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Brick

USA, 2005
Drama, 105 Minuten, FSK: 16

Originaltitel
Brick

Kino-Start
21.09.2006

Regie
Rian Johnson

Darsteller
Joseph Gordon-Levitt (Brendan Frey), Nora Zehetner (Laura), Lukas Haas (Pin), Noah Fleiss (Tugger), Matt O'Leary (Brain), Emilie de Ravin (Emily), Noah Segan (Dode), Richard Roundtree (Rektor Trueman), Meagan Good (Kara), Brian J. White (Brad Bramish), Jonathan Cauff (Biff), Reedy Gibbs (Pins Mutter)
Brick - Kinoplakat
Erstmals wurde beim 20. Fantasy Filmfest in Hamburg ein Publikumspreis vergeben. Sieger in der Gunst der Zuschauer wurde 2006 "Brick", der Debütfilm von Regisseur und Autor Rian Johnson, der im Vorjahr bereits den Spezialpreis der Jury beim Sundance Film Festival einheimsen konnte.

Brendan Frye (Joseph Gordon-Levitt), Außenseiter an seiner Highschool, erhält einen Anruf von seiner immer noch geliebten Ex-Freundin Emily (Emilie de Ravin), in dem sie in verzweifelt um Hilfe bittet. Das Gespräch wird unterbrochen, und Brendan versucht herauszufinden, wo sie stecken könnte. Seinem einziger Freund, dem Einzelgänger und Nerd Brain (Matt O'Leary), hat sie länger schon nicht gesehen, gibt ihm aber einen Tip, es mal mit der angesagtesten Clique auf der Highschool zu versuchen.

Brendan bricht Emilys Spind auf und findet dort neben einem Photo von ihrer geheimnisvollen Mitschülerin Kara (Meagan Good) die Einladung zu einer Party besagter Clique, die Laura (Nora Zehetner) in der Villa ihrer reichen Eltern schmeißt. Als er dort auftaucht, legt er sich sogleich mit Angeber Brad Bramish (Brian J. White) an. Die Gastgeberin weiß auch nichts über Emilys Verbleib, gibt Brendan aber den Tip, es mal mit Kiffer Dode (Noah Segan) zu versuchen. Und er scheint hier Erfolg zu haben, allerdings einen eher unerwarteten: Dode behauptet, er sei nun mit Emily zusammen.

Und tatsächlich beobachtet Brendan kurz darauf heimlich, wie der sich mit Emily trifft und ihr einen Zettel zusteckt. Er stellt sie zur Rede, doch sie teilt ihm mit, ihn endgültig verlassen zu wollen - sie wolle einen geselligeren Lebensstil. Als Emily ihn zum Abschied umarmt, greift sich Brendan heimlich den zugesteckten Zettel, doch mit einem Zeichen, das aussieht wie ein "A" und "Mitternacht" kann er zunächst wenig anfangen. Als er es kann, ist es bereits zu spät: Emily wird ermordet. Brendan versucht aus ihrem letzten Gespräch Hinweise auf ihren Mörder zu ergründen.

Sein Kumpel kann ihm weiterhelfen: Der erwähnte Pin (Lukas Haas) ist Drogendealer, bei dem sich alle aus der Highschool ihren Stoff abholen. Brendan versucht, mit Druch auf dessen Kunden The Pin zu provozieren, und der schickt ihm prompt seinen Schläger Tugger (Noah Fleiss) auf den Hals. Zu allem übel kriegt er auch noch Stress mit Schuldirektor Trueman (Richard Roundtree). Doch Brendan ist ein zäher Bursche...



Film-Inhalt  


Sarmentoso Ecke Del Rio: Brendan Frye (Joseph Gordon-Levitt) in der Zelle
Sarmentoso Ecke Del Rio: Brendan Frye (Joseph Gordon-Levitt) in der Zelle


  Film-Kritik


Mit dem Rücken zur Wand: Brain (Matt O'Leary) berät Brendan
Mit dem Rücken zur Wand: Brain (Matt O'Leary) berät Brendan

Der klassischer Thriller im Stil des amerikanischen Film Noir ist zurück, allerdings in neuem Gewand. Regisseur und Autor Rian Johnson machte aus der Not eine Tugend: Mit den weitgehend aus dem privaten Umfeld finanzierten Etat von einer halben Million Dollar war ein aufwendiges Set oder saturierte Filmstars nicht zu finanzieren. So spielt die Story in einer neuzeitlichen Highschool in Südkalifornien, so konnte er sich aus der hoffnungsvollen Nachwuchsriege Hollywoods für seinen Cast bedienen, aus der er sich einige Juwelen herausgepickt hat. Neben Joseph Gordon-Levitt, der mit einer fast schon gewohnt guten Leistung glänzt, überzeugt auch die weitere Besetzung.

