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Sketches of Frank Gehry

USA, 2005
Dokumentation, 83 Minuten, FSK: 0

Originaltitel
Sketches of Frank Gehry

Kino-Start
05.07.2007

Regie
Sydney Pollack

Sketches of Frank Gehry - Kinoplakat
Sydney Pollack, bisher einem breiten Publikum bestens bekannt durch fiktive Filmunterhaltung wie "Die 3 Tage des Condor", "Tootsie" oder "Jenseits von Afrika", wagt sich zum ersten Mal auf den Sektor der Dokumentation. Mit "Sketches of Frank Gehry" nimmt er sich sowohl der Arbeit wie auch der Persönlichkeit des Star-Architekten an.

Portrait des preisgekrönten Regisseurs über den preisgekrönten Architekten. Der Film ist aber nicht als fachliche Abhandlung gedacht, sondern soll die Welt der Architektur aus der Sicht eines Laien darstellen. Der Protagonist und der Dokumentarist sind langjährige Freunde, und so hat der Regisseur Gehry fünf Jahre lang mit seiner digitalen Kamera beobachtet.

Der Titel des Films umreißt dabei zweierlei: Zum einen der Ansatz des Portraits, den Architekten und Menschen filmisch zu skizzieren, andererseits die Vorliebe Gehrys für die Zeichnung als Basis seiner Werke und Beginn eines gestalterischen Prozesses, an dessen Ende schließlich das Bauwerk steht. Dabei wird auch sein widerstrebend entstehenden Verhältnis zum Computer deutlich, der als Arbeitsgerät für den heutigen Architekten unverzichtbar ist.

Pollack versucht, die architektonischen Werke in Zusammenhang mit der Persönlichkeit ihres Schöpfers zu bringen. Der Zuschauer erhält Einblicke in das Privatleben und die Arbeit des Architekten, der seine Herangehensweise an das Entwerfen von Gebäuden erläutert, und Pollack spricht mit Fachkollegen und Auftraggebern, Lehrern und Konkurrenten sowie mit prominenten Bewunderern des Portraitierten.

Zu sehen sind Gehrys Partner Craig Webb, Jim Glymph und Edwin Chan, die Berufskollegen Charles Jencks und der 2005 verstorbene Philip Johnson sowie die Bauherren Michael Ovitz und Rolf Fehlbaum, außerdem auch Thomas Krens und Juan Ignacio Vidarte, die als Direktoren von Guggenheim in einem der prägnantesten Bauwerke Gehrys ein und ausgehen: dem Guggenheim Museum Bilbao in Nordspanien

Doch auch andere Weggefährten und prominente Zeitgenossen kommen zu Wort. So beschreibt Ex-Walt-Disney-Chef die Zusammenarbeit mit Gehry für eine in Auftrag gegebene Halle, der Musiker Bob Geldof äußert sich, Gehrys jahrzehntelanger Psychiater Milton Wexler sowie der Schauspieler Dennis Hopper und der Künstler und Filmemacher Julian Schnabel, die in von Frank Gehry entworfenenen Häusern wohnen.



Film-Inhalt  


Gehrys eigenes Wohnhaus in Santa Monica (1978)
Gehrys eigenes Wohnhaus in Santa Monica (1978)


  Hintergrund


DZ-Bank am Pariser Platz in Berlin (2001)
DZ-Bank am Pariser Platz in Berlin (2001)

Sydney Pollack hatte sich vor "Sketches of Frank Gehry" weder Erfahrungen mit Dokumentationen noch mit Architektur. So verbrachte er eine lange Zeit in Gehrys Atelier und schaute ihm bei der Entstehung der Entwürfe über die Schulter und begleitete den schöpferischen Prozess, während dessen sich das konkrete Werk immer mehr herauskristallisiert.

Ausgehend von mit wenigen Strichen angefertigten Skizzen, bei denen der Laie kaum die Basis für ein Gebäude erkennen kann, über konkrete, bemaßte Baupläne entstehen dann primitive Modelle aus Pappe und Klebstoff. An den weiteren Schritten sind CAD-Konstrukteure, Baustatiker und -Ingenieure sowie Werkstoffentwickler beteiligt.

Um bei der filmischen Umsetzung dieses Prozesses möglichst alle darstellerischen Mittel ausschöpfen zu können, setzte Pollack sowohl eine kompakte, digitale DV-Kamera ein wie auch eine klassische Filmkamera im 35-mm-Format. Das Spektrum der behandelten Werke reicht vom simplen Heuschober bis hin zum wohl spektakulärsten Bauwerk, dem Guggenheim-Museum in Bilbao.



Frank Gehry wurde am 28. Februar 1929 als Frank Owen Goldberg in Toronto geboren und kam 1947 nach Los Angeles, wo er 1954 an der USC (University of Southern California) sein Architekturstudium abschloss. Er absolvierte seinen Dienst bei der US-Army und bearbeitete seine ersten Aufträge, nebenbei studierte er ein Jahr lang Stadtplanung in Harvard.

Seine Frau Anita in erster Ehe, aus der zwei Töchter hervorgingen, brachte ihn dazu, den Namen Goldberg abzulegen und sich "Gehry" zu nennen. 1962 richtete er in Santa Monica westlich von L.A. ein kleines Büro ein und begann zunächst mit relativ konventionellen Entwürfen. 1967 gründete er seine eigene Firma "Frank O. Gehry and Associates". Neben Bauten entwarf er in dieser Zeit eine Möbelserie.

1977 kaufte Gehry zusammen mit seiner zweiten Ehefrau Berta ein älteres Haus in Santa Monica und gestaltete dessen Äußeres neu, unter Verwendung von unkonventionellem Material wie Wellblech und Maschendraht. Dieses Gebäude wird als eines der ersten im dekonstruktivistischen Stil gewertet.

In zunehmendem Maße prägt diese Richtung seine weiteren Entwürfe. Charakteristisch für Gehry sind die Kreuzung gerader und gewundener Linien und die dadurch bewirkte Torsion von Körpern sowie die Verwendung metallischer Fassaden, oft im Kontrast mit hellem Stein, Beton oder Putz.



Der Protagonist  


Sydney Pollack und Frank Gehry
Sydney Pollack und Frank Gehry

  Wichtige Bauten


Sketch von Frank Gehry
Sketch von Frank Gehry

Davis Residence, Malibu 1972

Gehry Residence, Santa Monica 1978

Spiller Residence, Venice 1979

Einkaufscenter Santa Monica Place, 1980

California Aerospace Museum, Santa Monica 1984

Norton Residence, Venice 1984

Wynton Guest House, Wayzata 1987

Vitra Design Museum, Weil am Rhein 1989

Disney Village, Disneyland Paris 1992

Disney Headquarter, Anaheim 1995

Fred and Ginger (Dancing House), Prag 1996

Guggenheim-Museum, Bilbao 1997

Neuer Zollhof, Medienhafen Düsseldorf 1999

Gehry-Tower, Hannover 2001

DZ-Bank, Berlin 2001

Walt Disney Concert Hall, L.A. 2003

MARTa, Herford 2005



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Sketches of Frank Gehry" in der Regie von Sydney Pollack liefen am 05.07.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

The Flying Scotsman
Drama, Schottland, Deutschland, 2006

Schwedisch für Fortgeschrittene
Komödie, Schweden, 2006

Francis Bacon - Form und Exzess
Dokumentation, England, 2005

Ein Jahr ohne Liebe
Drama, Argentinien, 2005

Black Snake Moan
Romantik-Drama, USA, 2007

Ebenfalls im Kino 




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