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Zusammen ist man weniger allein

Frankreich, 2007
Liebesdrama, 97 Minuten, FSK: 6

Originaltitel
Ensemble, c´est tout

Kino-Start
16.08.2007

Regie
Claude Berri

Darsteller
Audrey Tautou (Camille Fauque), Guillaume Canet (Franck), Laurent Stocker (Philibert Marquet de la Tubelière), Françoise Bertin (Paulette), Alain Sachs (Betriebsarzt), Firmine Richard (Mamadou), Béatrice Michel (Carine), Kahena Saighi (Samia), Hélène Surgère (Yvonne), Alain Stern (Restaurantchef), Halima Guizani (Krankenschwester), Juliette Arnaud (Aurélia), Danièle Lebrun (Camilles Mutter), Li-Ting Huang (Kellnerin), Madeleine Cofano (Friseuse), Pierre Gérald (Gilbert), Michel Dubois (Arzt), Sandrine Mazéas (Sandrine)
Zusammen ist man weniger allein - Kinoplakat
Nach dem in Frankreich zum Bestseller avancierten dritten Roman der Journalistin Anna Gavalda erzählt Regie-Veteran Claude Berri die Geschichte einer ungewöhnlichen Wohngemeinschaft. In "Zusammen ist man weniger allein" begeben sich vier völlig unterschiedliche Menschen auf die nicht immer einfache Suche nach Geborgenheit und Liebe.

Der junge Philibert Marquet de la Tubelière (Laurent Stocker) bewohnt eine großzügige Wohnung, die seiner adeligen Familie gehört. Zum Missfallen seiner standesgemäß denkenden Eltern hat er sein Interesse für die Historie nicht zum Beruf gemacht, sondern verkauft stattdessen in einem Museum Ansichtskarten. Philibert ist wohlerzogen, und jederzeit hilfsbereit.

So teilt er großzügig sein Heim mit einem Freund: Franck (Guillaume Canet) arbeitet als Koch in einem Gourmetrestaurant und ist bei Philibert eingezogen, bis sich etwas anderes findet. Im Gegensatz zu seinem Gönner, der stottert, schüchtern und dem weiblichen Geschlecht gegenüber etwas unbedarft ist, tritt Franck selbstbewusst auf und hält mit seinen Eroberungen nicht hinter dem Berg. Obwohl er auf die meisten Mitmenschen egozentrisch wirkt, kümmert er sich liebevoll um seine nach einem Unfall gehbehinderte Großmutter Paulette (Françoise Bertin).

Als Philibert an einem ungemütlichen Wintertag der verkühlten Camille Fauque (Audrey Tautou) begegnet, ist er um ihre Gesundheit besorgt und bietet ihr an, vorübergehend mit in seine Wohnung einzuziehen. Die junge Frau arbeitet als Raumpflegerin bei einer Putzkolonne, sieht sich allerdings selbst eher als "Fachfrau für Oberflächen". Ihr wahres Talent aber liegt im Zeichnen von Portraits.

Als Franck von der neuen Mitbewohnerin erfährt, hält sich seine Begeisterung zunächst in Grenzen, zumal er annimmt, Philibert sei in sie verliebt. Tatsächlich entstehen in der neuen Dreier-WG beträchtliche Differenzen: Während Camille die laute Musik, die Franck hört, mit rabiaten Methoden unterbindet, stört der sich seinerseits an ihren legeren Umgangsformen mit Lebensmitteln. Doch allmählich entspannt sich das Verhältnis, und Camille gelingt es, Franck zu umgarnen. Der scheut allerdings noch vor einer länger dauernden Beziehung zurück.

Paulette, die nach ihrem Sturz auf lange Sicht nicht in ihrem eigenen Haus allein wohnen kann, weigert sich, in ein Altersheim zu ziehen. Sie besucht die drei, Camille zeichnet ein Bild von ihr und freundet sich schnell mit der alten Dame an. Und während die WG um eine weitere Bewohnerin erweitert wird, kommen sich auch Camille und Franck näher...



Film-Inhalt  


Philibert (Laurent Stocker) ist um Camille (Audrey Tautou) besorgt
Philibert (Laurent Stocker) ist um Camille (Audrey Tautou) besorgt


  Hintergrund


Camille hilft Franck (Guillaume Canet) in der Küche
Camille hilft Franck (Guillaume Canet) in der Küche

Noch bevor "Ensemble, c'est tout" zum Verkaufsschlager wurde, ist dem Regisseur Claude Berri das Buch vom seinem Anwalt Emmanuel Pierrat zur Lektüre empfohlen worden. Nachdem er es gelesen hatte, war er begeistert und sicherte sich sofort die Filmrechte daran. Zunächst hatte er gar nicht die Absicht, den Film selbst zu inszenieren. Doch als er daranging, das Skript zu schreiben, konnte er sich bald nicht mehr vorstellen, dass jemand anderes die Regie übernehmen könnte.

