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Reine Geschmacksache

Deutschland, 2007
Komödie, 105 Minuten, FSK: 6

Originaltitel
Reine Geschmacksache

Kino-Start
09.08.2007

Regie
Ingo Rasper

Darsteller
Edgar Selge (Wolfgang Zenker), Florian Bartholomäi (Karsten Zenker), Roman Knizka (Steven Brookmüller), Franziska Walser (Erika Zenker), Traute Höss (Brigitta), Irm Hermann (Frau Retzlaff), Marcus Michalski (Juniorchef)
Reine Geschmacksache - Kinoplakat
Gleich mit ihrem Spielfilmdebüt konnten Ingo Rasper als Autor und Regisseur und Tom Streuber als Drehbuchautor einen Max-Ophüls-Preis sowie den NDR-Nachwuchspreis beim Filmfest Emden erzielen. "Reine Geschmacksache" sind die Erlebnisse eines Handelsreisenden in Sachen Mode, dessen Kollege sich in den eigenen Sohn verliebt.

Wolfgang Zenker (Edgar Selge), von allen Wolfi genannt, hat mit seinen 52 Jahren bisher ein privat und beruflich scheinbar erfolgreiches Leben. Sein Frau Erika (Franziska Walser) ist hübsch und liebevoll, und Sohn Karsten (Florian Bartholomäi) hat gerade das Gymnasium erfolgreich hinter sich gebracht. Als Handelsreisender für Damenoberbekleidung erzielt Wolfi ein ordentliches Einkommen und hat sich gerade eine nagelneue S-Klasse von Mercedes zugelegt.

Da droht ein Ereignis sein ganzes Leben auf den Kopf zu stellen: Ihm wird für ein Monat der Lappen abgenommen, und damit ist sein Job hochgradig gefährdet: Wie soll er nun die neue Modekollektion seiner Firma Goldberger den im ganzen Lande verstreuten Modegeschäften und Boutiquen präsentieren? Zenker sieht nur einen Ausweg aus der Misere: Sein gerade volljährig gewordener Sohn soll ihn herumkutschieren!

Doch Karsten hat gerade geplant, sich für das Bestehen seines Abiturs mit einer Spanienreise zu belohnen und ein paar Wochen im Süden auszuspannen. Entsprechend sauer ist er, dass sein Vater ihm einen Strich durch seine Pläne macht, und auch Erika ist erbost, dass ihr Gatte wieder einmal ohne Rücksicht über seine Lieben verfügen will.

Doch der Verlust seines Führerscheins ist nicht Wolfis einziges Problem: Zum einen plagen ihn Geldsorgen, die er vor seiner Familie verbirgt, zum anderen gibt es mit seinem Betrieb fachliche Differenzen: Seit kurzem hat der neue Juniorchef (Marcus Michalski) das Regiment übernommen und will mit seinen Produkten in den jugendlichen Billigmarkt vorstoßen.

Dabei drängt der 33-jährige Steven Brookmüller (Roman Knizka) in das Revier des altgedienten Vertreters, eifrig dabei bemüht, Wolfi seine Stammkunden abzujagen. Und der hat mit seinem jugendlichen Charme und dem ebenso juvenileln Sortiment der Marke "Grazilla" bald die Nase vorn. Doch auch in Wolfis Privatleben stößt der Kontrahent bald vor:

Als Steven Wolfis Sohnemann begegnet, ist es um ihn geschehen. Er umgarnt Karsten, der bislang seine schwule Ader verheimlicht hatte, und auch der entflammt bald für seinen Verehrer. Als der Frischverliebte das nach einigem Zögern seinem Vater gesteht, rastet Wolfi aus. Für ihn droht seine bisherige Welt aus den Fugen zu geraten, kann er doch seinerseits nicht mehr verheimlichen, dass er sein Finanzloch mit den Mitteln für Karstens Studium gestopft hat...



Film-Inhalt  


Boutiquenbetreiberin Retzlaff (Irm Hermann) lässt sich von Wolfi Zenker(Edgar Selge) beraten
Boutiquenbetreiberin Retzlaff (Irm Hermann) lässt sich von Wolfi Zenker(Edgar Selge) beraten


  Hintergrund


Wolfi lässt sich von Karsten (Florian Bartholomäi) chauffieren
Wolfi lässt sich von Karsten (Florian Bartholomäi) chauffieren

Ingo Rasper und Tom Streuber haben sich während ihres Studiums an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg kennengelernt, wo beide 1999 ihr Studium aufgenommen hatten. Die von der Hochschule angebotene Debütfilmberatung versorgt die beiden mit nützlichen Ratschlägen für die Praxis, und so tüfteln die beiden ab Ende 2004 am gemeinsamen Drehbuch zu "Reine Geschmacksache".

