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Cars

USA, 2006
Animation, 96 Minuten

Originaltitel
Cars

Kino-Start
07.09.2006

Regie
John Lasseter

Darsteller
Daniel Brühl (Lightning McQueen), Niki Lauda (Strip Weathers), Christian Tramitz (Chick Hicks), Bettina Zimmermann (Sally Carrera), Rick Kavanian (Fiat 500 Luigi), Oliver Kalkofe (Kling), Mario Barth (Klang), Nadja Tiller (Lizzie), Friedrich Schoenfelder (Doc Hudson), Reinhard Brock (Hook), Helmfried von Lüttichau (VW Bully), Ekkehardt Belle (Sarge), Gudo Hoegel (Ramone), Michael Schumacher, Mika Häkkinen, Heiko Wasser, Christian Danner, Franziska van Almsick, Cora Schumacher, Sandra Schwittau, Jochen Striebeck
Cars - Kinoplakat
Nach knuffigen Tieren, schreckhaften Monstern und unglaublichen Superhelden schickt Pixar diesmal menschliche Autos ins Rennen um die Gunst der Zuschauer. Und setzt dabei nicht nur auf eine rasante Story und schnittige Animation, sondern auch auf einen ganzen Rennzirkus als prominente Sprecher.

Lightning McQueen (Daniel Brühl) ist ein hoffnungsvoller, ehrgeiziger roter Rennwagen. Er ist zwar ein Neuling, aber höchst talentiert und hat sich vorgenommen, beim bedeutenden Straßenrennen Dinoco 400 den begehrten Piston-Cup zu gewinnen, der ihm nicht nur den gebührenden Ruhm einbringen soll, sondern auch noch ein üppiges Preisgeld und vor allem einen für die weitere Laufbahn wichtigen Sponsorenvertrag. Bisher fährt er nämlich noch für die Firma "Rust-eze". Diese heruntergekommene Firma stellt Rostschutzmittel her und wird von den dubiosen Kling (Oliver Kalkofe) und Klang (Mario Barth) geleitet - wahrlich nicht die Beste Werbung für einen Hochglanzrenner wie Lightning.

Doch dazu muss er erstmal die wichtigsten Favoriten ausstechen. Da wäre zum Beispiel der Plymouth Superbird Strip Weathers (Niki Lauda), der seinem Spitznamen "King" bislang alle Ehre gemacht hat, dort schon zahlreiche Siege feiern konnte und mit einem erneuten Triumph seine Karriere beenden möchte. Oder der mit allen Wassern gewaschene Chick Hicks (Christian Tramitz), ein routinierter Stock Car, der den Kühlergrill voll davon hat, ewig nur auf dem zweiten Platz anzukommen. Tatsächlich schafft es Lightning, die Führung im Rennen zu erlangen, doch in seiner großspurigen Art begeht er einen fatalen Fehler: Nachdem er den Rat seiner Boxencrew ignoriert hatte, beim Tanken gleich auch noch die Reifen wechseln zu lassen, machen die kurz vor dem Ziel schlapp, und seine ärgsten Konkurrenten können auf der Ziellinie gleichziehen.

Die Rennleitung entscheidet, dass der Sieg in einem neuen Rennen zwischen den drei Kontrahenten Lightning, King und Chick entschieden werden soll - eine Woche später und auf einer Strecke, die 5.000 Kilometer entfernt liegt. Um rechtzeitig dort anzukommen, macht sich Lightning im Laderaum seines Transporters Mack Superliner auf den Weg zum neuen Zielort. Ohne Pausen soll dieser die gesamte Strecke durchfahren, doch Müdigkeit übermannt den Truck, und durch einen unglücklichen Zwischenfall rollt der ebenfalls schlummernde Lightning nachts auf die Straße. Als er aufwacht, bemerkt er die missliche Lage, hängt sich an die Rücklichter seines vermeintlichen Lasters - und wird vom falschen Fahrzeug über die Route 66 in eine völlig abgelegene Gegend gelotst.

So landet McQueen schließlich im heruntergekommenen Wüstenkaff Radiator Springs: Er bemerkt den Irrtum und hetzt sofort los, um wieder auf die richtige Strecke zu gelangen, doch dabei ruiniert er die einzige Hauptstraße des Ortes und wird wegen Geschwindigkeitsüberschreitung festgenommen. Der Bürgermeister Doc Hudson (Friedrich Schoenfelder), ein 1951er Hornet, ordnet zwar am nächsten Tag die Freilassung des Hitz-Zylinderkopfes an, doch die von ihm kurz zuvor beleidigte Porschedame Sally Carrera (Bettina Zimmermann) besteht darauf, dass er zunächt den von ihm verursachten Schaden wiedergutzumachen habe. So hat Lightning widerwillig Zeit genug, die übrigen Dorfbewohner kennenzulernen.

