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Dol - Tal der Trommeln

Deutschland, Irak, Frankreich, 2007
Drama, 90 Minuten

Originaltitel
Dol

Kino-Start
26.04.2007

Regie
Hiner Saleem

Darsteller
Nazmi Kirik (Azad), Belcim Bilgin (Taman), Sipel Dogu Lesar Erdogan (Nazenin), Abdullah Keskîn (Ceto), Rojîn Ulker (Jekaf), Omer Çian Sin (Ahmed), Ciwan Haco (Ciwan)
Dol - Tal der Trommeln - Kinoplakat
Der Titel des Films "Dol - Tal der Trommeln" bezeichnet zugleich die zwei Bedeutungen, die das Wort "Dol" im Kurdischen hat. Zum einen handelt es sich um ein traditionelles kurdisches Schlaginstrument, zum anderen heißt es "Tal". Mit diesem Werk macht der kurdische Regisseur Hiner Saleem auf sein Volk aufmerksam, das zwischen den Grenzen lebt und von allen Seiten bedrängt wird.

Balliova, ein Dorf in türkisch verwalteten Teil des Kurdistan, nahe am Dreiländereck zwischen Türkei, Iran und Irak: Die Gegenwart des Militärs bedrückt die Einwohner, die unter Erniedrigungen, Gewalt und Willkür der türkischen Soldaten leiden, die ihre Aggressionen gegen die kurdischen Widerstandskämpfer an der Zivilbevölkerung auslassen.

Azad (Nazmi Kirik), ein junger Kurde, freut sich auf seine Hochzeit mit seiner Verlobten Nazenin (Sipel Dogu Lesar Erdogan). Doch während des Festes kommt es zu einer Auseinandersetzung mit Soldaten. Azan schießt auf einen der Soldaten und muss daraufhin aus seinem Dorf fliehen.

Verborgen in einem LKW, gelingt es ihm, über die Grenze in den Irak zu gelangen. Dort begegnet er vielen Menschen, die alle ihr eigenes Schicksal in dieser konfliktträchtigen Region haben, aus ethnischen, kulturellen und religiösen Gründen.

So begegnet er Ceto (Abdullah Keskîn), einem in Paris lebenden Kurden, der hierher zurückgekehrt ist, weil in einem Massengrab der Leichnam seiner Schwester ausgegraben wurde. Auch Jekaf (Rojîn Ulker) hat ein hartes Los gezogen: Sie wurde als Mädchen von irakischen Soldaten verschleppt.

Azad begleitet die iranische Widerstandskämpferin Taman (Belcim Bilgin) in ein Lager, von wo aus sie und ihre Mitstreiter gegen das verhasste Regime in Teheran vorgehen. Auch Tamans Hochzeit verläuft nicht reibungslos, werden doch die Feierlichkeiten durch einen Bombenanschlag erschüttert. Azad entschließt sich, den Kampf der Kurden zu unterstützen und Nazenin zu sich in die Berge zu holen. Er macht sich auf den Weg zurück nach Balliova, aber dort lauert eine tödliche Gefahr auf ihn...



Film-Inhalt  


Willkommen in Kurdistan: Azad (Nazmi Kirik)
Willkommen in Kurdistan: Azad (Nazmi Kirik)


  Hintergrund


Taman (Belcim Bilgin) mit ihrem Verlobten
Taman (Belcim Bilgin) mit ihrem Verlobten

Die Kurden sind ein Volk, dem in der Geschichte niemals die Möglichkeit zuteil wurde, eine Nation oder einen Staat zu bilden, obwohl sie mehr als 20 Millionen Angehörige umfassen. Ihre Kerngebiet teilt sich hauptsächlich auf die Türkei, Irak und Iran auf, reicht nach Syrien, Georgien, Armenien hinein und bildet eine Enklave im Grenzgebiet zwischen Iran und Turkmenistan.

Zur großen Mehrheit gehören die Kurden der sunnitischen Prägung des Islam an. Seit dem 16. Jahrhundert n.C. waren sie eng mit dem Osmanischen Reich verbunden. Nach dessen Niedergang Ende des Ersten Weltkriegs wurde den Kurden im Vertrag von Sèvres eine autonome Region innerhalb der neugegründetenTürkei in Aussicht gestellt, die jedoch nie verwirklicht wurde. Stattdessen wurde im Verlauf des 20. Jahrhunderts die kurdische Kultur innerhalb der Türkei systematisch unterdrückt und die kurdische Sprache verboten.

