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Beste Zeit

Deutschland, 2007
Tragikomödie

Originaltitel
Beste Zeit

Kino-Start
26.07.2007

Regie
Marcus H. Rosenmüller

Darsteller
Anna Maria Sturm (Kati), Rosalie Thomass (Jo), Ferdinand Schmidt-Modrow (Rocky), Florian Brückner (Mike), Volker Bruch (Toni), Stefan Murr (Lugge), Andreas Giebel (Katis Vater), Johanna Bittenbinder (Katis Mama), Peter Mitterrutzner (Katis Opa)
Beste Zeit - Kinoplakat
Nach seinem Überraschungshit "Wer früher stirbt, ist länger tot", der ihm gleich den Bayrischen Filmpreis und den Deutschen Filmpreis in Gold beschert hatte, und der Bob-Komödie "Schwere Jungs" bringt Regisseur Marcus H. Rosenmüller mit "Beste Zeit" einen modernen Heimatfilm in die Kinos, in dem zwei bayrische Teenager ihren Weg suchen.

Tandern, ein kleines Dorf in Oberbayern, nördlich von München: Wieder einmal hat Kati (Anna Maria Sturm) den VW-Bus ihrer Eltern (Andreas Giebel, Johanna Bittenbinder) "ausgeliehen", um ihre beste Freundin Jo (Rosalie Thomass) damit aufzugabeln, in die Natur zu fahren und mit einem Bier und einer Fluppe über das zu quatschen, was 16-jährige Teenager so bewegt.

Natürlich gehören dazu, neben Freiheit und Sehnsucht, Fettpolstern und Enthaarungswachs auch Jungs. Da wäre als erstes Rocky (Ferdinand Schmidt-Modrow), mit dem sie zusammen seit Kindesbeinen an gespielt haben. Rocky ist heimlich in Kati verknallt, seit er zehn Jahre alt ist. Doch als er versucht, sie an ihrem Geburtstag zu küssen, kriegt sie das im Suff gar nicht mit. Toni (Volker Bruch) ist Rockys Kumpel und immer dann zur Stelle, wenn man ihn wirklich braucht.

Kati weiß selbst gar nicht so richtig was oder wen sie will. Mike (Florian Brückner), der seinen Wehrdienst ableistet, spielt in seiner knappen Freizeit oder geht in die Disco M1. Er hat sie schon geküsst und verabredet sich lose mit ihr, so wie jetz wieder, als er sie auf dem Bauernhof ihres Opas (Peter Mitterrutzner) trifft. Doch ob er die große Liebe ist, weiß Kati nicht. Zumal da ja auch noch Lugge (Stefan Murr) ist. Ohne es zu wollen, schaut sie dem kernigen Zimmermann hinterher, doch der will erstmal für drei Jahre auf Walz.

Doch auch Kati selber könnte ja weggehen. Sie hat die Möglichkeit, die Aufnahmeprüfung für ein College in den USA machen zu können. Doch dann wäre sie ein Jahr ohne Freunde, ohne die Möglichkeit, festzustellen, ob sich hier die große Liebe entwickelt. Hin- und hergerissten zwischen Abenteuerlust, Heimweh, Solidarität zu ihren Freunden und dem Streit mit ihrem ständig nörgelnden Vater setzt sie den VW-Bus in den Sand.



Film-Inhalt  


Zukunft in Amerika? Kati (Anna Maria Sturm) grübelt
Zukunft in Amerika? Kati (Anna Maria Sturm) grübelt


  Hintergrund


Katis beste Freundin: Jo (Rosalie Thomass)
Katis beste Freundin: Jo (Rosalie Thomass)

Im Jahr 2001 hat die Komödie "Die Scheinheiligen" eine Renaissance des bayrischen Heimatfilms eingeleitet. Nachdem im Deutschland der Nachkriegszeit meist mit konfliktarmer Idylle die Seele des geschundenen Zuschauers balsamiert wurde, rückt nun eine neue Realität in den Vordergrund, die ihre Geschichten in den ungeschönten Alltag einbettet.

