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Das wahre Leben

Deutschland, Schweiz, 2007
Tragikomödie, 103 Minuten

Originaltitel
Bummm!

Kino-Start
08.03.2007

Regie
Alain Gsponer

Darsteller
Katja Riemann (Sybille Spatz), Ulrich Noethen (Roland Spatz), Hannah Herzsprung (Florina Krüger), Joseph Mattes (Linus Spatz), Volker Bruch (Charles Spatz), Alexander Thorsten Held (Happy Krüger), Juliane Köhler (Kätzchen Krüger), Martin Feifel (Hannes), Timo Dierkes (Stefan Kowalski)
Das wahre Leben - Kinoplakat
In "Das wahre Leben" geht Regisseur Alain Gsponer - gesponsort sowohl von der Bayrischen als auch von der Baden-Württembergischen Filmförderung - der Frage nach, wie sich wohl eine gutbürgerliche, "normale" Durchschnittsfamilie entwickeln wird, wenn das elanvolle Familienoberhaupt von heute auf morgen in die Arbeitslosigkeit fällt. Mit Ulrich Noethen und Katja Riemann sind die Hauptrollen ebenso prominent besetzt wie auch die Nebenrollen mit Joseph Mattes und Hannah Herzsprung.

Der dreifache Familienvater Roland Spatz (Ulrich Noethen) arbeitet im mittleren Management eines Großkonzerns. Seine tägliche Arbeitszeit von 14 Stunden erlaubt es ihm kaum mehr, seine Familie bei Tageslicht zu sehen.

Seine Ehefrau Sybille (Katja Riemann) nimmt die Arbeitswut ihres Gatten hin und flüchtet sich in ihre Arbeit als Galeristin, während die beiden Söhne der Familie ihre eigenen Wege gehen: Der 19-jährige Charles (Volker Bruch) outet sich ausgerechnet bei der Bundeswehr als schwul, während der 15-jährige Linus (Joseph Mattes) in seinem Kinderzimmer kleine Bomben bastelt, mit denen er kitschige Skulpturen in den Gärten der Nachbarn in die Luft sprengt.

Das alles gerät ins Wanken, als Roland seinen Posten im Risikomanagement verliert. Fortan muss er taten- und lustlos zuhause herumsitzen, was ihm - der gewohnt ist, die Dinge in die Hand zu nehmen - nicht eben leicht fällt.

Der ausgebremste Macher schlittert voller Elan unaufhaltsam in eine Krise, die ihn nicht nur mit seinen Söhnen entzweit, sondern auch seine Ehe zutiefst erschüttert...



Film-Inhalt  


Josef Mattes als Linus Spatz
Josef Mattes als Linus Spatz


  Interview im dem Regisseur


Morgens ist die Welt noch in Ordnung
Morgens ist die Welt noch in Ordnung

Wie kamen Sie dazu, Katja Riemann für die Rolle der Mutter zu besetzen? Ist das nicht ein ganz anderer Typus im Vergleich zu ihren sonstigen Rollen?

Katja Riemann war Ende 2003 ein Vorschlag von unserer Casterin Simone Bär. Zu meiner Schande kannte ich nicht alle Filme von ihr, was ich größtenteils nachgeholt habe. Dabei habe ich gemerkt, dass in den verschiedenen Filmen Elemente von der Figur auftauchen, die ich gesucht habe. Katja fand das Drehbuch sehr gut und deswegen habe ich gleich bei unserem ersten Treffen vorsichtig angesprochen, dass ich nicht nur eine spezielle Figur mit ihr erarbeiten möchte, sondern auch den Wunsch habe, sie optisch zu verändern. Zu meiner Überraschung stieß das sehr offene Ohren und sie machte gleich verschiedene Vorschläge. Ich wollte zuerst nur die Haarfarbe ändern, sie zeigte mir dann gleich ein Bild, wo sie braune Kontaktlinsen trug. Diese optischen Überlegungen führten dazu, dass wir auf einer ganz anderen Ebene intensiver über ihre Figur sprechen mussten. Was passiert, wenn die Haare ganz schwarz sind usw.. Dazu kam die Entscheidung Uli Noethen als ihren Ehemann zu besetzen. Nun hatte ich ein Paar, dass das deutsche Kino schon kennt, vor allem aus den erfolgreichen Bibi Blocksberg Filmen.

In dem Film gibt es viele dramatische Momente. Wie haben Sie die Schauspieler auf die Situationen vorbereitet?

Mit jedem Schauspieler mache ich lange vor Drehbeginn Rollengespräche, bei denen die kritischen Szenen des Drehbuches besprochen werden. Dadurch erfahre ich auch viel über den Schauspieler und seine Ängste. Teilweise sind Ängste gut, die kann ich als Regisseur benutzen, um ein wahrhaftiges Spiel zu erreichen, aber häufig muss ich diese Ängste abbauen. Bei den jüngeren Schauspielern habe ich das durch aus Amerika bekannte Übungen geschafft. Bei erfahrenen Schauspielern schaffe ich das nur, wenn sie Vertrauen gewinnen und erkennen, dass ich gut vorbereitet bin. Aber ein wichtiges Element, mit dem ich das Ensemble auf den Film vorbereite, ist das psychotherapeutische Verfahren der Familienaufstellung. Intuitiv stellt ein Schauspieler in seiner Rollen die Familienmitglieder im Raum auf, aufgrund der sich nun entwickelnden Dynamik zwischen den Figuren und nach einer Zeit der Sammlung ist es möglich, so zu fühlen wie die dargestellte Figur. Dadurch kann man die emotionalen Knackpunkte des Drehbuches direkt und nicht verkopft angehen.

Wie lief die Kommunikation zwischen Ihnen und den Schauspielern ab? Geben Sie ihnen freie Hand oder besprechen Sie jede Szene ganz genau?

Vertrauen ist das wichtigste Gut eines Regisseurs. Und da ich jung bin, braucht man mehr Energie und Überzeugungskraft dies zu erreichen, vor allem da ich in der Schweiz aufgewachsen bin und ab und zu ein helvetisches Wort fällt, das zu Verwirrung führen kann. Nach dem ich es geschafft habe, dass sie mir vertrauen, war die Kommunikation sehr gut. Bei fast allen Schauspielern trat dieser Moment vor den Dreharbeiten ein, ein paar wenige brauchten ein oder zwei Drehtage.



► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Das wahre Leben" in der Regie von Alain Gsponer liefen am 08.03.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Zum Abschied Mozart
Dokumentation, Schweiz, 2006

Strajk - Die Heldin von Danzig
Drama, Deutschland, Polen, 2006

Rennschwein Rudi Rüssel 2
Familienkomödie, Deutschland, 2007

Pathfinder - Fährte des Kriegers
Action, USA, 2007

Norbit
Romantik-Komödie, USA, 2007

Mitten ins Herz - Ein Song für Dich
Liebeskomödie, USA, 2007

Close to Home
Drama, Israel, 2005

Bobby
Drama, USA, 2006

Ebenfalls im Kino 




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