Ebenfalls in Ludwigsburg studierte auch Kameramann Marc Achenbach und die gebürtige Norwegerin Kristine Knudsen, mit der zusammen Tom Streuber Anfang 2006 die Knudsen & Streuber Filmproduktion gründet. Nachdem das Skript seine endgültige Fassung gefunden hat, beginnen die Dreharbeiten in Ludwigsburg und dem nahegelegenen Welzheim am 12. Juli 2006 und sind am 15. August abgeschlossen.

Kein halbes Jahr später läuft ihr Debütfilm das erste Mal vor größerem Publikum: "Reine Geschmacksache" feiert am 18. Januar 2007 seine Premiere in Saarbrücken, wo es gleich drei Max-Ophüls-Preise erzielt: Die Autoren Ingo Rasper und Tom Streuber erhalten den Drehbuchpreis von ZDF und SR, und Florian Bartholomäi die Auszeichnung als bester Nachwuchsdarsteller.



Edgar Selge ist einer der bekanntesten Charakterdarsteller im deutschen Film und Fernsehen. Am 27. März 1948 im sauerländischen Brilon als Sohn eines Beamten geboren, wuchs er in Herford auf. Sein Vater, ein studierter Theologe, war dort Gefängnisdirektor, und so kam er mit der Schauspielerei durch Knastaufführungen in Berührung.

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Herford begann Selge ein Studium der Philosophie in München und verbrachte Auslandssemester in Dublin. Doch das Uni-Theater brachte seine wahre Neigung zum Vorschein, und so hängte er die Philosophie an den Nagel. Eine Aufführung von Martin Walsers "Kinderspiel" in englischer Sprache brachte ihn mit dem Schriftsteller in Kontakt.

Edgar Selge nahm an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule ein Schauspielstudium auf und verliebte sich in die Kommilitonin Franziska Walser, Martin Walsers älteste Tochter, die er 1985 schließlich heiratete, und mit der er einen Sohn und eine Tochter hat. Sie spielt in "Reine Geschmacksache" die Ehefrau des Protagonisten.

Nach seinem Abschluss 1975 wurde er Ensemblemitglied des Berliner Schillertheaters und wechselte 1978 an die Münchner Kammerspiele, wo er fast zwanzig Jahre zum festen Ensemble gehörte. Einem breiten Fernsehpublikum wurde Edgar Selge durch die Rolle des einarmigen Ermittlers Jürgen Tauber in der Krimiserie "Polizeiruf 110" bekannt, die ihm einige seiner zahlreichen Auszeichungen einbrachte.



Der Vertreter  


Steven (Roman Knizka) lässt sich von Karsten den Kopf verdrehen
Steven (Roman Knizka) lässt sich von Karsten den Kopf verdrehen

  Der Fahrer


Karsten lässt sich einiges durch den Kopf gehen
Karsten lässt sich einiges durch den Kopf gehen

Florian Bartholomäi wurde am 10. Januar 1987 in Frankfurt am Main geboren und besuchte in der Mainmetropole das Gymnasium Musterschule. Mit zehn Jahren beginnt er das Gitarrenspiel und ist auch sportlich aktiv: Neben Basketball betätigt er sich seit dem 14. Lebensjahr aktiv in der koreanischen Kampfsportart Tae Kwon Do. An der Frankfurter Alten Oper sammelte er erste Erfahrungen als Statist bei der Kinderoper "Cinderella" von Peter Maxwell Davies und Puccinis "Tosca".

Seinem Engagement beim Tae Kwon Do hat Florian Bartholomäi auch seine erste Rolle in einem Spielfilm zu verdanken: Für die Hauptrolle in "Kombat Sechzehn" wurde von der Casting-Agentin Karen Wendland ein Schauspieler mit gehobenen Fähigkeiten in dieser Sportart gesucht, und Florian entsprach den Anforderungen der Rolle des Georg, der an den Landesmeisterschaften im Tae Kwon Do teilnimmt.

Danach folgten Rollen in TV-Krimiserien wie "Tatort", "SOKO Leipzig" und "Der letzte Zeuge" sowie in Fernsehspielen, etwa "Weltstadt" von Christian Schulz. "Reine Geschmacksache" ist Bartholomäis zweiter Kinofilm, und der bescherte ihm den begehrten Max-Ophüls-Preis als Bester Nachwuchsschauspieler.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Reine Geschmacksache" in der Regie von Ingo Rasper liefen am 09.08.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

The Dixie Chicks: Shut Up and Sing
Dokumentation, USA, 2006

Mimzy - Meine Freundin aus der Zukunft
Fantasyabenteuer, USA, 2007

Ich glaub, ich lieb meine Frau
Komödie, USA, 2007

Half Moon
Drama, Iran, Irak, Frankreich, Österreich, 2006

Evan Allmächtig
Fantasykomödie, USA, 2007

Angel - Ein Leben wie im Traum
Liebesdrama, England, Belgien, Frankreich, 2007

10 Kanus, 150 Speere und 3 Frauen
Abenteuer-Komödie, Australien, 2006

Ebenfalls im Kino 




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