Am 13. Juni 1986 wird ein Mann aus einem See im Randbezirk von Ost-Berlin gezogen. Er stellt sich als der amerikanische Sänger und Schauspieler Dean Reed heraus, einer der rätselhaftesten Legenden der weltweiten Popkultur während des Kalten Krieges.
Mit Archivaufnahmen und Liveinterviews, untermalt von vielen der Songs Dean Reeds, erstellt der Dokumentarfilmer Leopold Grün ein Porträt eines Rebellen, der einen einzigartigen Weg in seinem Leben eingeschlagen hat und eine vielversprechende Karriere seinen ganz eigenen Weltanschauungen geopfert hat.
So äußert sich die Schriftstellerin Isabel Allende Bussi, Tochter des früheren chilenischen Präsidenten Salvador Allende. Sie war selbst auf der Seite der Sozialisten politisch aktiv und traf auf Reed, der in Südamerika seine größten Erfolge als Sänger feierte. Sie berichtet, wie er vor der amerikanischen Botschaft in Santiago den Sternenbanner symbolisch reinwusch, und welche enorme Wirkung er dabei sowohl bei seinen Fans wie auch bei der politischen Führung erzielte.
Armin Mueller-Stahl, der 1973, zum Zeitpunkt der Übersiedlung von Dean Reed in die DDR, dort selbst ein gefeierter Schauspielstar war, erinnert sich an seine Eindrücke: "Der hätte in Amerika die große Chance, ein großer Star geworden zu sein. Was unterscheidet ihn denn von Brad Pitt oder Tom Cruise?"
Wiebke Reed, Englischlehrerin und die mittlere der drei Ehefrauen des Protagonisten, erzählt von seinen Erfolgen auf der Bühne: "Am Ende nach so einem Konzert hat er sie alle gehabt, immer. Er sagte 'I get them all'". Der Zuschauer sieht Dean aber auch ganz privat mit der Gitarre vor Jassir Arafat musizieren oder bei seinen Triumphzügen durch die Massen, er sieht, wie er während einer Demo verhaftet wird, aber auch Ausschnitte aus einigen der Western, in denen er mitspielte.
Regisseur Celino Bleiweiß schildert die Zusammenarbeit im Gemeinsamen DEFA-Film, in dem Reed die Titelrolle in "Aus dem Leben eines Taugenichts" spielte. DDR-Chefjugendverführer Egon Krenz beschreibt, wie er die Popularität des Neubürgers für die propagandistischen Zwecke in seiner Position als erster Sekretär des Zentralrates der FDJ ausnutzte.