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Bobby

USA, 2006
Drama, 112 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
Bobby

Kino-Start
08.03.2007

Regie
Emilio Estevez

Darsteller
William H. Macy (Paul), Harry Belafonte (Nelson), Joy Bryant (Patricia), Nick Cannon (Dwayne), Emilio Estevez (Tim Fallon), Laurence Fishburne (Edward Robinson), Brian Geraghty (Jimmy), Heather Graham (Angela), Anthony Hopkins (John Casey), Helen Hunt (Samantha), Joshua Jackson (Wade), Ashton Kutcher (Fisher), Shia LaBeouf (Cooper), Lindsay Lohan (Diane), Svetlana Metkina (Lenka Janacek), Demi Moore (Virginia Fallon), Freddy Rodríguez (José), Martin Sheen (Jack), Christian Slater (Timmons), Sharon Stone (Miriam), Jacob Vargas (Miguel), Mary Elizabeth Winstead (Susan Taylor), Elijah Wood (William)
Bobby - Kinoplakat
Die Ermordung Robert F. Kennedys, der die Hoffnung vieler freiheitsliebender Amerikaner auf sich vereint hatte, ist der Background zu Emilio Estevez´ Drama "Bobby". Er zeigt einige Stunden im Leben von 22 Menschen im Hotel Ambassador - die letzten Stunden vor dem schrecklichen Ereignis. Emilio selbst und sein Vater Martin Sheen spielen zwei von ihnen.

John Casey (Anthony Hopkins) ist zwar schon im Rentenalter, doch immer noch kehrt er wieder an seine Arbeitsstätte zurück. Er sitzt mit seinem alten Freund Nelson (Harry Belafonte) in der Lobby, spielt Schach und sinniert über die gute alte Zeit. Als Page und später als Portier des renommierten Ambassador Hotel in Los Angeles hat er schon so manche Prominenz gesehen. Sechs Oscar-Verleihungen hat er miterlebt, und Staatsmänner wie Roosevelt, Truman und Chruschtschow gingen ein und aus.

Am 4. Juli 1968 hat sich ein Gast angesagt, der ebenfalls in diese Riege aufsteigen möchte: Anlässlich der Präsidentschaftsvorwahlen in Kalifornien hat Senator Robert F. Kennedy (Dave Fraunces) dieses Haus auserwählt, um dort seine Kürung zum Kandidaten der Demokraten für das höchste Amt im Staat zu erleben.

Der mit Miriam (Sharon Stone), Betreiberin des Friseursalons, verheiratete Hotel-Manager Paul Ebbers (William H. Macy), der vor kurzem eine Liaison mit der Telefonistin Angela (Heather Graham) eingegangen ist, hat mit den Vorbereitungen zu dieser Veranstaltung alle Händer voll zu tun. Die Küche bereitet sich auf den entsprechenden Ansturm vor, das meist aus Schwarzen und Latinos bestehende Personal wird vom arroganten Küchenchef Timmons (Christian Slater) aus Trab gehalten. Darunter ist auch Küchenkraft José Rojas (Freddy Rodriquez), der zum Dienst eingeteilt wurde, obwohl er für den Tag zwei Baseball-Tickets hat. Notgedrungen überlässt er diese dem Chefkoch Edward Robinson (Laurence Fishburne).

Besondere Hoffnungen in den Kandidaten legt Virginia Fallon (Demi Moore), deren Vertrag als Sängerin im hoteleigenen Coconut Grove Club ausläuft. Sie sieht die Chance, sich vor gutgelaunter Prominenz zu profilieren. Auch manche Gäste bereiten sich auf ein besonderes Ereignis vor. Diane (Lindsay Lohan) lässt sich von Miriam eine neue Frisur verpassen. Sie will den jungen William Avary (Elijah Wood) ehelichen - allerdings nur, damit dieser seiner Einberufung nach Vietnam entgeht. Und der Drogendealer Fisher (Ashton Kutcher) hat in einem Zimmer Quartier bezogen, um seinen Stoff an zahlungskräftige Kundschaft zu vertickern. Davon machen auch Jimmy (Brian Geraghty) und Cooper (Shia LaBeouf) Gebrauch, die zu Kennedys Wahlkampfteam gehören.

