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Boy Culture

USA, 2006
Gay-Drama, 88 Minuten, FSK: 18

Originaltitel
Boy Culture

Kino-Start
12.04.2007

Regie
Q. Allan Brocka

Darsteller
Patrick Bauchau (Gregory), Derek Magyar (Alex), Darryl Stephens (Andrew), Jonathon Trent (Joey), Emily Brooke Hands (Lucy), Jesse Archer (Hottie), Chris Bethards (junger Gregory), Joshua Boswell (jungerRenaldo), George Jonson (Blondie), Molly Manago (Cheyenne), Joël René (Candise), George Rickle (Alex´ Vater), Matt Riedy (Frank), Ann Van Alt (Alex´ Mutter)
Boy Culture - Kinoplakat
Der 1995 veröffentlichte Roman von Matthew Rettenmund wurde mit seinem treffenden Blick auf die Befindlichkeiten der Schwulen Ende des 20. Jahrhunderts ein Bestseller. Über zehn Jahre und rund ein Dutzend fortentwickelte Drehbuchfassungen dauerte es, bis Q. Allan Brocka und Philip Pierce das Werk für die Leinwand umgesetzt haben.

Der gutaussehende Mittzwanziger Alex (Derek Magyar) nennt sich selbst cool "X" und ist ein exklusiver Callboy, der sich mit wenigen gutsituierten Freiern in Seattle nun schon rund zehn Jahre lang einen aufwendigen Lebensstil finanziert. Es sollen immer zwölf an der Zahl sein, ausgesucht und nur auf Empfehlung. Unter seinen "Jüngern" befinden sich nur Männer, für die Geld keine Rolle spielt. Da einer von ihnen von seinem Ableben Gebrauch gemacht hat, soll Ersatz her.

Gregory (Patrick Bauchau) heißt er, ist wohlhabend, kultiviert und eloquent. Der Einzelgänger ist trotz seines reiferen Alters immer noch höchst attraktiv. Doch die erste Begegnung verläuft für Alex unerwartet, weigert sich doch der angeworbene Kunde, seine Dienste in Anspruch zu nehmen. Gregory erwartet mehr von Alex als eine schnelle Nummer, erinnet ihn der junge Mann doch an seine eigene Jugend.

Doch in Alex´ Privatleven gibt es bereits zwei jüngere Männer, beides seine Mitbewohner. Da ist zum einen Andrew (Darryl Stephens), in den er verknallt ist, der aber von festen Beziehungen bislang wenig hält und auch schon mal mit einer Frau verlobt war - allerdings eigentlich nur um an deren Bruder ranzukommen. Zweiter ist der gerade eben erst volljährige Joey (Jonathon Trent), dessen Verfürungsversuche an Alex abprallen, der aber auch sonst kaum eine Gelegenheit zum Austoben auslässt.

Bei seinen wiederholten Besuchen kommt Alex Gregory tatsächlich emotional näher. Insbesondere dessen fünfzigjährige Liebesbeziehung zu seinem mittlerweile verstorbenen Lebenspartner Renaldo fasziniert den jungen Mann. Und je mehr seine Beziehung zu Andrew sich verkompliziert, der ihn gar seinen eigenen Eltern vorstellt, desto mehr öffnet Alexs sich für Gregory. Doch der spielt mit gezinkten Karten...



Film-Inhalt  


Keine einfache Beziehung: Alex (Derek Magyar) und Andrew (Darryl Stephens)
Keine einfache Beziehung: Alex (Derek Magyar) und Andrew (Darryl Stephens)


  Hintergrund


Kommen sich langsam näher: Alex und Gregory (Patrick Bauchau)
Kommen sich langsam näher: Alex und Gregory (Patrick Bauchau)

Zwischen dem Bestseller-Roman und dem endgültigen Drehbuch von "Boy Culture" lagen fast zehn Jahre. Philip Pierce, der auch als Produzent fungierte, und Q. Allan Brocka, Sohn des philippinischen Regisseurs Lino Brocka, der schließlich die Inszenierung übernahm, feilten an der Umsetzung, schrieben und verwarfen mehr als ein Dutzend Drehbuchfassungen. Matthew Rettenmund erläutert seine Ungeduld: "Manchmal bekam ich das Gefühl einfach nicht los, dass wir seit der Stummfilmära an diesem Projekt arbeiten würden."

