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Das Parfüm - Die Geschichte eines Mörders

Deutschland, Spanien, 2006
Drama, 147 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
Das Parfüm - Die Geschichte eines Mörders

Kino-Start
14.09.2006

Regie
Tom Tykwer

Darsteller
Ben Whishaw (Jean-Baptiste Grenouille), Dustin Hoffman (Guiseppe Baldini), Alan Rickman (Antoine), Rachel Hurd-Wood (Laure Richis), Anna Diogene (Madame Tallien), Carlos Gramaje (Polizei Leutnant), Corinna Harfouch (Madame Arnulfi)
Das Parfüm - Die Geschichte eines Mörders - Kinoplakat
Filme wie "Im Namen der Rose" (1986), "Der Schuh des Manitu" (2001) oder auch "Der Untergang" (2004) machten Bernd Eichinger zu dem mit Abstand erfolgreichsten deutschen Film-Produzenten. Tom Tykwer ("Lola Rennt") gilt als einer der besten deutschen Regisseure, und Patrick Süskinds Roman "Das Parfüm" ist der bestverkaufte deutschsprachige Roman seit 80 Jahren. Was also, wenn nicht einen Blockbuster, darf man von dieser Roman-Verfilmung erwarten?!

Der uneheliche Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw) wird im Jahre 1748 auf dem Pariser Fischmarkt geboren. Seine Mutter (Birgit Minichmayr) versucht vergeblich, das ungewollte Kind im Abfall zu verstecken. Sie wird festgenommen, verurteilt und wegen versuchten Kindesmordes hingerichtet. Jean-Baptiste wächst im Waisenhaus von Madame Gaillard (Sian Thomas) auf.

Im Alter von 13 Jahren beginnt Grenouille in einer Gerberei zu arbeiten. Die Tätigkeit unter seinem wenig rücksichtsvollen Chef Grimal (Sam Douglas) ist hart und gefährlich, aber dennoch entwickelt sich Grenouille zu einem kräftigen jungen Mann. Er entwickelt romantische Gefühle für ein schönes Mirabellen-Mädchen (Karoline Herfurth). Nachdem er jahrelang nur den Gestank der Gerberei gerochen hatte, ist es insbesondere ihr Duft, der es Jean-Baptiste angetan hat. In einem unglücklichen Moment verkennt sie seine Absichten, will schreiend weglaufen, er will sie zurückhalten und erstickt sie dabei...

Grenouille ist jedoch weniger über Tod des Mädchens entsetzt als über den Verlust ihres Duftes. Er verlässt die Gerberei und geht bei dem Parfumeur Baldini (Dustin Hoffman) in die Lehre. Dort lernt er Düfte von Pflanzen und Früchten zu konservieren, muss aber auch erfahren, dass Baldini kein Verfahren zur Destillerung von Essenzen für Düfte von Menschen und Tieren kennt. Aber - so erfährt er - eine Madame Arnulfi (Corinna Harfouch) in der provencalischen Parfüm-Stadt Grasse soll eine solche Methode beherrschen.

Grenouille macht sich auf den Weg nach Grasse und lernt auf der Reise die schöne Kaufmannstochter Laura (Rachel Hurd-Wood) kennen, deren Duft ihn an das Mirabellen-Mädchen erinnert. Und er muss erkennen, dass er selbst nach gar nichts riecht. Er - Grenouille -, der einen so feinen Geruchtssinn hat, hat selbst keinen eignen Duft. Entsetzt über diese Tatsache beschließt Grenouille, sein eigenes, unwiderstehliches Parfüm zu kreieren...

Während Grenouille in Grass von Madame Arnulfi die Kunst der Enfleurage lernt, kommt es in der Gegend zu einer Serie von Morden an jungen, hübschen Mädchen. Lauras Vater, der Kaufmann Richis (Alan Rickman), ist der einzige, der ahnt, wer der wahre Täter ist. Er flieht mit seiner Tochter aus der Stadt, aber Grenouille folgt ihrem Duft und tötet schließlich auch sie. Ihr Geruch war der letzte, der ihm zur Vollendung seines unwiderstehlichen Parfüms noch fehlte.

Grenouille wird überführt, verurteilt und zurück nach Grasse gebracht, wo er hingerichtet werden soll. Aber noch hat Grenouille sein Parfüm bei sich, von dem keiner - auch er nicht - weiß, welche Macht in ihm steckt...



Film-Inhalt  


Augen- und Nasenweide: Die schöne Laura (Rachel Hurd-Wood)
Augen- und Nasenweide: Die schöne Laura (Rachel Hurd-Wood)


  Film-Kritik


Baldini (Dustin Hoffman, links) weiht seinen Schützling Grenouille (Ben Whishaw) in die Geheimnisse der Parfumherstellung ein.
Baldini (Dustin Hoffman, links) weiht seinen Schützling Grenouille (Ben Whishaw) in die Geheimnisse der Parfumherstellung ein.