Während der wohlhabende Kennedy-Anhänger Jack Stevens (Martin Sheen) gegen seine Depressionen ankämpft und seine Frau über unpassende Garderobe lamentiert, trifft sich Paul mit Angela in einer anderen Suite, um ihre Affäre zu beenden. Noch weiß niemand der Anwesenden, dass in dieser Nacht eine hoffnungsvolle Karriere zu Ende geht - und das Schicksal einer ganzen Nation sich wendet...



Film-Inhalt  


Der ehemalige Empfangschef John Casey (Anthony Hopkins) und Hoteldirektor Paul (William H. Macy)
Der ehemalige Empfangschef John Casey (Anthony Hopkins) und Hoteldirektor Paul (William H. Macy)


  Hintergrund


Der Küchenangestellte José Rojas (Freddy Rodriquez)
Der Küchenangestellte José Rojas (Freddy Rodriquez)

Emilio Estevez, Autor und Regisseur von "Bobby", ist überzeugt, dass es ihm sein ganzes Leben über vorbestimmt war, diesen Film zu drehen. Als Robert F. Kennedy starb, war er gerade einmal sechs Jahre alt. Und dennoch erinnert sich Estevez ganz genau, wie er diese Nacht aus den Augen eines Kindes miterlebte. Er erinnert sich an die erschütternde Nachricht im Fernsehen, dass der Senator erschossen worden sei, und daran, wie er losrannte, um seinen Vater, den Schauspieler Martin Sheen, ein langjähriger Anhänger Kennedys, mit der niederschmetternden Neuigkeit zu wecken.

Wenig später nahm Sheen seinen Sohn mit an den Ort, an dem Kennedy seine letzte Rede gehalten hatte: Angesichts der tiefer werdenden Risse im gesellschaftlichen Gefüge und zunehmender Gewalt hielt er im Ambassador Hotel einen spontanen Appell an amerikanische Einigkeit und Tatkraft. "Ich weiß noch, wie mein Vater meine Hand hielt, als wir durch diese imposanten Gänge liefen. Und ich erinnere mich genau, wie mein Vater davon sprach, was wir verloren hätten", erzählt Estevez.

Wie viele sah er die Ermordung von RFK als das Ereignis, das den Idealismus und Optimismus einer ganzen Generation von Amerikanern auf dem Gewissen hatte. Kennedys Vermächtnis hat nichts von seiner Dringlichkeit verloren: Er machte den Mund auf, wenn er Ungerechtigkeit sah. Er setzte sich für die Benachteiligten ein. Und er sprach offen aus, was ihm an seinem Amerika falsch erschien. "Dieser Moment am 5. Juni 1968 markierte einen Einschnitt. Von da an, so scheint es, sind wir resignierter und zynischer geworden. Vieles, was wir heute in unserem Land sehen, resultiert unmittelbar aus den Ereignissen von damals", sagt Estevez. Und fügt hinzu: "Es bricht einem das Herz."



Bei der Leitung eines Fototermins im Ambassador Hotel wurde Estevez urplötzlich von seinen Erinnerungen an besagten Ausflug mit seinem Vater erinnert. Und auf einmal war die Inspiration da: Er fasste den Entschluss, einen Filmstoff über jene Nacht zu entwickeln, in der Kennedy erschossen wurde. "Zunächst war mir nur eines klar: Ich wollte eine Geschichte erzählen, in der der Geist von Bobby gefeiert wird", erklärt Estevez. Anstatt sich abzumühen, all die Menschen aufzutreiben, die sich in besagter Nacht im Ambassador Hotel aufhielten, und sich ihre Persönlichkeitsrechte zu sichern, wählte Estevez einen anderen Ansatz:

Er wollte die grundsätzlichen Ereignisse dieses Tages mit seiner Fantasie anreichern. Im Grunde stellte er die Geschichte auf den Kopf: Er wollte nicht Kennedy und nicht die Taten seines Mörders, Sirhan Sirhan, in den Mittelpunkt rücken, wie das bereits in einer ganzen Reihe von Büchern und Dokumentationen gemacht wurde. Stattdessen konzentrierte er sich auf eine bunt gemischte Gruppe ganz normaler Menschen, deren Leben in diesen wenigen schrecklichen Momenten für immer auf grundlegende Weise verändert wird.