Vieles scheint irgendwie vertraut, andererseits auch wieder etwas fremd. Wie dem ehrwürdigen Humphrey Bogart fallen dem einsamen Helden die Frauen gleich reihenweise um den Hals, doch er lässt sich nicht beirren. Bei seinen Geschlechtsgenossen hingegen riskiert er schon mal eine dicke Lippe, beißt sich aber durch wie ein Terrier. In der verwickelten Story tauchen ständig neue Figuren auf und werden falsche Fährten gelegt. Soweit ist man das alles gewohnt, doch die Umgebung und der Stil tauchen das ganze in ein neues, interessantes und auch amüsantes Licht.

Wenn etwa der Schnüffler nicht etwa mit dem Hauptkommissar, sondern dem Direx Ärger kriegt und es mit einem finsteren Gangsterboss zu tun bekommt, der noch zu Hause bei Mama wohnt, dann blitzt eine erfrischend humorvolle Absurdität hervor, auch wenn Brick weit davon entfernt ist, eine Krimikomödie zu sein. Glücklicherweise verzichtet Johnson auf Jugendslang wie "Hey, was geht". Die Dialoge sind kurz, knackig und mit vielen Wortspielen versehen. Das Ganze wird mit viel Sinn für Stil und routinierter Kamera visuell überzeugend umgesetzt. "Brick" ist ein gutes Beispiel, wie auch mit wenig Geld ansprechendes und anspruchsvolles Kino hinbekommt.



Rian Johnson hatte bereits mit zwölf Jahren seinen ersten Kurzfilm gedreht. Er absolvierte die University of Southern California 's School of Cinema-Television in Los Angeles, die älteste Filmschule in den USA. Währenddessen hatte er das Drehbuch zu "Brick" geschrieben, das er nun verwirklichen wollte.

Mit dem Skript unterm Arm begann das große Klinkenputzen. Das eine Problem war die ungewöhnliche thematische Konstellation, die nicht der Vorstellung vom üblichen Teeniefilm entsprach. Außerdem ist Johnson wohl auch nicht der geborene Vertreter, der seine Ware anpreist. Interessenten sprangen wieder ab, Geldgeber waren schwer zu überzeugen, und Schauspieler sagten zu und dann wieder ab. Schließlich fand Johnson Geldgeber im Kreise seiner Familie und Freunde, von denen sich nun einige in der Liste der Crew als ausführende Produzenten wiederfinden. Sechs Jahre dauerte die Preproduction, um den eigentlichen Dreh so schnell und damit kostengünstig durchziehen zu können wie möglich.

Dabei arbeitete Johnson eng mit seinem Kameramann Steve Yedlin zusammen, einem guten Freund, den er aus Colleg-Tagen kennt, und plante die Szenen im Vorfeld sorgfältig durch. Gedreht wurde in Johnsons Heimatstadt San Clemente, ein Küstenort rund eine Autostunde südlich von Los Angeles gelegen, in der Schule, die er früher besucht hatte. Gespart wurde auch beim Schnitt: Johnson bearbeitete das Filmmaterial selbst mit der Software "Final Cut Pro" auf seinem Mac, der bei ihm im Schlafzimmer stand. Nach der Präsentation auf dem Sundance-Festival straffte er den Film nochmals um 12 Minuten.



Hintergrund  


Kurzes Wiedersehen: Brendan mit Emily (Emilie de Ravin)
Kurzes Wiedersehen: Brendan mit Emily (Emilie de Ravin)

► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Brick" in der Regie von Rian Johnson liefen am 21.09.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Swinger Club
Drama, Deutschland, 2006

She´s the Man - Voll Mein Typ
Komödie, USA, 2006

Road to Guantanamo
Doku-Drama, England, Pakistan, Afghanistan, 2006

Oh wie schön ist Panama
Zeichentrick, Deutschland, 2006

In den Süden
Drama, Frankreich, Haiti, Kanada, 2005

Ich, Du und der Andere
Komödie, USA, 2006

Gambit
Dokumentation, Deutschland, Schweiz, 2005

Der Unbekannte Soldat
Dokumentation, Deutschland, 2006

Der Kick
Kriminalfilm, Deutschland, 2006

Crank
Action, USA, 2006

Candy
Liebesdrama, Australien, 2006



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