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Der Traum

Dänemark, 2006
Drama, 105 Minuten

Originaltitel
Drømmen

Kino-Start
24.05.2007

Regie
Niels Arden Oplev

Darsteller
Janus Dissing Rathke (Frits), Bent Mejding (Lindum Svendsen), Anders W. Berthelsen (Freddie Svale), Jens Jørn Spottag (Peder), Anne-Grethe Bjarup Riis (Stine), Peter Hesse Overgaard (Erling), Sarah Juel Werner (Iben), Elin Reimer (Großmutter), Gyrd Løfqvist (Großvater), Karen Skov Petersen (Ellen), Annie Roed Frederiksen (Hanne), Lasse Borg (Søren), Daniel Ørum (Troels), Joy-Maria Frederiksen (Ibens Mutter), Kurt Ravn (Arzt), Steen Stig Lommer (Olsen), Stig Hoffmeyer (Pastor Finsen)
Der Traum - Kinoplakat
"Ich habe einen Traum" (I Have a Dream) ist der Titel einer berühmten Rede von Martin Luther King. Die Menschenrechte im Kleinen will ein 13-jähriger in dem Familienfilm "Der Traum" durchsetzen, der sich im Dänemark der späten 1960er Jahre den amerikanischen Bürgerrechtler zum Vorbild nimmt.

Dänemark, im Sommer 1969: Frits Johansen (Janus Dissing Rathke) ist 13 Jahre alt und lebt zusammen mit seiner Familie auf einer Insel in der Ostsee. Sein Vater Peder (Jens Jørn Spottag) bewirtschaftet einen Bauernhof, und Mutter Stine (Anne-Grethe Bjarup Riis) betätigt sich als Krankenschwester an der Schule. Er und seine zwei jüngeren Schwestern, Ellen (Karen Skov Petersen) und (Annie Roed Frederiksen) werden von ihren Eltern freiheitlich erzogen und von ihren Großeltern (Gyrd Løfqvist, Elin Reimer) ebenfalls zu eigenständigem Denken ermutigt.

Im neuen Schuljahr kommt Frits an eine Schule, in der Rektor Lindum Svendsen (Bent Mejding) ein strenges Regiment führt. Der neue Klassenlehrer ist noch von der "alten Schule" und setzt auf die Erziehungsmethoden, mit denen er selbst früher an Zucht und Ordnung gewöhnt wurde. So geraten er und der eigenwilligeFrits bald aneinander.

Ganz anders ist ein weiterer Neuling an der Schule: Freddie Svale (Anders W. Berthelsen) kommt frisch von der Universität in Kopenhagen und wird in Frits´ Klasse Lehrer für Dänisch und Musik. Mit seinen modernen pädagogischen Vorstellungen und langen Haaren unterscheidet er sich deutlich von seinen Kollegen.

Bei seinen Mitschülern gilt Frits als Außenseiter und wird Opfer manchen Streiches. Begeistert verfolgt er im neuen Fernsehgerät das Wirken des amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King und ist entsetzt über das Attentat auf ihn. Der Junge beschäftigt sich mit der eigenen Geschichte und den Verstrickung Dänemarks in den Sklavenhandel.

Außerdem hat er ein Auge auf seine Klassenkameradin Iben (Sarah Juel Werner) geworfen, Tochter von Leiter der Schulbehörte Erling (Peter Hesse Overgaard). Als sie Frits in die Mädchenumkleide lockt, wird er dabei erwischt und von Svendsen derart heftig am Ohr gezogen, dass es blutet. Mit der Unterstützung seiner Eltern und Freddies begehrt der Misshandelte auf, doch der Rektor wehrt sich, indem er Stine feuert und Frits zu den lernbehinderten Kindern steckt.

Doch der Junge lässt sich nicht unterkriegen und begehrt auf. Er nennt sich nun selbst Martin nach seinem Vorbild und erhält immer mehr Unterstützung in seinem Kampf um Gerechtigkeit...