Bei der Adaption hat Berri auch mehrmals die Romanautorin aufgesucht. "Anfangs, als ich mich mit Anna Gavalda traf, fragte ich sie, ob sie mit mir zusammenarbeiten wolle," erzählt Berri. "Sie sagte ja, und wir kamen zwei oder drei Mal zusammen. Aber da ihr alles, was ich ihr vorschlug, gefiel, hat sie mich schließlich einfach machen lassen. Ich habe das Drehbuch ganz allein geschrieben."

So ist aus "Zusammen ist man weniger allein" wieder ein für Claude Berri typisches Werk geworden, trotz fremder Romanvorlage. "Zwangsläufig musste ich etwas Persönliches in den Film einbringen, ohne mir dessen bewusst zu sein," erläutert er. "Die tiefgründigsten Dinge sind immer diejenigen, die beiläufig passieren. Das läuft ganz unwillkürlich ab".



Als er noch das Drehbuch ausarbeitete, stellte Claude Berri sich für die Rolle der Camille Charlotte Gainsbourg vor. Tatsächlich stimmte diese zu, doch kurz nach Beginn der Dreharbeiten hatte sie einen Unfall mit dem Snowboard und fiel somit aus. Dann erinnerte sich Berri an Audrey Tautou, die er zuvor im Flugzeug nach New York kennengelernt hatte.

Doch zunächst wimmelte ihr Agent ihn ab, da Audrey nach dem Dreh zu "Der Da Vinci Code" gerade pausierte. Berri allerdings blieb hartnäckig und traf sich mit der Schauspielerin, um ihr die Dringlichkeit klar zu machen. So erklärte sie sich, nachdem sie das Drehbuch gelesen hatt, schließlich doch noch zur Übernahme der Rolle bereit.

Ähnlich anspruchsvoll war die Besetzung des Philibert, dessen aristokratische Allüren so manchen Kandidaten beim Vorsprechen überforderten. Zum Glück war unter ihnen auch Laurent Stocker, Ensemblemitglied der Comédie Française. "Ich habe ihn gebeten, mir eine Kostprobe in Stottern zu geben," beschreibt Berri die Begegnung. "Und diese Aufgabe hat er mit so viel Humor erfüllt, dass ich es einfach umwerfend fand."



Das Casting  


Franck mit Paulette (Françoise Bertin) und Camille im Garten
Franck mit Paulette (Françoise Bertin) und Camille im Garten

  Berri über seinen Gemütszustand


Franck teilt sich ein Bett mit Camille
Franck teilt sich ein Bett mit Camille

Bevor ich mit dem Film anfing, hatte ich einen Schlaganfall und geriet in eine Depression. Aus dieser Depression bin ich in dem Moment ausgebrochen, als ich das Casting anfing. Ich fühlte mich in der Stimmung, um diesen Film zu machen.

Wir haben zu drehen begonnen, und in der dritten Woche habe ich gespürt, dass die Depression wiederkam. Nathalie Rheims, eine der Produzentinnen, riet mir daraufhin, mir jemanden an meine Seite zu holen, der mir helfen sollte beim Führen der Schauspielerriege.

Ich hatte das Glück, dass ein Szenenbildner, der viel Talent aufbringt, und den ich sehr mag, François Dupeyron, gerade frei war. Er war mir wirklich sehr behilflich. Alles war vorbereitet, doch ich hatte vielleicht nicht die Kraft, den Film allein zu machen.

Über die Durchdringung dieser Depression in den Film hat man mir ähnliches schon bei "Une femme de ménage" gesagt. Als ich diesen Film gedreht habe, hatte ich meine erste Depression nach dem Tod meines Sohnes. Dessen Hauptdarsteller Jean-Pierre Bacri hatte sich mit mir identifiziert, um seine Figur zu entwickeln. Das ist hier zwar ein völlig anderes Thema, doch zwischen diesen beiden Filmen ist das Gemüt das Gleiche.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Teaser-Poster► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Zusammen ist man weniger allein" in der Regie von Claude Berri liefen am 16.08.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Rush Hour 3
Action-Komödie, USA, 2007

Perfect Creature
Action, Neuseeland, England, 2006

Lauf der Dinge
Drama, Deutschland, 2006

Fata Morgana
Abenteuer-Drama, Deutschland, 2007

Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer
Science-Fiction-Abenteuer, USA, Deutschland, 2007

Die Liebe in mir
Drama, USA, 2007

Am Ende kommen Touristen
Drama, Deutschland, 2007

Ebenfalls im Kino 




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