Nach der Aufnahme des bewaffneten Kampfes der PKK (Partiya Karkerên Kurdistan, die Arbeiterpartei Kurdistans) galt bis Ende des 20. Jahrhunderts in den kurdischen Provinzen der militärische Ausnahmezustand. Mit der Verhaftung des PKK-Führers Abdullah Öcalan und dessen anschließender Verurteilung und Inhaftierung ebbten zwar der Bürgerkrieg ab, Doch auch noch im Jahr 2006 fanden Anschläge und Übergriffe statt.



Das Fürstentum Ardalan im Nordosten des heutigen Iran war im persischen Reich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts eine kurdische Provinz mit einem gewissen Grad an Eigenständigkeit. Als Puffer zum osmanischen Reich hatte es eine strategische Bedeutung. 1867 wurde jedoch aus dem Fürstentum eine eingegliederte Provinz unter der Herrschaft eines Onkel des regierenden Schahs.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gab es in diesem Gebiet sogar kurzzeitig einen kurdischen Staat. Unter dem Druck der Besatzungsmächte Großbritannien und Sowjetunion wurde am 22. Januar 1946 die Republik Mahabad ausgerufen. Nach dem Rückzug der sowjetischen Armee wurde Mahabad jedoch noch im selben Jahr vom Iran einverleibt.

Unter der Regierung des westlich orientierten Schah Mohammad Reza Pahlavi gab es wenig Konflikte mit den Kurden. Das änderte sich jedoch mit dessen Sturz im Jahr 1979 und der Errichtung eines "Gottesstaates" durch Ajatollah Khomeini. Seither bekämpfen die schiitischen "Revolutionsführer" die sunnitischen Kurden und haben den kurdischen Teil des Iran mit rund 100.000 Soldaten besetzt.



Kurden im Iran  


Azad genießt die Gastfreundschaft
Azad genießt die Gastfreundschaft

  Kurden im Irak


Der Kommandeur plant einen Hinterhalt
Der Kommandeur plant einen Hinterhalt

Auch im Irak gab es zeitweise eine Beteiligung der Kurden an der Regierung, unter dem Einfluss des Kurdenführers Mustafa Barzani. Unter der Herrschaft von Saddam Hussein war es aber schnell vorbei mit der relativen Freiheit. Der Diktator begann einen Völkermord gegen die Kurden, die sich im Krieg zwischen Iran und Irak auf die Seite Teherans gestellt hatten.

Dieser Genozid gipfelte in der sogenannten Anfal-Operation, bei der 1988 und 1989 nach Angaben der UNESCO etwa 180.000 Kurden ermordet wurden. Dabei setzte die irakische Armee auch Giftgas ein und zerstörte rund viertausend Dörfer auf kurdischem Gebiet. Nach dem Golfkrieg 1991 genossen die Kurden durch eine von der Uno in Kraft gesetzte Schutzzone eine gewisse Sicherheit.

Beim Sturz des Baath-Regimes unter Führung der USA 2003 verbündeten sich die Kurden mit der "Koalition der Willigen". Im Zuge der Neubildung der irakischen Regierung genießt der kurdische Teil des Irak umfangreiche Selbstbestimmungsrechte und hat mit Celal Talabani den ersten eigenen Staatspräsidenten.



► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Dol - Tal der Trommeln" in der Regie von Hiner Saleem liefen am 26.04.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Valerie
Drama, Deutschland, 2006

The Marine
Actionthriller, USA, 2006

Pars: Operation Kirsche
Thriller, Türkei, 2007

Little Children
Kriminal-Drama, USA, 2006

Lieben und Lassen
Liebeskomödie, USA, 2006

Inland Empire
Mystery-Drama, USA, Polen, Frankreich, 2006

Die Hochstapler
Dokumentation, Deutschland, 2007

Der Fluch der goldenen Blume
Action, China (Hongkong), 2006

Ebenfalls im Kino 




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