Film-Inhalt  


Rock 'n' Roll: Frits (Janus Dissing Rathke) mit Lehrer Freddie Svale (Anders W. Berthelsen)
Rock 'n' Roll: Frits (Janus Dissing Rathke) mit Lehrer Freddie Svale (Anders W. Berthelsen)


  Hintergrund


Zarte Bande: Frits und Iben (Sarah Juel Werner)
Zarte Bande: Frits und Iben (Sarah Juel Werner)

Martin Luther King ist eine Symbolfigur im Kampf gegen die Diskriminierung Schwarzer in den USA. Am 15. Januar 1929 in Atlanta, Georgia geboren, half er nach der Schulzeit seinem Vater, einem Prediger an der Baptistenkirche. Während seiner Zeit am College erkannte King seine Begabung für das Reden und studierte Theologie. Nach seinem Abschluss an der Universität promovierte er 1955 in Philosophie und nahm er eine Stelle als Pastor in Montgomery, Alabama.

In dieser zu rund einem Drittel von Schwarzen bevölkerten Stadt kam es zu einem Eklat, weil die schwarze Bürgerrechtlerin Rosa Parks verhaftet wurde, weil sie sich weigerte, in einem Linienbus einem Weißen Platz zu machen. Daraufhin wurde die Buslinie von den Schwarzen boykottiert. Der über ein Jahr andauernde Boykott wurde von einem Kommitee organisiert, dem Martin Luther King vorstand.

Dieser landes- und teilweise weltweit beachtete Boykott führte zu einem Urteil des Obersten Gerichtshofs gegen die Rassentrennung und bescherte King enorme Popularität, der daraufhin quer durch das Land reiste und hunderte von Reden gegen die Rassendiskriminierung hielt. Bis in die 1960er Jahre hinein wurden immer mehr Boykotts und Blockaden organisiert, doch die Absicht, die Ziele gewaltfrei zu erreichen, wurde immer wieder unterlaufen.

Im Jahr 1964 konnte King zwei Triumphe feiern: Der Civil Rights Act gelangte zur Durchsetzung, und er erhielt den Fiedensnobelpreis. Durch seine exponierte Rolle war Martin Luther King aber auch immer wieder das Ziel von Widerstand. Er wurde über 30 Mal verhaftet und überlebte zwei Bombenanschläge. Am 4. April 1968 wurde er auf den Balkon seines Motelzimmers in Memphis erschossen.

Als Täter wurde der mehrfach vorbestrafte James Earl Ray verurteilt, doch seine alleinige Täterschaft wurde von ihm selbst bis zu seinem Tode bestritten, und so kursieren bis heute diverse Verschwörungstheorien, bei denen Regierungskreisen, dem FBI und der Mafia eine Rolle zugesagt wird.



Noch bis in die 1970er Jahre hinein war in Europa die Anwendung körperlicher Gewalt bei der Erziehung ein verbreitetes und akzeptiertes, strafrechtlich nicht relevantes Mittel, das auch von Lehrkräften ausgeübt wurde. Das Schlagen mit Rohrstock oder Lineal, Ohrfeigen, Kopfnüsse und das Ziehen an Haaren oder Ohren war seit dem Mittelalter üblich.

In den 1920er Jahren wurde in einigen deutschen Ländern die Prügelstrafe verboten, 1933 von den Nationalsozialisten jedoch im ganzen Reich wieder eingeführt. Nach dem Krieg wurde die körperliche Züchtigung zwar in einigen Bundesländern eingeschränkt, blieb jedoch weiterhin eine Standardmethode, zumindest schwere Verfehlungen zu ahnden.

In der DDR wurden körperlichen Strafen an Schulen bereits 1949 verboten, in der Bundesrepublik konnte sich der Gesetzgeber erst 1973 zu einem solchen Verbot entschließen, dem sich Bayern erst mit Verzögerung 1980 anschloss. Mittlerweile ist die Prügelstrafe an der Schule in den meisten zivilisierten Ländern untersagt, in den USA ist sie jedoch immer noch in etwa der Hälfte der Bundesstrafen zulässig.



Körperliche Züchtigung  


Von vorgestern: Schulleiter Lindum Svendsen (Bent Mejding) züchtigt Frits
Von vorgestern: Schulleiter Lindum Svendsen (Bent Mejding) züchtigt Frits
► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Der Traum" in der Regie von Niels Arden Oplev liefen am 24.05.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Vinci - Crime ... is a Work of Art
Krimi-Komödie, Polen, 2004

Pirates of the Caribbean - Am Ende der Welt
Abenteuer, USA, 2007

Kurz davor ist es passiert
Dokumentation, Österreich, 2006

Joe Strummer - The future is unwritten
Dokumentation, England, Irland, 2007

Elbe
Drama, Deutschland, 2006

El Custodio - Der Leibwächter
Drama, Argentinien, Frankreich, Deutschland, Uruguay, 2006



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