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Eden

Deutschland, Schweiz, 2006
Romantik, 103 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
Eden

Kino-Start
23.11.2006

Regie
Michael Hofmann

Darsteller
Josef Ostendorf (Gregor), Charlotte Roche (Eden), Devid Striesow (Xaver), Max Rüdlinger (Ludwig), Leonie Stepp (Leonie), Pascal Ulli (Toni), Roeland Wiesnekker (Frank), Manfred Zapatka (Edens Vater)
Eden - Kinoplakat
Beim jüngeren Publikum ist Charlotte Roche bereits bestens bekannt als Musik-Moderatorin bei VIVA und Pro7. Nun ist sie in ihrer ersten Filmrolle auf der Leinwand zu sehen. Auf dem Film Festival Rotterdam 2006 erhielt "Eden" den Publikumspreis "Tiscali Audience Award" und den "Lions Award", auch beim Pesaro Film Festival gewann der Film die Gunst der Zuschauer.

Gregor Barbier (Josef Ostendorf) lebt in einem etwas abseits gelegenen Kurort im Schwarzwald und ist ein begnadeter Koch. Er ist stolz auf jedes Gramm seines Übergewichts, denn für ihn ist Kochen mehr als die bloße Zubereitung von Nahrungsmitteln. Es ist die entscheidende kulturelle Handlung, die die Entwicklung des Menschen ausmacht. Aus dieser philosophischen Betrachtung heraus hat er die von ihm sogenannte "cucina erotica" kreiert. Die kredenzt er einem erlauchten Kreis von Gourmets, die oft viel auf sich nehmen, um in den Genuss von Gregors kulinarische Kunstwerke zu gelangen.

Wenn Gregor nicht gerade in seiner Küche oder auf dem Markt beschäftigt ist, beobachtet der introvertierte Mann Frauen. Einer seiner bevorzugten Orte dafür ist das Kurcafé. Nicht etwa wegen des eher mäßigen Kaffees, sondern wegen der zwar eher bieder gekleideten, nichtdestominder hübschen Kellerin Eden (Charlotte Roche).

Seine Flirtversuche lässt Eden abblitzen, denn sie ist verheiratet und hat ein Kind. Doch über den Streit um ihre Tracht und die muffigen Torten kommen sich beide menschlich näher. Zum fünften Geburtstag ihrer Tochter Leonie (Leonie Stepp), die unter dem Down-Syndrom leidet, backt Gregor einen Kuchen, den er mit selbstgemachten Pralinen verziert. Beim Genuss dieser Pralinen gerät Eden derart in Verzückung, dass sie nachts ihren Ehemann Xaver (Devid Striesow) schlafend im Bett zurücklässt und zu Gregor fährt, um in dessen Küche einzudringen.

Der schüchterne Meisterkoch ist zunächst irritiert, doch auch geschmeichelt, als die junge Dame sich über seine Töpfe hermacht. Fortan trifft sie sich heimlich und regelmäßig des nachts in seiner Küche, wo Gregor sie mit sinnlichen Köstlichkeiten verwöhnt und im Kompensieren seiner schüchternen Verliebtheit kulinarisch über sich hinauswächst. Auch Edens bisher verödete Ehe blüht wieder auf, bringt sie doch einige Anregungen mit nach Hause. Doch Xaver wird eifersüchtig, als er von den nächtlichen Vergnügungen seiner Frau wind bekommt...



Film-Inhalt  


Ist etwas schüchtern: Meisterkoch Gregor (Josef Ostendorf)
Ist etwas schüchtern: Meisterkoch Gregor (Josef Ostendorf)


  Film-Kritik


Kellnerin Eden (Charlotte Roche) bedient Gregor im Café
Kellnerin Eden (Charlotte Roche) bedient Gregor im Café

Eden als Metapher für ein Paradies auf Erden, das in diesem Fall kulinarische und erotische Lust thematisiert. Die Geschichte einer vordergründig platonischen Freundschaft wird behutsam entwickelt und lässt den beiden Hauptprotagonisten genug Raum zur Entfaltung.