Wie etwa die zwistigen Nachbarn VW Bully (Helmfried von Lüttichau), ein alter Hippie, der vergeblich versucht, seinen Bio-Sprit ans Auto zu bringen, weil seit der Eröffnung des Highways niemand mehr hier vorbeikommt, und Veteran Sarge (Ekkehardt Belle), ein patriotischer Army-Jeep aus dem zweiten Weltkrieg. Natürlich gibt es in dem winzigen Städtchen auch einige Geschäfte: So betreiben der Fiat 500 Luigi (Rick Kavanian) und dessen Freund, der Winz-Gabelstapler Guido, ein Schuhgeschäft namens "Casa Della Tires" und träumen davon, einmal einen Ferrari zu bereifen. Auch einen Souvenirladen gibt es, geleitet von Lizzie (Nadja Tiller), einer Ford-T-Dame fortgeschrittenen Alters, die vorwiegend Schilder mit "Route 66" führt. Oder der Bodyart-Shop von Lowrider Ramone (Gudo Hoegel), ein 1959er Chevrolet Impala, der sein bester und einziger Kunde ist.

Und im V-8-Café von dessen Frau Flo, einem kessen Showcar, treffen sich regelmäßig die Vierräder von Radiator Springs, um Benzin zu trinken und zu plaudern. Nachdem Lightning vergeblich versucht hat, aus diesem scheinbar gottverlassenen Ort wieder wegzukommen, merkt er allmählich, wie ihm die kauzigen Anwohner ans Herz wachsen. Er freundet sich mit dem uralten, rostigen Abschleppwagen Hook (Reinhard Brock) an, erfährt, dass Doc Hudson vor seinem schweren Unfall selbst mehrmals den Piston-Cup gewonnen hatte, und selbst Sally, der er eigentlich seinen unfreiwilligen Aufenthalt zu verdanken hat, kann er immer mehr abgewinnen...



Film-Inhalt  


Heiße Kurven auf schneller Geraden: Porsche-Dame Sally
Heiße Kurven auf schneller Geraden: Porsche-Dame Sally


  Film-Kritik


Fern, Schnell, Gut: Lightning McQueen mit Truck Mack
Fern, Schnell, Gut: Lightning McQueen mit Truck Mack

Man könnte meinen, Autos als Charaktere würden dem Film eine kalte Atmoshpäre geben. Doch mit sicherem Gespür haben die Pixar-Zeichner es geschafft, mit liebenswürdigen Eigenheiten den vielen Figuren menschliche Wärme zu verpassen. Diese sind ansprechend designt und werden flüssig und mit einer natürlich wirkenden Dynamik animiert.

Mit "Cars" hat das Pixar-Studio seinen hohen Qualitätsstandard noch einen Tick höher geschraubt. Das ist insbesondere an den grandios zu nennenden Landschaften zu erkennen, die mit ihrem Detailreichtum und Farbenspiel auch auf der großen Kinoleinwand einen äußerst realistischen und zugleich malerischen Eindruck hinterlassen. Woran es allerdings etwas mangelt, ist eine wirklich originelle Story. Den arroganten, aufstrebenden Städter, den es aufs Land verschlägt, wo er die Hinterwäldler am Ende liebgewinnt, gab es nämlich schon, und eine überzeugende Weiterentwicklung des Themas in einer durchgängigen Handlung wurde hier verabsäumt.

Stattdessen setzt man auf die Originalität der einzelnen Figuren und ihren Bezug zur realen Welt, und hier kann "Cars" punkten. Auch wenn die deutschen Stimmen bisweilen etwas hölzern wirken - auch in ihren Werbespots haben sich die Rennfahrer nicht gerade eloquent gezeigt, so bringen doch die witzigen Dialoge einigen Spaß. Damit ist hier zwar kein weiteres Meisterwerk der Pixar-Leute entstanden, ein kurzweiliges Vergnügen für die ganze Familie ist dies aber allemal.



Die Vielfalt der Figuren ist für einen Pixar-Film einzigartig: Mehr als 100 individuelle Charaktere geben dem Film Leben. Und stellen zugleich ein Kaleidoskop der Automobilgeschichte dar: Vom T-Modell, der "Tin Lizzie" aus dem Jahr 1923 bis zum 2005er Ferrari F430, den standesgemäß Michael Schumacher spricht - übrigens auch in der US-Version.