Naturgemäß ist ein so komplexer und detailreicher Roman wie der von Patrick Süßkind nur mit einschneidenden Kürzungen und Vereinfachungen für die Leinwand zu adaptieren. Dass dies hier gelungen ist, ist zu einem großen Teil der instinktsicheren Inszenierung von Tom Tykwer zu verdanken, der mit Hilfe der großartigen Kameraarbeit von Frank Griebe eine berauschende Atmosphäre schafft, in der sich dem Zuschauer Faszination und Abscheu fühlbar vermitteln.

Die im Buch minuziös beschriebenen Düfte werden duch ausgeklügelte Kameraeinstellungen und den sorgfältig arrangierten Soundtrack substituiert, und die weitgehend perfekt besetzten Schauspieler vermitteln ihre Charaktere überzeugend und glaubwürdig. Insbesondere Dustin Hofmann als Grenouilles Lehrmeister verleiht seiner Figur eine ironisch subtil ausgefeilte Tiefe und ist zweifellos eines der Highlights von "Das Parfüm".

Zwei Kritikpunkte sind vermutlich einer verträglicheren Publikumstauglichkeit geschuldet: Die Hauptfigur trägt im Roman ihren Namen "Grenouille" ("Frosch") zu Recht, wo sie als ausgesprochen abstoßen und hässlich beschrieben wird, während Eichinger sich für den deutlich gefälliger aussehenden, nichtsdestotrotz künstlerisch überzeugenden Ben Whishaw entschiedenen hat.

Desweiteren wurde die recht drastisch geschilderte Massenorgie des Hinrichtungspublikums in ein familientaugliches Streichel- und Knutschfest abgemildert. Dass kann aber dem unvoreingenommenen Betrachter den Gesamteindruck eines fesselnden und visuell beeindruckenden Filmerlebnisses nicht verderben.



Der Kriminalroman um den genialen aber todbringenden Parfumeurs Jean-Baptiste Grenouille wurde von Patrick Süskind - Jahrgang 1949 - im Jahre 1985 veröffentlicht, zwischenzeitlich in 42 Sprachen übersetzt und weltweit in über 15 Millionen Exemplaren verkauft. Damit ist "Das Parfüm" der erfolgreichste deutschsprachige Roman seit Erich Maria Remarques "Im Westen nicht Neues" von 1927.

Der Roman "Das Parfüm" hielt sich 15 Wochen auf Platz 1 der "Spiegel"-Bestsellerliste und 449 Wochen auf der "Buchreport"-Bestsellerliste. Die Filmrechte wurden 2001 von Bernd Eichinger nach jahrelangen, zähen Verhandlungen mit dem als äußerst medienscheu geltenden Schriftsteller gekauft. Mit rund 50 Millionen Euro ist der Film die bislang teuerste Produktion aus Deutschland.



Hintergrund  


Will den ultimativen Duft erschaffen: Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw).
Will den ultimativen Duft erschaffen: Jean-Baptiste Grenouille (Ben Whishaw).

  Info: Enfleurage, Mazeration


Parfumeur Baldini (Dustin Hoffman) in seinem Element.
Parfumeur Baldini (Dustin Hoffman) in seinem Element.

Mit Enfleurage bezeichnet man die Kunst, Duftstoffe aus Pflanzenblüten zu gewinnen. Ziel ist die Gewinnung der in der Pflanze enthaltenen ätherischen Öle in einer konzentrierten Alkohol-Lösung.

Bei der sog. "Enfleurage à froid" ("kalte" Enfleurage) werden über mehrere Monate täglich frische Blüten auf mit geruchlosem Fett - z.B. Schweine- oder Rinderschmalz - bestrichene Platten gestreut und die in das Fett übergangene Öle schließlich mit Alkohol ausgewaschen. Diese Verfahren ist aufwendig, langwierig und entsprechend teuer.

Bei der sog. "Enfleurage à chaud" ("heiße" Enfleurage) oder auch "Mazeration" werden frische Blüten mit auf 60 Grad Celsius erhitztem Fett vermengt, nach einiger Zeit abgefischt und durch neue Blüten ersetzt, bis das Fett hinreichend Geruchsstoffe angenommen hat, die dann wiederum mit Alkohol ausgewaschen werden.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie► Wallpaper

Zeitgleich mit dem Film "Das Parfüm - Die Geschichte eines Mörders" in der Regie von Tom Tykwer liefen am 14.09.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Houwelandt - ein Roman entsteht
Dokumentation, Deutschland, 2005

Drum Bun - Gute Reise
Komödie, Ungarn, Deutschland, Schweiz, 2004

Die Erde von oben
Dokumentation, Frankreich, 2004

Ebenfalls im Kino 




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