Wie die meisten Leute war auch ich ein abseits stehender Beobachter des Enron-Skandals. Dann las ich "The Smartest Guys in the Room". Durch das Schriftstück von Bethany und Peter sah ich, dass die Geschichte von Enron mehr war als ein Firmenskandal. Es war ein menschliches Drama mit der emotionalen Macht einer griechischen Tragödie, jedoch getönt mit dem schwärzesten Humor, der vorstellbar ist. Ich fühlte, dass der Film mir eine Gelegenheit geben würde, einige weitreichendere Themen über amerikanische Kultur, die Grausamkeit unseres Wirtschaftssystems und den Weg, wie es zu einfach zum Vorteil der Oberen und Mächtigen manipuliert werden kann, zu erforschen.
Ich wurde fasziniert von der Stufe, auf welcher die Führungskräfte bei Enron agierten wie Filmemacher, die an einem Science-Fiction-Film arbeiten: Sie polierten einfach das Material auf. Sie waren sehr bewandt, die Exon-Story so glaubwürdig zu machen, dass jeder sie glauben wollte. Skilling war ein Experte in der Beseitigung von Zweifel. Ich war verblüfft über den Grad, bis zu dem geradezu jeder - Journalisten, Analysten, Wirtschaftsprofessoren, selbst Alan Greenspan - die Enron-Geschichte glaubte.
Einer der Gründe, warum sie so überzeugt waren, war vielleicht, dass Skilling und Lay ihre Mission in eine Ideologie verpackten, die jeder in der amerikanischen Geschäftswelt glauben wollte: Wenn es keine Regeln und keine Regulation gäbe, würde alles gut funktionieren.
Angesichts der Tatsache, dass so viele Analysten und Journalisten auf den Schwindel bei Enron hereingefallen sind, war ich neugierig auf die wenigen Leute, die den Zusammenbruch vorhergesehen haben. Um mit damatischen Worten zu sprechen, waren sie (insbesondere Spekulant Jim Chanos und Fortune-Reporter Bethany McLean) wie Privatdetektive, Wahrheitssucher, die die unechte Titelgeschichte durchschaut haben.