Er spann ein Netz aus sehr unterschiedlichen Figuren, von denen jeder Einzelne seine ganz individuellen Kämpfe und Probleme in diese schicksalhafte Nacht im Juni mitbringt. Mit jedem neuen Gespräch steigert sich die Handlung, bis zu jenem entscheidenden Moment, an dem auf einmal alles anders ist. Das Hotel sollte ein Mikrokosmos für das sein, was sich zu dieser Zeit im ganzen Land abspielte. Ein Spiegel der damaligen Gesellschaft, mit Protagonisten, die alle in irgendeiner Verbindung zum Kandidaten und seinen Ideen standen.



Menschen im Hotel  


Miriam (Sharon Stone) und ihre Kundin Diane (Lindsay Lohan)
Miriam (Sharon Stone) und ihre Kundin Diane (Lindsay Lohan)

  1968 – Eine Zeittafel


Die Hotelangestellten Patricia (Joy Bryant) und Angela (Heather Graham)
Die Hotelangestellten Patricia (Joy Bryant) und Angela (Heather Graham)

Um die Hintergründe zu verstehen, die viele Amerikaner auf einen Sieg Bobby Kennedys hoffen ließen, haben wir wichtige Ereignisse der damaligen Zeit aufgelistet:

21. Januar

In Vietnam beginnt die blutige, 77 Tage andauernde Belagerung von Khe Sahn. Die amerikanischen Kräfte werden in die bislang blutigsten und heftigsten Kämpfe verwickelt.

31. Januar

Die Tet-Offensive beginnt. Soldaten des Vietkong besetzen strategische und zivile Ziele und übernehmen kurzfristig die Kontrolle über die amerikanische Botschaft in Saigon. Die Zahl amerikanischer und ziviler Opfer nimmt in alarmierendem Maße zu.

8. Februar

Senator Robert F. Kennedy hält eine historische Rede, in der er sagt, dass die USA den Vietnamkrieg nicht gewinnen können und deshalb ihre Politik überdenken müssen. George Wallace, der sich für strikte Rassentrennung ausspricht, geht für die Republikaner ins Präsidentschaftsrennen.

18. Februar

George Harrison und John Lennon von den Beatles fliegen nach Indien, um transzendentale Meditation auszuprobieren. Der Sozialistische Deutsche Studentenbund veranstaltet in Berlin den "Internationalen Vietnam-Kongress". Auf der Abschlusskundgebung ruft der SDS-Wortführer Rudi Dutschke die amerikanischen Soldaten vor mehr als 10.000 Teilnehmern zu massenhafter Desertion auf.

29. Februar

Verteidigungsminister Robert McNamara zieht die Konsequenzen aus dem Tet-Desaster und tritt zurück.

12. März

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Eugene McCarthy, der sich vehement für Frieden einsetzt, erhält bei den Vorwahlen in New Hampshire 40 Prozent der Wählerstimmen. Der amtierende Präsident Lyndon B. Johnson gerät in Bedrängnis.

13. März

Der neue tschechische Führer Alexander Dub?ek schränkt die Zensur ein und nimmt demokratische Reformen in Angriff – als erster Führer eines Landes hinter dem Eisernen Vorhang.

16. März

Amerikanische Soldaten massakrieren in My Lai hunderte von vietnamesischen Zivilisten, vornehmlich Greise und Kinder.

17. März

Obwohl der Wahlkampf bereits in vollem Gange ist, gibt Robert F. Kennedy zu diesem späten Zeitpunkt seine Kandidatur für das Amt des Präsidenten bekannt und spricht sich erneut gegen Gewalt aus.

31. März

Als Folge der Tet-Offensive und der zunehmenden Popularität seiner Rivalen zieht sich Lyndon Johnson aus dem Präsidentschaftswahlkampf mit den berühmten Worten zurück: "Ich werde mich nicht um eine Nominierung bemühen und sie auch nicht von meiner Partei akzeptieren."

4. April

Bürgerrechts-Führer Martin Luther King Jr. wird auf dem Balkon eines Hotels in Memphis erschossen. Im ganzen Land wehen die Fahnen auf Halbmast. In vielen Städten bricht Gewalt aus.

