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Der Fuchs und das Mädchen

Frankreich, Italien, Rumänien, 2007
Familiendrama, 97 Minuten, FSK: 0

Originaltitel
Le Renard et l´Enfant

Kino-Start
27.12.2007

Regie
Luc Jacquet

Darsteller
Bertille Noël-Bruneau
Der Fuchs und das Mädchen - Kinoplakat
Nach dem überwältigenden weltweiten Erfolg seines Dokumentarfilms "Die Reise der Pinguine", der ihm gar einen Oscar eingebracht hatte, drehte Regisseur Luc Jacquet mit "Der Fuchs und das Mädchen" erstmals einen Spielfilm. Doch er bleibt seinem Sujet treu und erzählt seine Geschichte mit ausgiebigen Natur- und Tieraufnahmen.

Die kleine Lila (Bertille Noël-Bruneau) streift an einem sonnigen Morgen durch die Natur, als ihre Aufmerksamkeit von einem Rotuchs geweckt wird, der sich gerade auf der Jagd befindet. Die Schönheit des Geschöpfes beeindruckt das Mädchen so sehr, dass sie denkt, ihr Herz würde zerspringen. Sie fasst den Entschluss, wiederzukommen und das scheue Tier zu zähmen.

Ein wenig später hatte es geschneit, und das weiße Pulver ließ die Fährten der Tiere deutlich erkennen: Rehe, Hasen, Wildschweine - und dann findet Lila auch die Fußspuren des Fuchses. Sie folgt ihnen in den Wald hinein, singt fröhliche Lieder und entdeckt eine ganz neue Art, sich fortzubewegen. An einer Stelle lässt er sie viermal passieren.

Lila ist klar, dass der Winter, der für sie eine schöne Jahreszeit ist, für den Fuchs eine Bedrohung darstellt - für ihn lautet das Motto: Fressen oder gefressen werden. So ist der Fuchs nicht nur ein Raubtier, selbst wird er von einem Luchs und sogar einem Rudel Wölfe gejagt. Dann geht der Winter zu Ende, und das Mädchen belauscht die Paarungsrufe, mit denen der Fuchs und die Fähe zusammenfinden. Ihr Gesang wirkt auf Lisa wie Hexen, die auf Besen reiten.

Dann naht der Frühling, und trotzdem ist die Kleine sehr besorgt um "ihren" Fuchs. Die Leute in der Gegend haben einen Feldzug gegen das Raubtier gestartet. Mit Giftfallen und Gewehren versuchen sie ihrem vermeintlichen Nahrungskonkurrenten auf den Pelz zu rücken. Lisa kann nicht verstehen, dass manche Menschen diese Tiere für schädlich halten.

Sie findet sie einfach nur schön. Aber immer wieder verliert sie den Kontakt zu ihrem Favoriten, um so erfreuter ist sie, als sie ihn dann wiedersieht. Und dann ist sie überrascht, dass es sich bei ihrem Fuchs um eine Füchsin handelt, die mittlerweile Junge bekommen hat, die sie bemüht ist, zu verstecken, weil sie Lisas Witterung aufgenommen hat.

Während der Ferien hat das Mädchen nun viel Zeit, dem Tier näher zu kommen, und nun bringt sie auch mehr Geduld auf. So wartet sie manchmal einige Tage, bis sie den Fuchs wiedersieht. Und allmählich scheint sich das scheue Tier an seinen Verfolger zu gewöhnen, sie fasst mit der Zeit Zutrauen, und schließlich werden Lila und der Fuchs zu Freunden...



Film-Inhalt  


Die kleine Lila (Bertille Noël-Bruneau) erkundet die Natur
Die kleine Lila (Bertille Noël-Bruneau) erkundet die Natur


  Hintergrund


Der Fuchs beim Füchseln
Der Fuchs beim Füchseln

"Der Fuchs und das Mädchen" entstand aus einer Erinnerung von Regisseur Luc Jacquet aus seiner Kindheit: 1967 in Bourg-en-Bresse im französischen Jura aufgewachsen, spazierte er als Kind oft in den ausgedehnten Wäldern und stieß dort auf einen Fuchs. "Ich hatte noch nie ein Tier von so nah gesehen", beschreibt er das Erlebnis. "Das Tier schaut hoch und in diesem Blick steckte eine Kraft. Das hat mich wirklich tief beeindruckt."

