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Babooska

Italien, Österreich, 2005
Dokumentation, 100 Minuten

Originaltitel
Babooska

Kino-Start
15.02.2007

Regie
Tizza Covi, Rainer Frimmel

Darsteller
Marina de Vincentis, Azzurra Gerardi, Babooska Gerardi, Ciccio Gerardi, Patrizia Gerardi, Michele Pellegrini, Walter Saabel
Babooska - Kinoplakat
In "Babooska" erzählen Tizza Covi und Rainer Frimmel die Geschichte einer italienischen Familie, die - am Rande des Existenzminimums lebend - einen kleinen Wanderzirkus betreibt. "Babooska" kommt in italienischer Sprache mit deutschen Untertiteln in die Kinos.

Die Filmemacher Tizza Covi und Rainer Frimmel erzählen in Episoden vom alltäglichen Existenzkampf der jungen Artistin Babooska (Babooska Gerardi), die mit ihrer Familie einen Wanderzirkus betreibt und durch Italien reist.

Ein Jahr lang haben sie die Künstlerin auf ihrer Reise begleitet und einen ungeschminkten Blick hinter die Kulissen einer eigenen Welt am Rand der Gesellschaft geworfen.

"Babooska" ist keine journalistische Reportage, sondern ein Roadmovie, das seinen Zauber und seine magischen Momente ganz ohne kitschige Reisebilder entfaltet. Es beschreibt melancholisch, aber auch humorvoll die aussterbende Lebensweise von modernen Nomaden und den Zustand des Unterwegsseins, zwischen einer glorreichen Vergangenheit und einer unsicheren Zukunft, zwischen dem Zweifel und der Hoffnung, dass das Leben doch immer so sein möge wie ein voller 'moderner, gut geheizter Zirkus'.

Der Film legt seinen inhaltlichen Schwerpunkt auf das Zusammenleben der Familienmitglieder, die sich im Dauerzustand des professionellen Umherreisens befinden: das aufeinander angewiesen Sein, Babooskas Tochter, die von der Mutter unterrichtet wird, weil Sie nie lange genug an einem Ort in die Schule gehen könnte, die räumliche Enge, das tägliche Warten auf Besucher, die Dörfer, in denen nur noch alte Leute wohnen, die kein Interesse mehr für den Zirkus haben, das tägliche Improvisieren, Umstellen, Neu-Erfinden der Show. Die Auftritte selbst interessieren dabei nur am Rand, sie sind Routine und werden nicht groß vorbereitet.



Film-Inhalt  


Babooska Gerardi mit ihrer Tochter
Babooska Gerardi mit ihrer Tochter


  Film-Kritik


Vor dem Auftritt
Vor dem Auftritt

"Babooska" wurde mit dem Wolfgang-Staudte-Preis auf der Berlinale 2006 ausgezeichnet, gewann den Prix international de la Scam, den Großen Diagonale-Preis für den besten österreichischen Dokumentarfilm 2005/06, Graz 2006, und den Publikumspreis der Stadt Bozen.



Wie habt ihr Zugang in die geschlossene Welt des Zirkus gefunden?

Tizza Covi: Wir, die Sesshaften, werden von den Zirkusleuten als Gadschis bezeichnet. Sie sprechen einen eigenen Zirkusjargon und es gibt innerhalb dieses Milieus auch eine sehr genaue Hierarchie. Die Zirkusleute selbst nennen sich Dritti. Und die unterste Schicht sind wir, die Gadschis. Für die Leute, die das Wanderleben betreiben, sind wir Sesshaften eher Zielscheibe von Spott und Häme. In Babooskas Familie hat sich diese Einstellung relativiert, dadurch, dass die Mutter selbst einmal sesshaft war.

Rainer Frimmel: Es hat deswegen auch einige Jahre und viele Besuche bei der Familie Gerardi gedauert, bis wir eine Vertrauensbasis geschaffen haben, die es uns erlaubt hat, daran zu denken, einen Film über Babooska zu machen.

Tizza Covi: Der Ansporn für mich, diesen Film zu machen, lag auch darin, dass das Thema Zirkus für mich immer nur mit denselben Klischees besetzt war. Als ich den Zirkus dann aber erst spät für mich entdeckt habe, öffnete sich mir eine Welt, die auf einmal ganz anders als erwartet war. Es hat mich sehr interessiert, das von einer ganz anderen Seite zu zeigen. Wir haben in unseren Arbeiten eine besondere Vorliebe fürs Alltägliche und finden im Alltäglichen sehr außerordentliche Dinge.

In welchen Zeitabständen und wohin habt ihr die Familie begleitet?

Tizza Covi: Wir sind von Rom immer weiter Richtung Norden gezogen, von Latium nach Umbrien, dann waren wir auch in den Marken, in der Toskana und in Ligurien, das war die letzte Station. Das große Vertrauen, um ganz frei arbeiten zu können, entstand erst in dem Moment, als wir unter den gleichen schlechten Bedingungen gelebt haben wie sie. Das heißt im Wohnwagen teilweise ohne Wasser, teilweise ohne Strom zu leben, und im Winter mit einer ganz schlechten Heizung auszukommen. Dann waren wir nicht mehr ganz so sehr die Gadschis.



Interview mit den Filmemachern  


Im Wohnwagen
Im Wohnwagen
► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Babooska" in der Regie von Tizza Covi, Rainer Frimmel liefen am 15.02.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Yes I am!
Dokumentation, Deutschland, 2006

Hannibal Rising - Wie alles begann
Horror-Thriller, USA, England, Frankreich, Litauen, Tschechien, 2007

Die Hollywood-Verschwörung
Romantik-Drama, USA, Kanada, 2006

Der Gute Hirte
Drama, USA, 2006



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