Mit dieser Welle ist auch der Dialekt im Film wieder hoffähig geworden, woran allerdings auch TV-Comedy wie die von Michael Herbig alias Bully sicherlich seinen Anteil hat. So konnte der erste Film von Marcus H. Rosenmüller, "Wer früher stirbt, ist länger tot", 2006 bundesweit über 1,6 Millionen Zuschauer in die Kinos locken, und das trotz des bayrischen Dialekts.

Und sein Film "Beste Zeit" zeigt, dass junge Leute nicht mehr immer nur aus ihrem muffigen Kaff fliehen wollen, sondern dass es ihnen trotz verlockender Alternativen schwer fallen kann, die Geborgenheit ihrer Heimat zu verlassen. Drehbuchautorin Karin Michalke beschreibt dieses Gefühl so: "Ich bin ein Mensch, der unbedingt ein 'Dahoam' braucht. Und furchtbar leidet, wenn er keins hat."



Für die Geschichte zweier Teenager auf Selbstfindung in der bayrischen Provinz hatte das Filmteam den nördlichen Landkreis Dachau ausgewählt. Zum einen kommt Karin Michalke, die das Drehbuch zu "Beste Zeit" als Abschlussarbeit an der HFF München vorgelegt hatte, aus der Gegend: Sie wurde in Altomünster geboren und ist in Tandern aufgewachsen.

Auch Produzent Nils Dünker kommt aus dem ländlichen Norden Münchens, und er fand dieses touristisch nicht übermäßig erschlossene Stück Bayern Region ideal für die Geschichte - lediglich der Tonmeister hatte etwas auszusetzen, unterbrach doch das eine oder andere Flugzeug im Anflug auf den nahegelegenen Flughafen FJS kurz die Dreharbeiten.

Also wurden die Jets kurzerhand in den Film eingebunden. Andererseits wurde die Filmcrew durch die Einwohner tatkräftig unterstützt. So konnten fast alle Szenen an Originalschauplätzen gedreht werden. Nur die ursprünglich vorgesehene Diskothek kam nicht in Frage, da der Verkehrslärm ebenfalls den Ton beeinträchtigt hätte, uns so wurde ein leerstehender Supermarkt entsprechend hergerichtet. Die Außenaufnahmen wurden nur in den letzten Drehtagen beeinträchtigt, als Mitte November 2006 der erste Schnee von den Wiesen geschaufelt werden musste.



Locations  


Mike (Florian Brückner)
Mike (Florian Brückner)

  Marcus H. Rosenmüller über Heimat


Kati im Streit mit ihrem Vater (Andreas Giebel)
Kati im Streit mit ihrem Vater (Andreas Giebel)

Irgendwann kommt der Punkt, wo Du eben spürst: Hinter dem Horizont und neben der Heimat, das gibt es noch eine Welt, die wartet irgendwie, und die lockt - und da heißt es: die ist der Wahnsinn. Daheim ist alles fad - meint man. Und man möchte sich langsam lösen von dieser Heimat.

Und eigentlich auch von der Familie. Nicht immer in der Obhut der Eltern, sondern man muss in der Nacht abhauen und muss eben einen Freund kennenlernen. Man mag mit jemand schlafen, weil es heißt: Das ist super. Und dieser Reiz, der eigentlich im Unbekannten liegt, dass man das entdecken will.

Und das ist eigentlich die Basis, dieses Angebot, dass sie ein Austauschjahr in Amerika verbringen könnte, wo eben jeder immer sagt: Das ist doch super! Der Vater: stolz drauf; sie selber aber: "Boa, da versäum ich ja ein ganzes Jahr daheim." Das ist noch in ihr drin, sie mag einfach noch nicht fort.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Beste Zeit" in der Regie von Marcus H. Rosenmüller liefen am 26.07.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Die Simpsons - Der Film
Animation, USA, 2007

Als der Wind den Sand berührte
Drama, Belgien, Frankreich, Djibuti, 2006

Alberto Giacometti - Die Augen am Horizont
Dokumentation, Schweiz, Frankreich, 2001

Ebenfalls im Kino 




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