KINO

morgen

Film-Suche:

HomeKINO
vorschau
KINO
podcast
Kino 2006 I Kino 2006 II Kino 2006 III Kino 2006 IV Kino 2007 I Kino 2007 II Kino 2007 III Kino 2007 IV


Francis Bacon - Form und Exzess

England, 2005
Dokumentation, 95 Minuten, FSK: 0

Originaltitel
Francis Bacon´s Arena

Kino-Start
05.07.2007

Regie
Adam Low

Darsteller
Francis Bacon, Peter Beard, Paul Danquah, Daniel Farson, David Sylvester
Francis Bacon - Form und Exzess - Kinoplakat
Die englische TV-Serie "Arena" portraitiert nun schon seit 1975 Künstler von den britischen Inseln. Die von Adam Low gestaltete Folge über den in Irland geborenen Maler Francis Bacon wurde aus der Serie ausgekoppelt und für das Kino aufbereitet. Die Dokumentation kommt bei uns unter dem Titel "Francis Bacon - Form und Exzess" in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln auf die Leinwand.

Er war einer der wichtigsten und auch meistgefilmten Künstler des 20. Jahrhunderts. Doch bei seiner Arbeit ließ sich der gebürtige Ire nicht über die Schulter blicken, und auch über sein Privatleben und seine Beziehungen war bislang wenig bekannt.

Regisseur Adam Low nähert sich dem Maler über dessen Homosexualität, die - nach Meinung von Low - ausschlaggebend für seinen privaten wie künstlerischen Werdegang war. Er untersucht seine Werke und stellt sie in Beziehung zu seinen Partnerschaften zu sechs verschiedenen Männern im Laufe der Jahrzehnte.

Das Portrait vermittelt dem Zuschauer anhand von Archivaufnahmen Einblicke in Bacons Leben. Low spricht außerdem mit Menschen, die für den Maler von Bedeutung waren.

Dazu zählen etwa so schillernde Persönlichkeiten wie Paul Danquah. Der Sohn eines der Staatsgründer von Ghana war Anwalt, Schauspieler und später Berater der Weltbank in Washington. Er war ein guter Freund Bacons und teilte jahrelang seine Wohnung bei London mit ihm. Ein weiterer Interviewpartner ist der Photograph Peter Beard, der sich für den gefährdeten afrikanischen Elefanten einsetzte und zahlreiche Prominente photografiert hat. Er hatte Bacon portraitert, und umgekehrt der Maler den Photographen.

Bacons Schwester und eine Jugendfreundin berichten aus den früheren Jahren seines Lebens, und über seine Beziehungen äußern sich der Bruder von George Dyer, einem seiner Liebhaber, sowie sein letzter Lebensgefährte John Edwards.

Ferner ist der Autor Daniel Farson zu sehen, der eine von Bacon autorisierte Biographie schrieb, die aber erst nach dessen Tod veröffentlicht werden durfte. Diese ist auch Vorlage für das filmische Portrait "Love is the Devil: Study for a Portrait of Francis Bacon". Ebenso zu sehen ist der Kunstkritiker und Kurator David Sylvester, der viele Ausstellungen Bacons organisiert hatte.



Film-Inhalt  


Francis Bacon
Francis Bacon


  Über den Protagonisten


Francis Bacon
Francis Bacon

Francis Bacon wurde als Sohn englischer Eltern am 28. Oktober 1909 im irischen Dublin geboren. Sein Vater - ein hochrangiger Beamter - leitete seine Herkunft direkt von dem gleichnamigen britschen Philosophen und Staatsmann (1561 - 1626) ab.

In seiner Jugend leidet Francis unter dem häufigen Wechsel des Wohnortes seiner Familie und wird Zeuge der brutalen bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen Iren und Briten ab 1916. Mit 16 Jahren wird sich Bacon seiner homosexuellen Neigungen bewusst, was seinen Eltern nicht verborgen bleibt - sein Vater erwischt den Heranwachsenden, während er Kleidungsstücke seiner Mutter anprobiert. Bei "Erziehungsaufenthalten" in Berlin und Paris Mitte der 1920er Jahre erlebt Bacon früh exzessive sexuelle Ausschweifungen.

Beeindruckt und beeinflusst von den Werken von Picasso, Fernand Léger, Miró, Max Ernst und Giorgio de Chirico, beginnt er ab 1928 zunächst mit kubistischen Werken der darstellenden Kunst zu experimentieren. Die Malerei bringt er sich autodidaktisch bei.

Während Bacon vor dem Zweiten Weltkrieg keinen Galeristen finden kann, steigt sein Bekanntheitsgrad in den 1960er Jahren dramatisch an. Mehrfach stellt er auf der Documenta in Kasel aus (1959, 64, 71, 77 und 92), erhält 1967 den Rubenspreis der Stadt Siegen und gilt Anfang der 1970er Jahre als einer der bedeutensten lebenden Künstler.

In seinen Werken setzt er sich in erster Linie mit dem menschlichen Körper auseinander: Bacon zeigt ihn häufig in entstellter, deformierter oder teils amputierter Form, düster und sinnleer ohne Hoffnung auf Erlösung und voller Gewalt. Bluttriefende Fleischmassen, Kadaver, religiöse Symbole und torsohafte Körper ziehen sich als Standard durch seine Bilder und darstellenden Werke.

Wie seine Bilder ist auch sein Privatleben von Exzessen und Gewalt geprägt. Alkohol- und Spielsucht bestimmen Bacons Leben ebenso wie homoerotische Beziehungen zu teils gewaltsamen, teils kriminellen Lebenspartnern.

Francis Bacon erlag am 28. April 1992 in Madrid einem Herzinfarkt.



► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Francis Bacon - Form und Exzess" in der Regie von Adam Low liefen am 05.07.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

The Flying Scotsman
Drama, Schottland, Deutschland, 2006

Sketches of Frank Gehry
Dokumentation, USA, 2005

Schwedisch für Fortgeschrittene
Komödie, Schweden, 2006

Ein Jahr ohne Liebe
Drama, Argentinien, 2005

Black Snake Moan
Romantik-Drama, USA, 2007

Ebenfalls im Kino 




KINO

morgen