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Congo River

Belgien, Frankreich, Finnland, 2005
Dokumentation, 116 Minuten, FSK: 6

Originaltitel
Congo river, au-delà des ténèbres

Kino-Start
14.12.2006

Regie
Thierry Michel

Congo River - Kinoplakat
"Ich wollte Afrika in den Tiefen seiner Kulturen und Traditionen zeigen, in seiner Zeitlosigkeit und Allgemeingültigkeit, weil es jenseits der Finsternis und tragischen Geschichte Leben und Frohsinn gibt, Feiern, Singen und Tanzen. Die Reise entlang dieses majestätischen Flusses ist auch ein persönlicher Weg." So sagt Thierry Michel, den sein Weg bereits in früheren Filmen in den schwarzen Kontinent geführt hat.

Thierry Michel begibt sich auf die Spuren von Forschern und Kolonialisten wie David Livingstone und Sir Henry Morton Stanley, flussaufwärts im größten Flussbecken der Erde, von der Mündung bis zur Quelle. Entlang der 4371 Kilometer des Kongo besucht er Orte, die die turbulente Geschichte dieses Landes widerspiegeln.

Eine Geschichte, die auch von Führern wie Mobutu, dem König von Zaire, und Lumumba, dem ersten Ministerpräsident des Kongo, geprägt war. Diese Reise ins Herz von Afrika, jenseits der Schatten von Krieg und Tragödien, ist eine Hymne an das Leben, wie die unzähmbare, undurchdringliche Vegetation, die das Ufer des Kongo säumt.

Während der verschiedenen Etappen der Fahrt auf rostigen, mit Mensch und Vieh überladenen Barkassen, erzählt die Kamera über das Leben von Fischern, Kaufleuten, Soldaten und Rebellen. Menschen, für die der Fluss Lebensraum und Lebensader zugleich darstellt, wo andere Infrastruktur längst in desolatem Zustand ist, auch wenn die Crew beim Umgehen einer Stromschnelle auf Arbeiter trifft, die mit primitiven Mitteln ein Teilstück der in der Kolonialzeit errichteten Eisenbahnstrecke wiederherstellen.

Letzlich ist diese Flussfahrt auch eine Wiederbegegnung des Filmemachers mit seiner Vergangenheit. Mit dem früheren Zaire, über das er fünf Filme gedreht hatte. Er zeigt Licht- und Schattenseiten der Entwicklung im Kongo entlang dieses majestätischen Flusses.



Film-Inhalt  




  Gedanken des Regisseurs


"Congo River" ist die Fortsetzung anderer Filme, die ich in Afrika gemacht habe, teilweise im Kongo. Ich habe acht afrikanische Filme in etwas über einem Jahrzehnt gedreht, fünf davon in Kongo bzw. Zaire. In diesen anderen Filmen habe ich bestimmte Abschnitte der neueren Geschichte eingefangen. Mit "Mobutu, roi du Zaïre" versuchte ich über eine symbolische Figur vierzig Jahre in der Geschichte des Afrika nach der Unabhängigkeit zurückzublicken.

Mit "Congo River" wollte ich noch weiter gehen, jenseits einer Welt, die ich bereits gut kannte - die urbane Welt der großen konkolesischen Städte Kinshasa, Kisangani und Lumumbashi. Durch diese Art einleitender Reise zur Quelle des Flusses wollte ich Afrika in seiner Zeitlosigkeit und der Rückkehr zu seinen Ursprüngen entdecken, aber auch in den Wendungen seiner Geschichte, weil ein Fluss immer Zeuge der Geschichte ist. Überall auf der Welt wurden Zivilisationen entlang von Flüssen und Seen gegründet - wie am Nil, am Tigris, Euphrat usw.

Dieser große Fluss - einer der größten auf der Welt - hat eine sehr filmischen Aspekt von Schönheit und Würde. Darüber hinaus gibt es die historische Dimension mit deren Spuren am Fluss. Es ist die Entdeckung und die Reise ebenso wie die Begegnung mit einem Volk, das von diesem Fluss an seinen Ufern lebt. Ich wollte diese lange, mehrere Monate dauernde Reise durch Afrika unternehmen, eine geographische Reise, die den Spuren der großen Entdecker Stanley und Livingstone folgt, aber auch von Conrad, der den großartigen Roman "The Heard of Darkness" schrieb.

