KINO

morgen

Film-Suche:

HomeKINO
vorschau
KINO
podcast
Kino 2006 I Kino 2006 II Kino 2006 III Kino 2006 IV Kino 2007 I Kino 2007 II Kino 2007 III Kino 2007 IV


Der Große Ausverkauf

Deutschland, 2007
Dokumentation, 94 Minuten, FSK: 0

Originaltitel
Der Große Ausverkauf

Kino-Start
17.05.2007

Regie
Florian Opitz

Darsteller
Joseph Stiglitz, Simon Weller, Minda Lorando, Jinky Lorando, Delfin Seriano, Bongani Lubisi, Oscar Olivera, Rosa de Turpo
Der Große Ausverkauf - Kinoplakat
Mit den Themen Menschenrechte und Globalisierung hatte sich der Dokumentarfilmer Florian Opitz bereits in einigen seiner früheren Werke auseinandergesetzt. Seine Dokumentation "Der Grosse Ausverkauf" beschäftigt sich mit den negativen Auswirkungen der Privatisierung in verschiedenen Ländern.

Diese Dokumentation beleuchtet die Hintergründe und Auswirkungen von Privatisierung anhand verschiedener Beispiele in anderen Ländern. Der Dokumentarfilmer Florian Opitz versucht aufzuzeigen, was dieses Phänomen für die Gesellschaft und den einzelnen Menschen bedeutet. Elementare Aufgaben, die bislang der Staat übernommen hat, werden privatwirtschaftlichen Unternehmungen übertragen, wie etwa Gesundheit, Verkehr, Strom- und Wasserversorgung.

Opitz zeigt, dass die Bürger von Entwicklungs- und Schwellenländern in besonderer Weise von den negativen Auswirkung der Privatisierung betroffen sind. Es wird deutlich, dass in vielen Fällen multinationale Konzerne mit Sitz in den westlichen Industrienationen, speziell in den USA, versuchen, mit ihrem Einfluss auf die Politik dieser Länder ihre Rendite zu maximieren.

Dabei kommen Bürger, Verbraucher und Aktivisten zu Wort, die sich mit den negativen Folgen der Privatisierung auseinandersetzen müssen und teils versuchen, diese in Eigeninitiative zu unterlaufen. Ebenso erhält die andere Seite Raum, ihre Vorstellungen klarzumachen: Konzernmanager ebenso wie Sprecher des IWF (Internationaler Währungsfonds) und der Weltbank.

Beide Seiten der Medaille kennt Professor Joseph E. Stiglitz. Der Träger des Wirtschaftsnobelpreises und frühere Chefökonom der Weltbank hatte sich im Jahr 2000 von dieser Institution getrennt und tritt vermehrt für einen Dialog zwischen den Industrie- und den Entwicklungsländern ein. Für ihn ist die Privatisierung eines der Hauptprobleme bei der Herstellung der globalen Chancengleichheit.



Film-Inhalt  


Joseph Stiglitz, Ex-Chefökonom der Weltbank
Joseph Stiglitz, Ex-Chefökonom der Weltbank


  Hintergrund


Lokführer und Gewerkschafter Simon Weller
Lokführer und Gewerkschafter Simon Weller

Einer der Protagonisten ist Simon Weller. Er ist als Lokführer von dem Verkauf der British Rail an private Investoren betroffen, den er für die Zunahme von Zugunglücken verantwortlich macht. In Manila auf den Philippinen erfährt der Zuschauer vom Schicksal des 19-jährigen Jinky Lorando. Wegen eines Nierenleidens ist er auf regelmäßige Dialyse angewiesen - seit dem Wegfall der kostenlosen Versorgung eine kaum bezahlbare Behandlung.

In der Stadt arbeitet Delfin Seriano als Krankenpfleger. Aufgrund der zurückgehenden Einnahmen haben nach seiner Auskunft in den vergangenen zehn Jahren rund fünftausend Ärzte und 100.000 Pflegekräfte das Land verlassen, was zur Schließung zahlloser Kliniken geführt hat.

Im südafrikanischen Soweto hilft der 32-jährige Elektriker Bongani Lubisi den Bewohnern der Townships dabei, sie wieder ans Stromnetz anzuschließen, wobei er auch vor ungesetzlichen Mitteln nicht zurückschreckt. Nachdem die Stromversorgung einem privaten Konsortium übertragen worden war, sind die Preise so stark gestiegen, dass sie die meisten Bürger nicht mehr bezahlen konnten, worauf ihnen der Anschluss gekappt wurde.

Um das Wasser ist in Bolivien ein regelrechter Krieg ausgebrochen. Der Gewerkschaftler und Umweltaktivist Oscar Olivera war einer der zehntausenden von Einwohnern in Cochabamba, die gegen den mehrheitlich vom US-Konzern Bechtel kontrollierte Gesellschaft "Aguas del Tunari" auf die Straße gingen.



Was wir überraschenderweise herausgefunden haben oder erlebt haben bei den Vorführungen unserer Filme auf verschiedenen internationalen Festivals, ist: Egal, wo wir den Film gezeigt haben - die Menschen konnten immer unheimlich schnell den Transfer machen zu ihrer eigenen Situation.

Ob das in Hongkong war, in Chicago oder in Toronto - jeder wusste etwas zu erzählen, was bei ihm um die Ecke gerade privatisiert worden ist. Ob Wohnungen, der öffentliche Verkehr - es handelt sich also offenbar und ein wirklich globales Phänomen. Und ich glaube, dass das auch hier gelingen wird.

Wir haben den Film hier ja schon auch auf Festivals gezeigt und - na klar ist den Leuten bewusst, dass das ganze mit der Privatisierung der Deutschen Bahn zu tun hat. Jeder kann mittlerweile sehen, was die Privatisierung der Stromkonzerne für Effekte in Deutschland und in Europa hatte.



Florian Opitz über die Aktualität des Themas  


Der Wasserkrieg in Cochabamba
Der Wasserkrieg in Cochabamba
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Der Große Ausverkauf" in der Regie von Florian Opitz liefen am 17.05.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Stomp the Yard
Musical-Drama, USA, 2007

Shooting Dogs
Kriegsdrama, England, 2007

Herr Bello
Familien-Komödie, Deutschland, 2007

Ein Lied für Argyris
Dokumentation, Schweiz, 2006

Die History Boys - Fürs Leben lernen
Tragikomödie, England, 2006

Das Perfekte Verbrechen
Thriller, USA, 2007

Adam & Steve
Gay-Komödie, USA, 2005

2 Tage Paris
Liebeskomödie, Frankreich, 2007



KINO

morgen