Dabei spielt Josef Ostendorf den schüchternen Kochlöffelvirtuosen mit beeindruckender Präsenz, und auch Charlotte Roche gibt in ihrer Rolle ein ordentliches Kinodebüt. Bei der Dramaturgie hat sich Michael Hofmann allerdings leicht verzettelt: Ist die Handlung über weite Teile des Films etwas betulich, so überschlagen sich die Ereignisse mit dem Nahen des Finales.

Seine stärksten Szenen hat der Film zweifellos in der Küche und an der Tafel: Frank Oehler, der seine Meriten unter anderem in den Schweizer Stuben erworben hatte, und der den Ettlinger Erbprinz zu einem Michelinstern geführt hat, stellte mit seinem Buch "Cucina Erotica" die Basis und war selbst an dem Entwurf der Rezepte und der Zubereitung und Anrichtung beteiligt.

Dass allerdings unter den lukullischen Lockungen auch Stopfleber aufgetischt wird, gibt dem feinfühligen Cineasten einen bitteren Beigeschmack. Um höchstem Genuss teilhaftig zu werden, muss man weder für die Kinoleinwand noch für das Tafeltuch Tiere quälen.



Charlotte Roche wurde am 18. März 1978 im Londoner Stadtteil Wimbledon geboren. Im Jahr darauf verließ zog ihre Familie von England nach Deutschland an den Niederrhein. Sie besuchte Kindergarten und Grundschule in Niederkrüchten und ging danach aufs Gymnasium, zunächst im nahegelegenen Schwalmtal, ab der achten Klasse in Mönchengladbach, wo sie in Theater-AGs erste Bühnenerfahrung sammelte. In dieser Zeit spielte sie zusammen mit drei Freundinnen in einer gemeinsamen Band Punkmusik, der allerdings kein öffentlicher Auftritt beschieden war.

Vor dem Abitur verließ Roche das Gymnasium und bewarb sich erfolgreich beim Pop-Sender VIVA II. Sie moderierte die vom Musikjournalisten Eric Pfeil produzierte Sendung "Fast Forward", der ihr Lebensgefährte war und Vater ihrer 2002 geborenen Tochter Polly ist. In der Sendung präsentierte sie Musik abseits des Mainstream und zeigte sich als talentierte Interviewpartnerin. Nach der Stillegung von VIVA II wurde die Sendung mit ihr auf VIVA fortgeführt, nach Übernahme durch MTV 2004 jedoch wegen des Verfehlens der geforderten Quote eingestellt. Roches Fähigkeit, aus ihren Gesprächspartnern bislang unerwähnte Geheimnisse zu entlocken, brachte ihr bei Pro7 die nach ihr benannte Sendung "Charlotte Roche trifft..." ein.

Seit einem Autounfall, bei der ihre drei Brüder starben und die Mutter schwer verletzt wurde, herrscht zwischen Charlotte Roche und der Bild-Zeitung Streit. Nach Roches Aussage habe die Redaktion von Deutschlands auflagenstärkster Tageszeitung versucht, sie mit der Veröffentlichung eines ungünstigen Artikels zu einem Interview zu erpressen. Weitere Schlagzeilen machte Roche bei ihrer Tournee im Jahr 2005 zusammen mit Christoph Maria Herbst und Heinz Strunk. Thema: "Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern" - Vorlesungen aus einer medizinischen Doktorarbeit.



Queen of German Pop Television  


Eden nascht zu gerne von Gregors Köstlichkeiten
Eden nascht zu gerne von Gregors Köstlichkeiten
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Eden" in der Regie von Michael Hofmann liefen am 23.11.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Winterreise
Drama, Deutschland, 2006

Sonja
Drama, Deutschland, 2006

Last Resort
Drama, England, 2000

Idlewild
Musical-Drama, USA, 2006

Goyas Geister
Drama, Spanien, 2006

Earthlings
Dokumentation, USA, 2005

Casino Royale - James Bond 21
Actionthriller, USA, 2006



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