Francis Bacon wurde als Sohn englischer Eltern am 28. Oktober 1909 im irischen Dublin geboren. Sein Vater - ein hochrangiger Beamter - leitete seine Herkunft direkt von dem gleichnamigen britschen Philosophen und Staatsmann (1561 - 1626) ab.
In seiner Jugend leidet Francis unter dem häufigen Wechsel des Wohnortes seiner Familie und wird Zeuge der brutalen bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen Iren und Briten ab 1916. Mit 16 Jahren wird sich Bacon seiner homosexuellen Neigungen bewusst, was seinen Eltern nicht verborgen bleibt - sein Vater erwischt den Heranwachsenden, während er Kleidungsstücke seiner Mutter anprobiert. Bei "Erziehungsaufenthalten" in Berlin und Paris Mitte der 1920er Jahre erlebt Bacon früh exzessive sexuelle Ausschweifungen.
Beeindruckt und beeinflusst von den Werken von Picasso, Fernand Léger, Miró, Max Ernst und Giorgio de Chirico, beginnt er ab 1928 zunächst mit kubistischen Werken der darstellenden Kunst zu experimentieren. Die Malerei bringt er sich autodidaktisch bei.
Während Bacon vor dem Zweiten Weltkrieg keinen Galeristen finden kann, steigt sein Bekanntheitsgrad in den 1960er Jahren dramatisch an. Mehrfach stellt er auf der Documenta in Kasel aus (1959, 64, 71, 77 und 92), erhält 1967 den Rubenspreis der Stadt Siegen und gilt Anfang der 1970er Jahre als einer der bedeutensten lebenden Künstler.
In seinen Werken setzt er sich in erster Linie mit dem menschlichen Körper auseinander: Bacon zeigt ihn häufig in entstellter, deformierter oder teils amputierter Form, düster und sinnleer ohne Hoffnung auf Erlösung und voller Gewalt. Bluttriefende Fleischmassen, Kadaver, religiöse Symbole und torsohafte Körper ziehen sich als Standard durch seine Bilder und darstellenden Werke.
Wie seine Bilder ist auch sein Privatleben von Exzessen und Gewalt geprägt. Alkohol- und Spielsucht bestimmen Bacons Leben ebenso wie homoerotische Beziehungen zu teils gewaltsamen, teils kriminellen Lebenspartnern.
Francis Bacon erlag am 28. April 1992 in Madrid einem Herzinfarkt.