Arie Posin wurde 1972 in Jerusalem geboren, nur wenige Wochen, nachdem seine Eltern vor den Kommunisten aus der Sowjetunion geflohen waren. Seine Vater ist der russische Filmemacher Misha Posin, ein Zeitgenosse von Andrej Tarkowski, der als Zionist wegen antikommunistischer Aktivitäten im Gefängnis gelandet war. Seine Jugend verbrachte Arie Posin im Nahen Osten, Europa und Nordamerika – nie blieb er lange an einem Ort.
Die Auswandererfamilie ließ sich schließlich in einem Vorort von Los Angeles nieder, wo Arie Posin auf Empfehlung von Billy Wilder die School of Cinema an der USC (University of Southern California) absolvierte. Posins Kurzfilm „Over My Dead Body“ wurde international wohlwollend aufgenommen und auf Festivals in Europa und Nordamerika aufgeführt, wo er eine Reihe von Preisen gewann, darunter den "Golden Quakie" beim Durango Film Festival und den Kurzilmpreis in Gold auf dem WorldFest - Houston International Film Festival.
Es mag wie ein Märchen klingen, ist aber tatsächlich wahr, dass Posin in jungen Jahren Freundschaft mit der Hollywood-Legende Billy Wilder schloss. „Mein Vater hatte ihn in Russland kennen gelernt. Als wir dann nach Kalifornien übersiedelten, nahm sein Manager Kontakt mit ihm auf“, berichtet Posin. „Ich saß also in meinem ersten Jahr in der Highschool, als mein Vater auftauchte, mich aus dem Unterricht zerrte und mir sagte, ich solle einen Anzug anziehen.
,Du wirst Billy Wilder treffen“, sagte er mir.“ Das war der Beginn einer unschätzbar wertvollen, Jahrzehnte andauernden Bekanntschaft, in der sich Wilder entweder als Mentor von Posin hervortat oder aber moserte: „Was ist heutzutage nur mit den ganzen jungen Leuten los? Alle wollen Filmemacher werden! Was ist so falsch daran, Buchhalter oder Doktor oder Anwalt werden zu wollen?“ Wenn es eine wichtige Lektion gibt, die Posin von Wilder, dem wunderbar zynischen Humanisten des amerikanischen Kinos, lernte, dann ist es, dass man seine Figuren niemals verurteilen darf.