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Bandidas

Frankreich, Mexiko, USA, 2005
Action-Komödie, 95 Minuten, FSK: 6

Originaltitel
Bandidas

Kino-Start
31.08.2006

Regie
Joachim Roenning, Espen Sandberg

Darsteller
Penélope Cruz (Maria Alvarez), Salma Hayek (Sara Sandoval), Steve Zahn (Quentin Cooke), Dwight Yoakam (Tyler Jackson), Sam Shepard (Bill Buck), Denis Arndt (Bankdirektor Ashe), Audra Blaser (Clarissa Ashe), Ismael 'East' Carlo (Don Diego)
Bandidas - Kinoplakat
Zwei Frauen, die als hübsche, aber rabiate Outlaws in Lateinamerika für Gerechtigkeit kämpfen - diese Konstellation scheint Franzosen zu liegen: So wurde es bereits 1965 von Louis Malle in "Viva Maria!" unterhaltsam filmisch umgesetzt. Nun hat sich der französische Produzent Luc Besson des Themas angenommen und schickt Salma Hayek und Penélope Cruz als "Bandidas" in die Wüste.

Mexiko, um das Jahr 1880: Maria Alvarez (Penélope Cruz) und Sara Sandoval (Salma Hayek) sind eigentlich zwei unbescholtene, junge Mexikanerinnen. Doch die Expansionsgelüste einer amerikanischen Großbank zwingen sie, die Grenzen des Gesetzes zu überschreiten. Tyler Jackson (Dwight Yoakam) von der New Yorker Capital Bank and Trust will mit allen Mitteln die örtliche Bank von Direktor Don Diego (Ismael Carlo) seiner Gesellschaft einverleiben. Diese will eine Eisenbahn durch das Gebiet bauen und mit Hilfe der Hypotheken die Grundbesitzer unter Druck setzen, ihr Land zu verschleudern.

So geht die Farm von Marias Vater in Flammen auf, und Don Diego wird ermordet. Dessen Tochter Sara, auf die Jackson ein Auge geworfen hat, schafft es jedoch zu fliehen. Am nächsten Tag erscheint sie in der Bank um sie zu überfallen, doch diesen Gedanken hatte auch Maria. Nach kurzem Streit einigen sich die Damen, ihre Aktion gemeinsam abzuschließen, fliehen in die Kirche und haben erneut Meinungsverschiedenheiten, was mit der Beute geschehen soll. Unter Mitwirkung des Priesters beschließen die beiden, künftig weitere Filialen des Bank and Trust zu überfallen, um den quasi enteigneten Grundbesitzern ihr Land zurückzukaufen.

Allerdings sollen die Damen vorher eine Ausbildung in Sachen Überfall absolvieren. Dazu schickt sie der Priester zum alten Haudegen Bill Buck (Sam Shepard), selbst ein berüchtigter Bankräuber, der sich mitlerweile zurückgezogen hat. Es fordert den streitsüchtigen Frauen einige Überredungskunst ab, Bill zu überzeugen, doch dann bringt er ihnen das wichtigste Handwerkszeug bei. Während Maria ihr Talent am Revolver beweist, findet Sara ihr Metier im Messerwerfen.

Maria und Sara beginnen ihren Raubzug überaus erfolgreich, was bald die landesweite steckbriefliche Suche beweist. Doch lange sieht der geschädigte Bankkonzern nicht tatenlos zu und beauftragt den jungen Ermittlung-Spezialisten Quentin Cooke (Steve Zahn), Verlobter von Clarissa (Audra Blaser), der Tochter von Bankenchef Ashe (Denis Arndt), den Räuberinnen den Garaus zu machen. Der ist zwar akademisch überaus erfolgreich, aber im rauhen Alltag noch recht unerfahren. So ist es für das Duo ein leichtes, ihren Verfolger zu überwältigen. Der lässt sich, natürlich auch dank der weiblichen Reize, davon überzeugen, dass Jackson nicht im Sinne der Bank handelt, sondern sich selbst bereichern will und dazu kriminelle Methoden anwendet. Doch Jackson gibt sich dem Trio so schnell nicht geschlagen...



Film-Inhalt  


Endlich berühmt: Maria Alvarez (Penélope Cruz) und Sara Sandoval (Salma Hayek)
Endlich berühmt: Maria Alvarez (Penélope Cruz) und Sara Sandoval (Salma Hayek)


  Film-Kritik


Vorgeschoben: Quentin spielt für Maria und Sara die Geisel
Vorgeschoben: Quentin spielt für Maria und Sara die Geisel

Mit "Das fünfte Element" hatte der rührige Luc Besson bewiesen, dass er Filme drehen kann, die die Top-Liga von Hollywood erklimmen können. Bei "Bandidas" fragt man sich, warum er das Potential mit zwei Regisseuren verschenkt, die bis dato nur Werbespots gedreht hatten.

