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Brinkmanns Zorn

Deutschland, 2006
Dokumentation, 105 Minuten, FSK: 6

Originaltitel
Brinkmanns Zorn

Kino-Start
11.01.2007

Regie
Harald Bergmann

Darsteller
Eckhard Rhode (Rolf Dieter Brinkmann), Alexandra Finder (Marleen Brinkmann), Martin Kurz (Robert Brinkmann), Rainer Sellien (Henning Freyend), Isabel Schosnig (Linda), Baki Davrak (Konrad)
Brinkmanns Zorn - Kinoplakat
Rolf-Dieter Brinkmann war der führende Vertreter der Underground-Lyrik in Deutschland. Nachdem 2005 Original-Audioaufnahmen des Autors unter dem Titel "Wörter Sex Schnitt" veröffentlicht wurden, erscheint mit "Brinkmanns Zorn" ein biografischer Film, der sich mit der letzten Schaffensphase des umstrittenen Sprachkünstlers beschäftigt.

Dies ist ein Portrait des Schriftstellers und Poeten Rolf-Dieter Brinkmann (Eckhard Rhode), dessen Werke die Leser und Kritiker polarisierten. Er beginnt mit Brinkmanns Zeit in Köln, wo er studierte und seine ersten Werke veröffentlichte. Die Bilder werden mit originalen Bandaufnahmen ergänzt, außerdem sind Amateurfilme des Dichters auf Super-8-Format zu sehen. In weiteren Passagen agieren Schauspieler, während synchron dazu die Originalstimme des lyrischen Rebellen zu hören ist.

Der Film zeigt Brinkmann bei der Arbeit in seinem Studo bei Tonexperimenten. Die Kamera verfolgt ihn bei Spaziergängen, stets mit dem Mikrophon bewaffnetund dem Uher Report geschultert. Der geht durch die Stadt und den Park, begleitet von seiner Frau Maleen (Alexandra Finder) und ihrem behinderten Sohn Robert (Martin Kurz), die er in seine Tonbandaufzeichnungen mit einbindet.

Auch sein Verhältnis zu anderen Künstlern und Kollegen wird aufgezeigt, so zu Henning John von Freyend (Rainer Sellien) von der Kölner Künstlergruppe Exit, der das Bild "Das Hemd von Rolf Dieter Brinkmann" gemalt hat, oder Linda Pfeiffer (Isabel Schosnig), die mit Brinkmann zusammen an der Universität war.

Dabei bedient sich Bergmann der Stilmittel, die auch Brinkmann bei seinen Arbeiten verwendet hatte. Die Verknüpfung dokumentarischer Elemente mit erzählerischen Sequenzen und Archivmaterial geben "Brinkmanns Zorn" einen eigenen Ausdruck, mit dem der Filmemacher die Intentionen des Portraitierten wiedergeben möchte.



Film-Inhalt  


Rolf-Dieter Brinkmann (Eckhard Rhode) bei der Arbeit
Rolf-Dieter Brinkmann (Eckhard Rhode) bei der Arbeit


  Hintergrund


Brinkmanns Ehefrau Maleen (Alexandra Finder)
Brinkmanns Ehefrau Maleen (Alexandra Finder)

Rolf-Dieter Brinkmann wurde am 16. April 1940 im Oldenburgischen Vechta geboren. Im Alter von 18 Jahren brach er nach der zehnten Klasse das Gymnasium ab und begann in Essen eine Lehre zum Buchhändler. 1962 zog er nach Köln, wo er an der Pädagogischen Hochschule studierte. 1964 heiratete er seine Frau Marleen, mit der er einen Sohn, Robert, hat.

In Köln wurden erste Gedichtbände und Hörspiele veröffentlich, ebenso wie sein bekanntester Roman "Keiner weiß mehr". Er galt als einer der deutschen Vertreter der US-amerikanischen Pop-Underground-Lyrik. 1969 brachte er zusammen mit Ralf-Rainer Rygulla die Textsammlung "Acid. Neue amerikanische Szene" heraus, die die literarische Richtung der Beat-Generation beschreibt.

Die einzigartigkeit seiner Erzähltechniken und die Ergebnisse seiner Experimente mit Wort, Bild und Ton brachten Brinkmann 1973 ein Stipendium an der römischen Villa Massimo; ein Jahr später folgte ein Engagement als Gastlektor an der University of Texas in Austin. Einer breiteren Öffentlichkeit bekanntgeworden ist der Schriftsteller durch seine Tiraden gegen den Literaturkritiker Marcel Marcel Reich-Ranicki in einer Fernsehsendung.

In den letzten Jahren konzentrierte sich Brinkmann auf die Arbeit mit Film, Photographie und Tonband. Eine Einladung zu einem Vortrag in Cambridge wurde ihm zum Verhängnis: Brinkmann starb am 23. April 1975 in London, wo er von einem Auto überfahren wurde. Spekulationen über einen angeblichen Selbstmord tauchten auf; plausibler scheint jedoch, dass Brinkmann wegen des ungewohnten Linksverkehrs, aus Unachtsamkeit das Auto zu spät bemerkt hatte.



► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Brinkmanns Zorn" in der Regie von Harald Bergmann liefen am 11.01.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Mein Führer
Komödie, Deutschland, 2007

Last Days
Drama, USA, 2005

Lady Vengeance
Mysterythriller, Südkorea, 2005

Die Queen
Drama, England, Frankreich, Italien, 2006

Der Fluch der Betsy Bell
Thriller, USA, 2005

Anplagghed
Komödie, Italien, 2006

Ebenfalls im Kino 




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