Der Fluss ist außerdem die Erinnerung der Geschichte. Ich durchquerte ein Land, das keine anderen Wege mehr hat. Der Fluss und sein Rhythmus zwang mich über die Unmittelbarkeit der eigenen Erfahrungen hinauszugehen, mir Zeit zu nehmen an einem erhabenen Ort, auf der Suche nach mir selbst natürlich, weil jeder Film immer ein Anstoß und jede Reise eine Prüfung ist. Außerdem wollte ich Anderen im Herzen von Afrika begegnen. Ich wollte verstehen, wie dieser vergessene Kontinent, der einem völligen Desaster und allen Arten von Tragödien ausgesetzt war - Sklavenhandel, kolonialistische Fremdherrschaft, Unabhängigkeitskämpfe, Kriege und Diktatoren - nun anfängt, sich selbst aus seinen Trümmern wiederherzustellen.



Um einen Film über den Fluss eines Landes und eines Kontinents zu drehen, der eben dabei ist, sich von blutigen Konflikten zu erholen, und der immer noch in der Hand von örtlichen Kriegsherren und Rebellengruppen ist, bringt viele Schwierigkeiten mit sich, für die Sicherheit der Crew ebenso wie für die Organisation der Reise.

Die Logistik war sehr kompliziert: Wir mussten den Fluss mit allen denkbaren Mitteln des Wasser- und Landtransportes befahren: Große und kleine Boote, Hausboote und Kanus, aber ebenso Geländewagen, Motorräder und sogar Fahrräder an den passenden Strecken des Flusses. Dazu kommen Doppeldecker und Hubschrauber, die nötig waren, um die Übersichtsaufnahmen der majestätischen Landschaften dieses Flusses zu machen, insbesondere seine zahllosen Stromschnellen und Wasserfälle. Allerdings bevorzugten wir, wenn immer möglich, die vor Ort üblichen Transportmittel, um das Leben mit den Menschen des Kongo zu teilen.

Es war notwendig, zu jeder Zeit das belichtete Filmmaterial und die technische Ausrüstung in Sicherheit zu halten. Wir brauchten logistische Stützpunkte in den größeren Städten entlang des Flusses und hatten immer einen Ersatzplan für den Fall von technischen oder gesundheitlichen Problemen. Während dieser Reise wollten wir ebenfalls vermeiden, von Sicherheitskräften begleitet zu werden, die uns sicher beschützt hätten, andererseits aber auch den Bewegungsspielraum hinsichtlich unserer Kontakte mit den Bürgern und verschiedenen ethnischen Gruppen eingeschränkt hätten.

Diese Filmreise erforderte auf spezielle Weise zahlreiche Genehmigungen und Stempel. Wir hatten außerdem ständig mit den unterschiedlichen Behörden zu verhandeln, mit Polizei und Militärs ebenso wie mit der Gesamtheit der Sicherheitskräfte nicht nur in den Regierungsbezirken, sondern auch in den Rebellengebieten. Schließlich waren wir noch auf die Hilfe der Menschen vor Ort angewiesen, von Provinz zu Provinz und von Stamm zu Stamm, die die Sprachen und Dialekte ihrer Region sprachen und mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut waren.



Über die Filmarbeiten  


► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Congo River" in der Regie von Thierry Michel liefen am 14.12.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Shinobi - Heart under Blade
Action, Japan, 2005

Peer Gynt
Drama, Deutschland, 2006

Oh je, Du Fröhliche!
Tragikomödie, USA, 2006

Mondscheinkinder
Drama, Deutschland, 2006

Liebe braucht keine Ferien
Liebeskomödie, USA, 2006

Eragon - Das Vermächtnis der Drachenreiter
Fantasy-Abenteuer, USA, 2006

Enzo Ferrari - Die Geschichte einer Legende
Drama, Italien, 2003

Apocalypto
Thriller-Drama, USA, 2006

American Hardcore
Musik-Dokumentation, USA, 2006



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