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Bamako

Mali, USA, Frankreich, 2006
Drama, 115 Minuten

Originaltitel
Bamako

Kino-Start
01.02.2007

Regie
Abderrahmane Sissako

Darsteller
Aïssa Maïga (Melé), Tiécoura Traoré (Chaka), Hélène Diarra (Saramba), Habib Dembélé (Falaï), Djénéba Koné (Chakas Schwester), Hamadoun Kassogué (Journalist), Hamèye Mahalmadane (Vorsitzender), Magma Gabriel Konaté (Staatsanwalt); Anwälte: Aïssata Tall Sall, William Bourdon, Roland Rappaport, Mamadou Konaté, Mamadou Savadogo; Zeugen: Zegué Bamba, Aminata Traoré, Madou Keita, Georges Keita, Assa Badiallo Souko, Samba Diakité; Danny Glover (Beteiligter); Cowboys: Elia Suleiman, Dramane Bassaro, Jean-Henri Roger, Zeka Laplaine, Ferdinand Batsimba
Bamako - Kinoplakat
In der Offiziellen Auswahl auf dem Festival Cannes 2006 lief ein Film, der ein kurioses Gerichtsverfahren zwischen Afrikanern und der Weltbank zeigt. "Bamako" heißt das Werk, und es spielt in der gleichnamigen Hauptstadt des westafrikanischen Staats Mali. Im deutschen Kino läuft der Film in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Bamako, die Hauptstadt Malis, ist die Heimat von Melé (Aïssa Maïga). Während sie das Geld als Barsängerin verdient, ist ihr Mann Chaka (Tiécoura Traoré) arbeitslos. Ihren Hof müssen sie sich mit anderen Bewohnern teilen, mit vielen Menschen, Ziegen und Hühnern, und das Paar steht kurz vor der Trennung.

In diesem Hinterhof herrscht reges Treiben, das über die Verrichtungen der Anwohner hinaus geht. Dort feiert man nicht nur Hochzeiten oder wäscht die Wäsche, an diesem Ort wird gar Gericht gehalten.

Vertreter des afrikanischen Volkes haben einen Prozess gegen den Internationalen Währungsfond IWF und die Weltbank angestrengt. Sie werfen diesen Institutionen vor, mit ihrer Politik das Land zu zerstören.

Der Richter lässt Staatsanwalt, die Anwälte der Kläger und Beklagten und diverse Zeugen sprechen. Während die Verhandlung in vollem Gang ist, nimmt das Alltagsgeschehen seinen Lauf und vermischt sich mit den Ereignissen des hohen Gerichts.

Die turbulenten Ereignisse erreichen ihren Höhepunkt, als Danny Glover sich als Westernheld eine Schießerei mit einer Horde Cowboys liefert. Doch Chaka scheint das rege Treiben wenig zu beeindrucken...



Film-Inhalt  


Barsängerin Melé (Aïssa Maïga)
Barsängerin Melé (Aïssa Maïga)


  Hintergrund


Eine Zeugin sagt aus
Eine Zeugin sagt aus

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs haben sich internationale Finanzpolitiker auf der Konferenz von Bretton Woods in New Hampshire, USA, getroffen und eine Leitwährung etabliert, die am US-Dollar orientiert war. Diese Weltwährung wird vom Internationalen Währungsfonds (IWF) mit Sitz in Washington gesteuert. Der IWF arbeitet dabei eng mit der Weltbank zusammen, die ursprünglich die Finanzierung des Wiederaufbaus der durch den Krieg geschädigten Länder organisierte. Diese beiden Institutionen haben einen entscheiden Anteil in der Bewilligung von Krediten an Entwicklungsländer.

Angesichts der Schwierigkeiten von zahlreichen Ländern, ihre Schulden zu tilgen, haben die reichen Länder zu Beginn des Jahres 1980 die Einsetzung von Strukturausgleichs-Programmen gefordert, mit denen die Regeln festgelegt werden, von denen das Schicksal von Millionen von Menschen abhängen.

Die Regierungen der tief verschuldeten Länder sehen sich daher dem Diktat der Vertreter des internationalen Finanzwesens ausgesetzt, dem zufolge das finanzielle Gleichgewicht wieder hergestellt werden soll. Die meisten Länder Afrikas befinden sich heute im Strukturausgleich. Aus ihrer Sicht dienen diese Programme in erster Linie den Interessen der reichen Länder, an deren Spitze die USA und Europa.

Die den südlichen Ländern auferlegten Reformen sind immer die gleichen, obwohl sie nicht in den nördlichen Ländern angestrebt werden: Abschaffung staatlicher Subventionen, Zurückfahren staatlicher Aufgaben oder Verringerung der Anzahl von Funktionären. Die Privatisierung der nationalen Gesellschaften von verschuldeten Ländern, die besonders die natürlichen Resourcen ausschöpfen, Wasser, Strom, die Mittel der Kommunikation und Telekommunikation, ist häufig auf den Profit der Multinationalen Konzerne ausgerichtet. Die Verträge, oft in einem Kontext aus politischem Druck und Korruption abgeschlossen, bevorteilen in hohem Maß die Interessen der Multis.

Gleichzeitig geht die Verarmung vieler Länder weiter, mit der Folge der Verringerung der Lebenserwartung, der Steigerung der Kindersterblichkeit und einer zurückgehenden Alphabetisierung. Fast alle offiziellen Untersuchungen konstatieren, dass die verschuldeten Entwicklungsländer heute ärmer sind als zwanzig Jahre zuvor.



► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Bamako" in der Regie von Abderrahmane Sissako liefen am 01.02.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Vier Minuten
Drama, Deutschland, 2006

Saw III
Horror, USA, Kanada, 2006

Nach der Hochzeit
Drama, Dänemark, Schweden, 2006

KZ
Dokumentation, England, Österreich, 2006

Dreamgirls
Drama, USA, 2006

Die wilden Kerle 4 - DWK4 Der Angriff der Silberlichten
Familien-Komödie, Deutschland, 2007

Das wilde Leben
Biografie, Deutschland, 2007

Ebenfalls im Kino 




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