Die Regisseurin Sung-Hyung Cho wurde in Pusan, Südkorea, geboren. Sie studierte Mass Communication Studies an der Yon-Sei-Universität in Seoul. Seit Ende der neunziger Jahre hat sie diverse Videoclips
realisiert. Neben ihrer Tätigkeit als Regisseurin war sie für verschiedene koreanische Print- und TV-Medien tätig. Sung-Hyung Cho ist am Filmhaus Frankfurt und am SAE-Institut als Seminarleiterin im Bereich Schnitt tätig. Sie war 2001 mit "Your Mind" für den Hessischen Filmpreis nominiert. "Full Metal Village" ist ihr erster abendfüllender Film.
"'Full Metal Village' ist für mich ein Heimatfilm. Eine Mentalitäts- und Gesellschaftsstudie über die dörflichen Gemeinden um Wacken in Schleswig-Holstein, wobei das Heavy-Metal-Musikfestival als Rahmenhandlung dient.
Die Frage, warum denn gerade ich, eine Ausländerin, ausgerechnet über diese Gegend eine Seelenstudie betreiben will, lässt sich so beantworten: Was ich über Wacken gelesen und gehört habe, schien mir diametral zu dem Bild zu sein, das ich mir während meines langjährigen Aufenthalts über Deutsche gebildet habe. Ich konnte es erst gar nicht glauben. Da fallen riesige wilde Horden in ein kleines verschlafenes Dorf ein, und alles läuft offenbar ganz anders ab, als man erwarten könnte. Es geht also scheinbar auch anders. Aber warum?
Mein Blick ist der einer Ausländerin, die seit siebzehn Jahren in Deutschland lebt, die sich aber immer noch fremd fühlt. Für dieses Gefühl reicht es, wenn ich zum Besipiel wieder mal von der noch nach Babypuder riechenden Aushilfe in der Landmetzgerei behandelt werde, als ob ich nicht mal selbst meine Wurstbestellung abgeben könnte.
Mittlerweile habe ich persönlich die "Norddeutschen", die angeblich kühl und stur sein sollen, kennengelernt. Sie sind alles andere als das, was man mir erzählt hat. Das sind Menschen, die sehr aufgeschlossen, kontaktfreudig, redselig, lustig und sogar temperamentvoll (!) sind. In Wacken wirst du als Fremde überall freundlich begrüßt, und in jeder Ecke wird ausgiebig geschnackt - auch mit den Fremden -, in der Bäckerei, im Supermarkt, in der Dorfkneipe, auf den Straßen. Für mich war das alles sehr neu. Während wir sechs Wochen lang in Wacken mit den Leuten gedreht und gelebt haben, habe ich mir diese Mentalität liebend gern
angeeignet."