Und so ist auch die Inszenierung einere der zwei Schwachpunkte dieses Streifens. Die an 45-Sekunden-Clips gewöhnten Norweger kamen offensichtlich nicht mit dem abendfüllenden Spielfilm zurecht, was sich fatal auf das Timing auswirkt.

Sowohl bei den oft spektakulären Actionszenen wie auch den Slapstickszenen und den an sich flotten Dialogen verpufft dadurch ein Teil der möglichen Wirkung. Das zweite Manko stellt der Plot dar: Besson hat hier zahlreiche Klischees aus der Latino-Westernwelt hineingepackt, aber der Zuschauer vemisst einen durchgängig packenden Handlungsverlauf. Zudem baut der Film zu sehr auf die Kabbeleien zwischen den beiden Powerfrauen, was nach einiger Zeit zu nerven beginnt.

Die männliche Besetzung ist allenfalls schmückendes Beiwerk und bekommt in ihren Rollen wenig Gelegenheit, Profil zu zeigen. Somit hat dieses Werk zwar schon einen gewisssen Unterhaltungswert, doch zu oft beschleicht den Betrachter das Gefühl, dass man vieles hätte besser machen können.



Der Film "Bandidas" wurde zum größten Teil im Gebiet um die Stadt Durango im gleichnamigen mexikanischen Bundesstaat gedreht. Er beseht großteils aus der westlichen Sierra Madre und bietet für Western eine ideale Kulisse mit Wüsten, und Prärielandschaften und felsigen und bewaldeten Gebirgszügen, dazu kommt eine für die Dreharbeiten ideale Sonnenschein-Dauer.

Weit über 100 Filme wurden hier bereit gemacht, als erster im Jahre 1955 "Die weiße Feder" (White Feather) mit Robert Wagner in der Hauptrolle. Es folgten zahlreiche Western mit prominenten Stars, als erstes zu nennen natürlich John Wayne mit "Das war der Wilde Westen" (How the West Was Won, 1963) oder "Dreckiges Gold" (The Train Robbers", 1973), aber auch "Die Glorreichen Sieben" (The Magnificent Seven) und "Die Gewaltigen" (The War Wagon) wurden hier gedreht.

Durango lockte nicht nur Western-Teams an: Hier ist der Schauplatz für so unterschiedliche Werke wie das Drama "Die Schattenmacher" (Fat Man And Little Boy) über das amerikanische Atombomben-Projekt "Manhattan" mit Paul Newman, "Der Erste Ritter" (First Knight) mit Sean Connery als König Arthur; Caveman, eine schräge Steinzeitkomödie mit Beatle Ringo Starr; und sogar eine Episode der Tarzan-Serie mit Ron Ely wurde hier gedreht.

Dennoch ist diese Gegend mit dem Western eng verbunden, und mit seinem wohl populärsten Vertreter: John Wayne hatte dort 1969 die Ranch La Joya gekauft und drehte dort auch einen seiner letzten Western, "Geier kennen kein Erbarmen" (Cahill U.S. Marshal). Auf diesem Gelände wurden die Gebäude des Filmdorfes "Santa Rita" für Bandidas errichtet. Eine nicht mehr genutzte Eisenbahnlinie in der Nähe samt ausrangierter Dampflok wurde ebenfalls für den Film eingesetzt.

Nördlich dieser Stätte liegt mit Real De Catorce ein weiterer Drehort, eine der zahlreichen Geisterstädte in den Bergen der Sierra Madre, einst von Arbeitern in den Silberminen bevölkert, nach deren Versiegen längst verlassen. Dieser abgelegene Ort war bereits Kulisse von "Mexican" (2001) mit Brad Pitt und Julia Roberts.



Hintergrund  


Auf die zarte Tour: Quentin Cooke (Steve Zahn) horcht
Auf die zarte Tour: Quentin Cooke (Steve Zahn) horcht

► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Bandidas" in der Regie von Joachim Roenning, Espen Sandberg liefen am 31.08.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Wie sehr liebst du mich?
Tragikomödie, Italien, Frankreich, 2005

Thank You For Smoking
Gesellschaftssatire, USA, 2006

Olga
Geschichts-Drama, Brasilien, 2004

Little Man
Komödie, USA, 2006

Ein perfekter Platz
Komödie, Frankreich, 2006

Das Mädchen aus dem Wasser
Mystery-Thriller, USA, 2006

Between the Lines - Indiens drittes Geschlecht
Dokumentation, Deutschland, Indien, 2005

Adams Äpfel - Gott ist auf meiner Seite
Komödie, Dänemark, 2005



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