Und all diesen Modellen wurde versucht, ein ihrem automobilen Charakter entsprechendes menschliches Antlitz zu verpassen und eine ebensolche Seele einzuhauchen. Dabei wurde besonderen Wert auf Authentizität, aber auch individuelle Persönlichkeit der Figuren gelegt. Das Animationsteam war lange damit beschäftigt, nicht nur die äußere Gestaltung, sondern auch die spezifischen Bewegungen jeder einzelnen Figur, je nach Alter und Typ zu bestimmen. So liegen moderne Sportautos eher straff auf der Straße, während ältere Karossen aus den 1950ern gerne mal gemütlich schaukeln dürfen. Um den Autos menschliche Gesichter zu verleihen, war die Platzierung der Augen eine der wichtigsten Entscheidungen im Design.

So erklärt Produktionsdesigner Bob Pauley, verantwortlich für die Entwürfe der Autofiguren: "Von Beginn des Projekts an hatte sich John in den Kopf gesetzt, dass die Augen in der Windschutzscheibe zu finden sein sollten. Zum einen unterscheidet das unsere Figuren deutlich vom gemeinhin bekannten Ansatz, die Augen dort hinzuzeichnen, wo sich eigentlich die Abblendlichter befinden. Zum anderen fand er, dass man bei den Figuren an Schlangen denken müsse, wenn man die Augen in die Nähe des Mundes platzieren würde. Hat man die Augen aber auf der Windschutzscheibe, dann wirken die Autos menschlicher. Man hat den Eindruck, dass das ganze Auto in die Animation der Figur involviert ist."



Hintergrund  


Radiator Springs nach Lightnings Hetzjagd
Radiator Springs nach Lightnings Hetzjagd

  Aus den Produktionsnotizen


Freundschaftliche Bande: Lighning am Haken von Hook
Freundschaftliche Bande: Lighning am Haken von Hook

Um einen Film wie "Cars" zu machen, braucht man eine gehörige Portion Benzin im Blut. So wie Regisseur John Lasseter, bereits für die "Toy-Story-Reihe" verantwortlich, dessen Vater Geschäftsführer in einem Autohaus war, wo John mit 16 Jahren seinen ersten Teilzeitjob antrat. So lag es nahe, dass er seine Leidenschaften Autos und Animationen miteinander verband.

Als er mit Ehefrau Nancy und den Kindern über zwei Monate Urlaub im Wohnmobil gemacht hatte, verdichtete sich die Idee zu einer Story, die Lasseter schon länger im Kopf herumging. Zusammen mit Co-Regisseur und -Autor Joe Ranft ersannen sie die Figur des Lightning McQueen, der alles für seine professionelle Laufbahn tut und gezwungen wird, einen Gang zurückzuschalten, um das einfache Leben, Freundschaft und die Liebe erleben zu können.

Die ideale Kulisse für diese Geschichte sollte irgendwo an der legendären Route 66 liegen, die einstmals so wichtige Lebensader der USA, deren Bedeutung durch die effektivere Autobahn längst verloren gegangen ist. Die Crew begab sich auf eine Reise entlang dieser Straße und wurde von Historiker Michael Wallis den Menschen und Orten nähergebracht, die dem alten Highway ihren Charakter gaben. Hier erhielten die Zeichner die Eindrücke, die in den detailreichen Landschaften und Orten von "Cars" wiedergegeben werden.

"Bei unserem Recherche-Ausflug besuchten wir Cafés, Tante-Emma-Läden und Motels, die wir auf dem Weg entdeckten. Wir unterhielten uns mit Anhaltern, Kellnerinnen und Mechanikern. Wir lernten viele interessante Gestalten kennen. Wer ein echter Reisenarr ist und den alten Highway kennt, wird sehr zufrieden sein. Denn der Film wird einen an Orte und Menschen erinnern, wie man sie kennt, wenn man schon einmal die alte ´Mother Road´ entlanggefahren ist.", so der Regisseur.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Teaser-Poster► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Cars" in der Regie von John Lasseter liefen am 07.09.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Water
Drama, Kanada, Indien, 2005

Snakes on a Plane
Action, USA, 2006

Sehnsucht
Liebes-Drama, Deutschland, 2006

News from Home
Dokumentation, Israel, Belgien, Frankreich, 2006

Le Chiavi di Casa - Die Hausschlüssel
Familiendrama, Italien, Frankreich, Deutschland, 2004

Hedy Lamarr: Secrets of a Hollywood Star
Dokumentation, Kanada, Schweiz, Deutschland, 2006

Friends with Money
Tragikomödie, USA, 2006

Das G muss weg
Dokumentation, Deutschland, 2006

Confetti - Heirate lieber ungewöhnlich
Komödie, England, 2006

Ebenfalls im Kino 




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