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Enron - The Smartest Guys in the Room

USA, 2005
Dokumentation, 110 Minuten

Originaltitel
Enron - The Smartest Guys in the Room

Kino-Start
25.01.2007

Regie
Alex Gibney

Darsteller
Peter Coyote (Erzähler), Kenneth Lay (Gründer), Bethany McLean (Autorin), Andrew Fastow (Finanzvorstand), Jeffrey Skilling (CEO), James Chanos (Analyst)
Enron - The Smartest Guys in the Room - Kinoplakat
Der größte Firmenskandal der US-Geschichte hatte im Jahr 2001 Mitarbeiter, Anleger, Banken und andere Geschädigte um Milliarden von Dollar gebracht. Fünf Jahre später wurde der Film "Enron - The Smartest Guys in the Room", der hinter den großangelegten Finanzbetrug blickt, für den Oscar als bester Dokumentarfilm nominiert. In den deutschen Kinos erscheint das Werk in englischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

Dieser Dokumentarfilm befasst sich mit den Einzelheiten des größten Wirtschaftsskandals in der Geschichte der USA. Enron war einst ein mächtiger Energiekonzern und gehörte zu den größten Unternehmen Nordamerikas. Die Anmeldung der Insolvenz Ende des Jahres 2001 überraschte selbst ausgebuffte Börsenprofis. Der Zusammenbruch der Firma traf Kunden und Lieferanten, Mitarbeiter und Shareholder, Banken und Broker völlig unvorbereitet.

Die verantwortlichen Manager hatten jahrelang ihre Blianzen frisiert und somit die Überschuldung von Enron vertuschen können. Dabei hatten sie ein hohes Maß an krimineller Energie entfaltet und sich selbst bereichert. Der Scherbenhaufen bestand aus zwanzigtausend freigesetzten Arbeitnehmern, Milliarden von Schulden und zwei Milliarden Dollar, die durch Veruntreuung dem Pensionsfonds entzogen wurden. Tausende von Aktionären blieben auf wertlosen Anteilscheinen sitzen.

Dabei haben es die Vorstände des Konzerns geschickt verstanden, die Gutgläubigkeit, die in Finanzwelt, Politik und Justiz geherrscht haben, für sich auszunutzen. Dabei gründeten die Verantwortlichen ein Netz von Beteiligungsgesellchaften, die untereinander Geschäfte tätigten und damit den Banken eine Produktivität und eine Umsatzentwicklung vorgaukelten, die nichts mit der Realität zu tun hatte.

Kurz vor dem Bankrott hatten sich noch die Manager John Baxter, Andrew Fastow, Jeffrey Skilling und Chairman Kenneth Lay noch ein Bonus-Programm im Wert von 55 Millionen Dollar ausgezahlt. Dass bei den Machenschaften viele Elemente eines Krimis Anwendung fanden, macht diese filmische Untersuchung so spannend wie ein Thriller. Die Vorlage zu "Enron - The Smartest Guys in the Room" ist das gleichnamige Buch von Bethany McLean und Peter Elkind.

Ersterer hatte in einem Artikel des Fortune-Magazin bereits über ein halbes Jahr vor der Pleite die Bilanzen des Konzerns angezweifelt. Der Film rekonstruiert die Ereignisse von der Firmenentstehung bis zu den Gerichtsprozessen 2005 und zeigt ein exemplarisches Beispiel, wie eine fehlgeschlagene Deregulierung und ein blindes Vertrauen in die Selbstheilungskräfte des Marktes zu einer wirtschaftlichen Katastrophe führen können.



Film-Inhalt  


Finanzchef Andrew Fastow vor seiner Aussage als Kronzeuge
Finanzchef Andrew Fastow vor seiner Aussage als Kronzeuge


  Alex Gibney über den Film


Enron-Gründer Kenneth Lay starb im Juli 2006 an Herzversagen
Enron-Gründer Kenneth Lay starb im Juli 2006 an Herzversagen

Wie die meisten Leute war auch ich ein abseits stehender Beobachter des Enron-Skandals. Dann las ich "The Smartest Guys in the Room". Durch das Schriftstück von Bethany und Peter sah ich, dass die Geschichte von Enron mehr war als ein Firmenskandal. Es war ein menschliches Drama mit der emotionalen Macht einer griechischen Tragödie, jedoch getönt mit dem schwärzesten Humor, der vorstellbar ist. Ich fühlte, dass der Film mir eine Gelegenheit geben würde, einige weitreichendere Themen über amerikanische Kultur, die Grausamkeit unseres Wirtschaftssystems und den Weg, wie es zu einfach zum Vorteil der Oberen und Mächtigen manipuliert werden kann, zu erforschen.

Ich wurde fasziniert von der Stufe, auf welcher die Führungskräfte bei Enron agierten wie Filmemacher, die an einem Science-Fiction-Film arbeiten: Sie polierten einfach das Material auf. Sie waren sehr bewandt, die Exon-Story so glaubwürdig zu machen, dass jeder sie glauben wollte. Skilling war ein Experte in der Beseitigung von Zweifel. Ich war verblüfft über den Grad, bis zu dem geradezu jeder - Journalisten, Analysten, Wirtschaftsprofessoren, selbst Alan Greenspan - die Enron-Geschichte glaubte.

Einer der Gründe, warum sie so überzeugt waren, war vielleicht, dass Skilling und Lay ihre Mission in eine Ideologie verpackten, die jeder in der amerikanischen Geschäftswelt glauben wollte: Wenn es keine Regeln und keine Regulation gäbe, würde alles gut funktionieren.

Angesichts der Tatsache, dass so viele Analysten und Journalisten auf den Schwindel bei Enron hereingefallen sind, war ich neugierig auf die wenigen Leute, die den Zusammenbruch vorhergesehen haben. Um mit damatischen Worten zu sprechen, waren sie (insbesondere Spekulant Jim Chanos und Fortune-Reporter Bethany McLean) wie Privatdetektive, Wahrheitssucher, die die unechte Titelgeschichte durchschaut haben.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Enron - The Smartest Guys in the Room" in der Regie von Alex Gibney liefen am 25.01.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Weltverbesserer auf dem Schlachtfeld
Dokumentation, Deutschland, 2006

One Way
Krimi, Deutschland, 2007

Idiocracy
Science-Fiction-Komödie, USA, 2006

Das Fräulein
Drama, Deutschland, Schweiz, Bosnien-Herzegowina, 2006

Blood Diamond
Abenteuer, USA, 2006

Arthur und die Minimoys
Fantasy-Abenteuer, USA, Frankreich, 2006

Ebenfalls im Kino 




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