Brocka hatte zu dieser Zeit bereits mit seinem ersten Kinofilm "Eating Out" auf zahlreichen Festivals Erfolge feiern können. Zur Unterstützung überzeugte er die erfahrenen Produzenten Victor Simpkins und Stephen Israel, sich an dem Film zu beteiligen. Dann folgte die schwierige Aufgabe, den jungen Hauptdarsteller zu casten. Zum Vorsprechen erschienen über 200 Schauspieler. "Es ist nie leicht, die perfekte Mischung aus physischer Attraktivität, Präsenz und Talent zu finden," erklärt Casting-Agentin Linda Phillips-Palo. "Aber als Derek das Zimmer betrat, wussten wir: wir haben ins Schwarze getroffen."

Auch der Gegenpart von "X" stellte hohe Anforderungen an die Präsenz und das Charisma, das der Darsteller in seiner Rolle des Gregory verkörpern sollte. Die Wahl fiel auf den aus Belgien stammenden Patrick Bauchau, der über vierzig Jahre Schauspielerfahrung verfügt und unter anderem bereits für Eric Rohmer und Wim Wenders (Der Stand der Dinge, 1981; Lisbon Story, 1995) gearbeitet hatte, aber auch James Bond (Im Angesicht des Todes) zu seiner Filmographie zählen kann.



Schauplatz von "Boy Culture" ist Seattle, im nordwestlichen US-Bundesstaat Washington. Die Stadt gilt, nach San Francisco, als die schwule Hochburg der Vereinigten Staaten. Zwar hat das typische Regenwetter sich teils auch verzögernd auf die Drehzeit ausgewirkt, doch dafür entschädigte die Atmosphäre, die man in den Szenevierteln einfangen konnte. Zur Kulisse gehört natürlich Capitol Hill, das Zentrum des schwulen Lebens in Seattle.

Dort ist auch Ausgangspunkt der jährlich zelebrierten Gay-Pride-Parade. Doch auch der touristische Anziehungspunkt Pike Place Market bildet die Kulisse zum Film. "Ich wollte den urbanen Geschmack festhalten," so der Regisseur. "Seattle ist eine einzigartige Stadt, die viel zu selten in Filmen vorkommt. Und da ich in dieser wundervollen Stadt aufgewachsen bin, habe ich eine ganz besondere Beziehung zur ihr. Da machte das Drehen gleich doppelt soviel Spaß."

Die Dreharbeiten zu "Boy Culture" wurden von der örtlichen schwul-lesbischen Gemeinde unterstützt. Auch das Seattle Gay & Lesbian Film Festival, das zeitgleich mit den Vorarbeiten stattfand, erwies sich als hilfreich. So fand man dort durch einen Aufruf des Produzenten zu einigen Drehorten. Die Statisten setzen sich zum großen Teil aus Mitgliedern der Gay Community zusammen.



Die schwule Vizehauptstadt  


Setzt seine Verführungskünste ein: Joey (Jonathon Trent)
Setzt seine Verführungskünste ein: Joey (Jonathon Trent)

  Auszeichnungen


Alex an seinem Arbeitsplatz
Alex an seinem Arbeitsplatz

Festival del Mar, Spanien: Bester Darsteller Derek Magyar

Madrid Gay & Lesbian Film Festival: Bester Regisseur Q. Allan Brocka

Outfest, Los Angeles: Bestes Drehbuch

Mailänder Gay & Lesbian Film Festival: Paramount Comedy Award

Rhode Island Film Festival: Alternative Spirit Award

Publikumspreise

Gay & Lesbian Film Festival Buenos Aires, Argentinien

Fairy Tales in Calgary, Kanada

Pikes Peak in Colorado Springs, USA

Bester Spielfilm

Fairy Tales, Calgary

Pikes Peak, Colorado Springs

Festival del Mar, Spanien

Honolulu Rainbow Film Festival

London Lesbian & Gay Film Festival

Long Island Gay & Lesbian Film Festival, New York

Philadelphia Gay & Lesbian Film Festival

Preis der Jury

Outfest Los Angeles

Long Island Gay & Lesbian Film Festival

Philadelphia Gay & Lesbian Film Festival



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Boy Culture" in der Regie von Q. Allan Brocka liefen am 12.04.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Vollidiot
Komödie, Deutschland, 2007

Verführung einer Fremden
Thriller, USA, 2007

Twentynine Palms
Drama, Frankreich, Deutschland, USA, 2003

TMNT - Teenage Mutant Ninja Turtles
Animation, USA, 2007

Robert Altman´s Last Radio Show
Tragikomödie, USA, 2006

Mana - Die Macht der Dinge
Dokumentation, Deutschland, USA, Holland, Frankreich, 2004

Love & Dance
Drama, Israel, 2006

Goodbye Bafana
Drama, Südafrika, England, 2007

Ebenfalls im Kino 




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