11. April

Nur Tage nach dem Tod von Martin Luther King unterzeichnet Präsident Johnson eine Ergänzung des historischen Civil Rights Acts von 1964. In Berlin wird Rudi Dutschke von dem Hilfsarbeiter Josef Bachmann angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Studentenunruhen brechen aus.

23. April

Ein acht Tage währendes Sit-in findet in der Columbia University statt. Die Studenten protestieren gegen Verbindungen mit dem Verteidigungsministerium und übernehmen fünf Gebäude. 600 Studenten werden verhaftet.

29. April

Das Musical "Hair", ein Manifest gegen den Vietnamkrieg feiert Premiere am Biltmore Theatre in New York.

3. Mai

In Paris beginnen die Mai-Unruhen. Studenten besetzen die Sorbonne, es kommt zu Straßenschlachten mit der Polizei. Am 10. Mai werden Barrikaden errichtet, ein Generalstreik am 13. Mai betrifft mehr als zehn Millionen Menschen.

30. Mai

Robert F. Kennedy verliert bei den Vorwahlen in Oregon gegen Eugene McCarthy. Es ist das erste Mal überhaupt, dass ein Kennedy eine Wahl verliert. Im Deutschen Bundestag beschließt die Große Koalition aus CDU und SPD die "Notstandsgesetze". Sie erlauben es, im Krisenfall einzelne Grundrechte einzuschränken.

3. Juni

Der Poor People’s March on Washington findet statt. Andy Warhol wird in seinem New Yorker Studio, der Factory, von Valerie Solanas niedergeschossen. Er wird schwer verletzt, überlebt aber.

4. Juni

Robert F. Kennedy gewinnt die Vorwahlen in Kalifornien. Das macht ihn zum Favoriten für eine Präsidentschaftsnominierung der Demokraten in Chicago.

5. Juni

Nach einer stürmisch umjubelten Rede im Ballsaal des Ambassador Hotel wird Kennedy kurz nach Mitternacht niedergeschossen. Fünf weitere Menschen werden verletzt. Alle von ihnen überleben. Kennedy ist noch bei Bewusstsein, als die Notärzte eintreffen. Er fragt, ob alles in Ordnung sei.

6. Juni

Robert F. Kennedy stirbt im Good Samaritan Hospital. Er ist 42 Jahre alt.

8. August

Richard Nixon wird von der Republikanischen Partei für das Amt des Präsidenten nominiert.

20. August

Die Sowjetunion dringt in die Tschechoslowakei ein und beendet mit Gewalt den Versuch eines "Sozialismus mit menschlichem Antlitz".

24. August

Frankreich wird die fünfte Nuklearmacht auf der Welt.

26. August

Die Democratic National Convention in Chicago versinkt in Chaos und Gewalt, als tausende Demonstranten sich mit der Polizei Straßenschlachten liefern.

29. August

Die demokratische Partei nominiert den Vizepräsidenten Hubert H. Humphrey für das Amt des Präsidenten, ohne dass Humphrey auch nur eine einzige Vorwahl gewonnen hätte.

3. Oktober

Der sowjetische Außenminister Gromyko stellt vor der UN-Vollversammlung klar, dass sein Land in den Ostblock-Staaten keine Abweichungen vom Weg des Sozialismus dulden wird. Die spätere "Breschnew-Doktrin" ist geboren.

4. November

Die "Schlacht am Tegeler Weg" läutet den Zerfall der deutschen Studentenbewegung ein. Sie erweist sich als unfähig, ein gewaltfreies Reformbündnis zu tragen.

5. November

Richard M. Nixon wird zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Bobby" in der Regie von Emilio Estevez liefen am 08.03.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Zum Abschied Mozart
Dokumentation, Schweiz, 2006

Strajk - Die Heldin von Danzig
Drama, Deutschland, Polen, 2006

Rennschwein Rudi Rüssel 2
Familienkomödie, Deutschland, 2007

Pathfinder - Fährte des Kriegers
Action, USA, 2007

Norbit
Romantik-Komödie, USA, 2007

Mitten ins Herz - Ein Song für Dich
Liebeskomödie, USA, 2007

Das wahre Leben
Tragikomödie, Deutschland, Schweiz, 2007

Close to Home
Drama, Israel, 2005

Ebenfalls im Kino 




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