüter "Das Taschenorgan" hatte Carsten Strauch den Friedrich-Wilhelm-Murnau-Preis beim Tag des deutschen Kurzfilms erhalten. Zusammen mit Rainer Ewerrien hatte er dafür bereits die Grundidee von "Die Aufschneider" umgesetzt, für den beide wieder gemeinsam mit Kamerafrau und Co-Autorin Nina Werth das Drehbuch geschrieben haben.

Zu dem Thema hatte ihn die öffentliche Diskussion um die Gesundheitsreform animiert. "Nirgends sonst können Sparmaßnahmen und Konkurrenzdruck fatalere Folgen haben als in Krankenhäusern. Damit ist dieser Ort natürlich gleichermaßen gut geeignet, entweder ein großes Drama oder eine schwarze Komödie zu erzählen", meint Strauch. "Offene Wunden", so der ursprüngliche Arbeitstitel des Werkes, ist eindeutig dem letzteren zuzuordnen.

Ansonsten habe er aber keine besondere Neigung zur Medizin, gibt der Filmemacher an. Allerdings hatte Nina Werth einige Semester Medizin studiert, was den Details aus dem Klinikalltag sicherlich zugute kam. Allerdings hatten die drei Schreiber Bedenken, dass viele ihren teils fiesen Humor nicht verstehen würden. Doch das relativieret Produzent Roman Paul: "Carstens Film ist bissig aber nicht böse. Carsten mag seine Figuren. Er stellt sie nicht bloß, denn wenn wir über sie lachen, lachen wir auch über uns selbst."



Für eine Komödie wie "Die Aufschneider" ist die Besetzung besonders wichtig. Dem Produzenten Roman Paul war dabei die Bekanntheit der Schauspieler weniger bedeutend. Entscheidend waren ihre mimischen und komischen Fähigkeiten. Zudem müssen natürlich die gewünschten Darsteller auch Zeit haben. "Es war nicht ganz leicht, die Termine unter einen Hut zu bringen," berichtet Paul. "Am Ende hatten wir jedoch die Besetzung, die wir haben wollten. Ein ebenso hochwertiges wie ungewöhnliches Ensemble."

Gleichermaßen prominent und talentiert ist Christoph Maria Herbst, der für seine Darstellung des fiesen "Stromberg" dem Adolf-Grimme-Preis, den Bayrischen Filmpreis und den Deutschen Comedypreis verbuchen kann. Damit scheint der Wuppertaler für die Rolle des ebenfalls hinterhältigen Professor Radwanski die Idealbesetzung zu sein. "Er ist in seinem Timing sehr präzise", beschreibt Regisseur Strauch. "Jeder Blick sitzt exakt so, wie er sein muss, um aus einer Szene das Maximum an Komik heraus zu holen."

Sein Filmkontrahent Burghart Klaußner als Professor Keller konnte seine komödiantische Ader ebenfalls ausspielen, die er etwa als Polizeipräsident Heimeran in "Adelheid und ihre Mörder" schon zu Genüge unter Beweis gestellt hatte. "Man konnte ihm direkt die Freude anmerken, mal wieder eine Komödie zu spielen, was ihm in letzter Zeit selten angeboten wurde,", so Strauch.

Doch auch die übrige Besetzung kann sich sehen lassen, wie Cosma Shiva Hagen, die vor ihrer Rolle als naive OP-Schwester als Schneewittchen im zweiten Teil von "7 Zwerge" brilliert hatte. Dass dem Cast der Film viel Spaß gemacht hat, hat sicher auch daran gelegen, dass teilweise auf der Ferieninsel Mallorca gedreht wurde.

Dort kam es allerdings zu einem vorher nicht bedachten Problem, was der Regisseur wie folgt beschreibt: "Wie bekommt man eine Gruppe heterosexueller spanischer Komparsen dazu, Gäste in einem schwulen Ferienclub zu spielen und auf Kuschelkurs zu gehen?“ Wie der Film zeigt, hat Strauch offensichtlich ausgeprägtes Überredungstalent.



Das Casting  


Dr. Steffen Wesemann (Carsten Strauch) und Dr. Klaus Kunze (Rainer Ewerrien)
Dr. Steffen Wesemann (Carsten Strauch) und Dr. Klaus Kunze (Rainer Ewerrien)
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Die Aufschneider" in der Regie von Carsten Strauch liefen am 08.02.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Sie sind ein schöner Mann!
Tragikomödie, Frankreich, 2005

Schräger als Fiction
Komödie, USA, 2006

Rocky Balboa
Action-Drama, USA, 2006

Kings Of Rock - Tenacious D
Komödie, USA, 2006

Die Farbe der Milch
Liebesfilm, Norwegen, 2004

Commediasexi
Komödie, Italien, 2006



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