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Close - Up Kurdistan

Deutschland, Türkei, Irak, 2007
Dokumentation, 104 Minuten

Originaltitel
Close - Up Kurdistan

Kino-Start
06.12.2007

Regie
Yüksel Yavuz

Close - Up Kurdistan - Kinoplakat
Eine der zentralen Fragen bei der Aufnahme der Türkei in die EU ist ihr Verhalten in der Kurdenproblematik. In seinem Dokumentarfilm "Close - Up Kurdistan" versucht der in Türkisch-Kurdistan geborene und aufgewachsene Filmemacher Yüksel Yavuz die Thematik von verschiedenen Seiten zu beleuchten.

Dies ist eine persönliche Aufbereitung der Problematik der Kurden in der Türkei, die Filmemacher Yüksel Yavuz mit seinen eigenen Erlebnissen als kurdischer Auswanderer verknüpft. Ausgangspunkt seiner Reise ist seine heutige Heimat Hamburg, nach einem Abstecher in Stockholm begibt sich das Filmteam in die Türkei und gelangt schließlich in den Irak, wo sich das kurdische Flüchtlingslager Maxmur befindet. Türkische Schauplätze sind Istanbul und Ankara, kleinere Dörfer und auf dem Weg Richtung Osten auch Diyarbakir in Südanatolien.

Yavuz benutzt die Gelegenheit, seine Eltern zu besuchen, spricht mit Freunden und Verwandten und interviewt Menschen, die sich mit der kurdischen Problematik auseinandersetzen oder selbst von ihr betroffen sind.

Zu ihnen gehört der Wissenschaftler Dr. Ismail Besikci, der nach seinem Studium Militärdienst im kurdischen Teil der Türkei absolvieren musste und so auf dieses Thema aufmerksam wurde, was er fortan in seiner wissenschaftlichen Laufbahn als Soziologe in den Mittelpunkt stellt. Seine zahlreichen Veröffentlichungen brachten ihm insgesamt 17 Jahre Knast ein.

Zu Wort kommen auch frühere kurdische Rebellen, die sich dem Guerillakrieg gegen die Unterdrückung durch den türkischen Staat angeschlossen haten. Desweiteren beschäftigt sich der Film mit dem früheren PKK-Kämpfer Abdülkadir Aygan, der die Seiten gewechselt hatte und für den türkischen Geheimdienst JITEM tätig war. Er war an der Aufklärung von Morden an kurdische Oppositioinelle beteiligt.

Weitere Protagonisten sind ein Ex-Soldat, der im kurdischen Kriegsgebiet eingesetzt war, eine Frau, die hofft, eines Tages aus dem irakischen Flüchtlingslager wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können, sowie der Gymnasiallehrer Orhan Miroglu. Der hat sechs Jahre im berüchtigten Militärgefängnis von Diyarbakir hinter sich und wurde beim Attentat auf den kurdischen Schriftsteller Musa Anter selbst schwer verletzt. Im Buch "Dijwar" hat er über seine Erlebnisse berichtet.



Film-Inhalt  


Symbol der nationalen Stärke der Türkei
Symbol der nationalen Stärke der Türkei


  Hintergrund


Alltägliches Bild: Kurdische Flüchtlinge
Alltägliches Bild: Kurdische Flüchtlinge

Nach der Wandlung des Ostmanischen Reiches in die säkulare Republik Türkei durch Atatürk wurden die ethnischen und religiösen Minderheiten des Landes unterdrückt. Besonderes Augenmerk des Staates richtete sich gegen die mit rund einem Viertel der Bevölkerung größte dieser Gruppen, die Kurden.

Die reagierten mit Aufständen, die sämtlich mit rigorosen Niederschlagungen durch das türkische Militär ihr Ende fanden. Im Jahr 1978 entstand die kurdische Arbeiterpartei PKK, die 1984 den bewaffneten Kampf aufnahm, der einen eigenständigen kurdischen Staat zum Ziel hatte. Der Staat antwortete mit Massenverhaftungen, Verschleppung, Folter und Mord.

Mit der Verhaftung des PKK-Führers Abdullah Öcalan kam deren militärischer Kampf weitestgehend zum Erliegen. Die Einsätze des Militärs in den kurdischen Gebieten der Türkei dauerten jedoch an. Mit der Stärkung der Föderativen Kurdischen Regionalverwaltung im Irak nach dessen Besetzung flammte Hoffnung auf einen unabhängigen Staat auch bei den Kurden in der Türkei auf.



Yüksel Yavuz wurde am 1. Februar 1964 in Karakocan geboren, einem Landkreis in der osttürkischen Provinz Elazig. Nach dem Besuch einer türkischen Internatschule siedelte er 1980 im Zuge einer Familienzusammenführung in die Bundesrepulik Deutschland über.

Hier absolvierte eine Eingliederungsmaßnahme und studierte nach verschiedenen Gelegenheitjobs Volkswirtschaft und Soziologie an der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg. Nach dem Abschluss schrieb Yavuz sich 1992 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg ein, wo er 1997 im Fach Visuelle Kommunikation diplomierte.

1994 drehte Yüksel Yavuz seinen ersten Kurzfilm "100 und eine Mark", es folgt seine erste Dokumentation "Mein Vater, der Gastarbeiter". Mit dem Drama "Aprilkinder" konnte er unter anderem den Publikumspreis beim Max-Ophüls-Festival erzielen. "Kleine Freiheit" von 2003 über eine Freundschaft zweier illegaler Ausländer in Hamburg war ebenfalls auf einigen Festival erfolgreich und erhielt von amnesty international den Menschenrechtspreis für den besten Spielfilm.



Kurzinfo Yüksel Yavuz  


Im wilden Kurdistan
Im wilden Kurdistan
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Close - Up Kurdistan" in der Regie von Yüksel Yavuz liefen am 06.12.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Prater
Dokumentation, Österreich, 2007

Mr. Magoriums Wunderladen
Familien-Komödie, USA, 2007

Mein bester Freund
Komödie, Frankreich, 2006

Für den unbekannten Hund
Drama, Deutschland, 2007

Der goldene Kompass
Fantasy-Abenteuer, England, USA, 2007

Das Sichtbare und das Unsichtbare
Drama, Deutschland, 2007

An ihrer Seite
Liebesdrama, Kanada, 2006



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