Das Tier floh vor dem Eindringling, und Luc nahm die Verfolgung auf. Dieser langwierige Streifzug hat sich in sein Gedächtnis eingeprägt: "Das hat mich mein Leben lang verfolgt", konstatiert der Filmemacher. "Ich hatte Lust, diese Geschichte heute wiederzufinden und weiterhin hinter diesem Fuchs herzulaufen."

Zusammen mit Eric Rognard entwickelte er das Szenario, das allerdings während der Dreharbeiten laufend modifiziert und ergänzt wurde. Daran hatte die Unberechenbarkeit der Protagonisten seinen Anteil, aber auch neue Erkenntnisse, die das Filmteam beim Drehen über die Füchse lernen konnte.



Entscheidend für einen Naturfilm wie "Der Fuchs und das Mädchen" ist die Landschaft. Jacquet wollte eine nicht allzu wilde, aber natürlich dünnbesiedelte Gegend im Mittelgebirge. Kameramann Jérôme Bouvier begab sich auf die Reise quer durch Europa, um passende Schauplätzen aufzustöbern, mit ausgedehnten Wäldern und einem üppigen Wildbestand.

In Frankreich selbst wurden Alpenvorläufer von südlich des Jura bis hinunter in die Chartreuse abgecheckt. Auch Gebiete in Norwegen, Rumänien, Ungarn und Slowenien wurde begutachtet. Schließlich entschied sich das Team für zwei Regionen: Ein Großteil des Films wurde im Département Ain in der Region Rhône-Alpes gedreht, auf einer Hochebene in der Nähe von Nantua.

Dieses Gebiet kennt Jacquet nach eigener Angabe wie seine Westentasche. Weitere Aufnahmen entstanden im Parco Nazionale d'Abruzzo, dem ersten italienischen Nationalpark, wo auch noch Bären und Wölfe anzutreffen sind. Das rund 50.000 Hektar große Schutzgebiet liegt mitten im Apennin und zeichnet sich durch weitläufigen Mischwald mit alten Rotbuchen-Beständen aus.



Die Drehorte  


Das Mädchen und der Fuchs sind Freunde geworden
Das Mädchen und der Fuchs sind Freunde geworden

  Der Protagonist


Der Fuchs ist listig und scheu
Der Fuchs ist listig und scheu

In den Abruzzen war ein vierköpfiges Team rund ein halbes Jahr damit beschäftigt, Füchse in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen und ihre Verhaltensweisen zu studieren. Dabei kamen einige Dinge zutage, die den Tier-Dokumentarfilmern noch nicht bekannt waren: So beobachteten sie, dass sich die Füchse im Frühling über den heranknospenden Krokus hermachen. Solche Details wurden dankbar ins Drehbuch aufgenommen.

Natürlich spielen auch andere Wildtiere in der Besetzung mit, etwa Dachse, Igel, Hermeline, Wölfe, Bären oder Luchse. Doch die Hauptfigur in diesem Film ist der Fuchs, für Jacquet "das ideale Tier, um die konfliktreiche und paradoxale Verbindung zwischen Mensch und wildem Tier zu untersuchen." Allerdings teilen sich mehrere Exemplare diese Hauptrolle:

Sowohl wilde Füchse, gefilmt vom Team in den Abruzzen, wie auch abgerichtete Tiere. Für deren Auftritte war Tiertrainer Pascal Tréguy zuständig, der auch beim Casting zugegen war. Zum Einsatz kamen Tiere, die Menschen aufgezogen hatten und mit ihnen zusammenlebten. Tréguy kam die Aufgabe zu, die Füchse auch an die Filmtechnik zu gewöhnen, wie etwa einen Kran und Schienen für die Kamera.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Der Fuchs und das Mädchen" in der Regie von Luc Jacquet liefen am 27.12.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Tödliche Versprechen - Eastern Promises
Drama, Kanada, 2007

The Astronaut Farmer
Tragikomödie, USA, 2007

Die Unerzogenen
Drama, Deutschland, 2007

Das Herz ist ein dunkler Wald
Drama, Deutschland, 2007

Aliens vs. Predator 2
Sci-Fi-Horror, USA, 2007

Ebenfalls im Kino 




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