Nachdem das Ballett in Russland seit Mitte des 19. Jahrhunderts eine Blütezeit erlebt hatte, bekam es mit dem kunstbegeisterten Sankt Petersburger Sergei Pawlowitsch Djagilew einen Botschafter in der Welt.
Nachdem er in Moskau um die Wende zum 20. Jahrhundert bereits selbst einige Aufführungen begleitet hatte, und 1907 Initiator einer Konzertreihe mit russischen Kompositionen an der Pariser Oper war, stellte er 1909 mit den besten russischen Tänzern ein Ballettensemble zusammen, das seinen Stammsitz in Paris hatte und von dort aus die Welt künstlerisch eroberte.
Am Théâtre Chatalet in Paris präsentieren sie mit großem Erfolg ihre erste Ballett-Saison. Erster Choreograph der "Ballets Russes" war der ebenfalls aus Sankt Petersburg stammende Michail Michailowitsch Fokin, der als Gründer des modernen Balletts gilt. Führende Tänzer der Compagnie wurden Anna Pawlowa und Wazlaw Fomitsch Nischinski, der damalige Liebhaber von Djagilew.
Zusammen mit Nischinski, der nicht nur als bester und faszinierendster Tänzer seiner Zeit galt, sondern auch als Choreograph arbeitete, übten die "Ballets Russes" eine große Anziehungskraft auf das Publikum aus. Das lag nicht zuletzt daran, dass Choreographien, Darbietung und Kostüme eine für die damalige Zeit deutliche Erotik aufwiesen.
Nach dem Tod Djagilew 1929 verlegt das Ensemble nach Monte Carlo und bezeichnet sich nun als "Ballets Russes de Monte Carlo". In den 1930er und 1940er Jahren feiern sie ihre größten Erfolge hauptsächlich in Nord- und Südamerika. 1962 ist der letzte offizielle Auftritt in Brooklyn.