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Ferien

Deutschland, 2007
Drama, 92 Minuten

Originaltitel
Ferien

Kino-Start
14.06.2007

Regie
Thomas Arslan

Darsteller
Angela Winkler (Anna), Karoline Eichhorn (Laura), Uwe Bohm (Paul), Anja Schneider (Sophie), Gudrun Ritter (Großmutter), Wigand Witting (Robert), Amir Hadzic (Max), Babette Semmer (Zoe), Leyla Bobaj (Leyla), Aaron Raabe (Aaron), Maria Hengge (Frau am See
Ferien - Kinoplakat
Mit "Ferien" präsentiert Thomas Arslan seinen ersten Spielfilm, der sich ausschließlich mit Deutschen befasst. Die Sektion der Beziehungen innnerhalb einer 10-köpfigen Familie wurde auf der 57. Berlinale 2007 in der Sektion Panorama-Special gezeigt.

Anna (Angela Winkler) wohnt, zusammen mit Ehemann Robert (Wigand Witting) und dem gemeinsamen Sohn Max (Amir Hadzic) in einem malerischen Landhaus irgendwo in der Einsamkeit der Uckermark. Anna hat ihre Mutter (Gudrun Ritter) in ihr Heim geholt, weil diese pflegebedürftig ist.

Während der Sommerferien ist dies der Tummelplatz der erweiterten Familie: Laura (Karoline Eichhorn), Annas Tochter aus erster Ehe, trifft aus Berlin hier ein, zusammen mit ihrem Lebensgefährten Paul (Uwe Bohm) und ihren beiden Kindern. Man sieht einer unbeschwerten Urlaubszeit entgegen, Erholung in der sauberen Landluft und Abkühlung am nahegelegenen See.

Doch spätestens mit der Anreise von Sophie (Anja Schneider), Lauras Schwester, die seit einiger Zeit im Ausland lebt, beginnt die Familienidylle zu bröckeln. In den Gesprächen der Familienmitglieder treten Verwerfungen an die Oberfläche, und die Beziehungen untereinander sind komplizierter, als sie von den anderen bisher wahrgenommen wurden.

Während Annas Mutter wegen einer schweren Erkrankung ins Krankenhaus muss, wird die Entfremdung zwischen Laura und Paul immer offensichtlicher, bis diese ihm gesteht, dass sie mit einem anderen Mann fremdgeht. So steht auf einmal deren gemeinsame Zukunft in Frage, und auch Anna zweifelt daran, ob sie ihr bisheriges Leben so weiterführen soll...



Film-Inhalt  


Anna (Angela Winkler) in ihrem Garten
Anna (Angela Winkler) in ihrem Garten


  Hintergrund


In der Krise: Laura (Karoline Eichhorn) und Paul (Uwe Bohm)
In der Krise: Laura (Karoline Eichhorn) und Paul (Uwe Bohm)

Für Thomas Arslan ist die Familie, die in "Ferien" aus zehn Personen in vier Generationen besteht, ein emotionales Kraftfeld, das Anziehung und Abstoßung zwischen den Mitglieder hervorruft. Dabei hat der Regisseur auf Wahrnehmungen aus seinem persönlichen Umfeld zurückgegriffen. "Familienstrukturen setzen sich aus den Beziehungen einzelner Individuen zusammen", erläutert Arslan. "Mich hat interessiert, wie so ein Geflecht funktioniert."

In seinem Film versucht er aber, die Verbindungen zwischen den einzelnen Charaktere erst allmählich aufzuschlüsseln: "Immer fehlt jemand, der für die erhoffte Harmonie nötig zu sein scheint", so der Regisseur. "Zusammen kommen erst alle, wenn es zu spät ist." Für diese Analyse der gegenseitigen Beziehungen ist die isolierte Umgebung des abgelegenen Landhauses eine ideale Kulisse.

Die ruhige Erzählweise und die fast statisch wirkenden Bildern begründet Arslan: "Ich wollte einen Film machen, der ohne auffälliges dramaturgisches Schwungrad auskommt. Er ging mir darum, eine Balance zwischen den einzelnen Strängen zu finden und diese im Verlauf des Films in Schwingung zu versetzen."



Thomas Arslan, als Sohn eines Türken und einer Deutschen am 16. Juli 1962 in Braunschweig geboren, verbrachte seine ersten Jahre in Essen. zwischen 1967 und 1971 besuchte er die Grundschule in Ankara und kehrte dann wieder nach Essen zurück, wo er 1982 sein Abitur machte.

Nach der Ableistung des Zivildienstes in Hamburg und zwei Semestern Germanistik und Geschichte in München wechselte er 1986 an die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin, um dort Regie zu studieren. Dort begann Arslan mit Kurzfilmen im 16-mm-Format - "19 Portraits" (1990), "Am Rand" (1991), "Im Sommer - Die sichtbare Welt" (1992).

Sein erster Fernsehfilm "Mach die Musik leiser" (1994) lief bereits in der Sektion Panorama auf der Berlinale. Sein erster Spielfilm "Geschwister - Kardesler" (1997) ist der Auftakt zu einer Trilogie über junge Türken, die in der zweiten oder dritten Generation in Berlin leben.

Deren zweiter Teil "Dealer" (1999) wurde auf der Berlinale mit dem Preis der FIPRESCI und dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet, 2001 folgte der Abschluss mit "Der schöne Tag". Auch in seinem ersten Dokumentarfilm "Aus der Ferne" (2006), der eine Reise von Istanbul bis an die iranische Grenze beschreibt, beschäftigt sich Arslan mit seinen türkischen Wurzeln. Thomas Arslan wird zur Berliner Schule gezählt, die sich durch eine nüchterne Abbildung der Realität kennzeichnet.



Der Autor und Regisseur  


Auf Distanz: Laura mit ihrer Schwester Sophie (Anja Schneider)
Auf Distanz: Laura mit ihrer Schwester Sophie (Anja Schneider)
► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Ferien" in der Regie von Thomas Arslan liefen am 14.06.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Verstörung - und eine Art von Poesie. Die Filmlegende Bernhard Wicki
Dokumentation, Deutschland, 2007

Irina Palm
Drama, England, 2007

Hot Fuzz - Zwei abgewichste Profis
Actionkomödie, England, 2007

Hostel 2
Horror, USA, 2007

Buongiorno, notte - Der Fall Aldo Moro
Drama, Italien, 2003



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