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Jede Sekunde zählt - The Guardian

USA, 2006
Action, 139 Minuten, FSK: 6

Originaltitel
The Guardian

Kino-Start
19.10.2006

Regie
Andrew Davis

Darsteller
Kevin Costner (Ben Randall), Ashton Kutcher (Jake Fischer), Melissa Sagemiller (Emily Thomas), Bonnie Bramlett (Maggie McGlone), Clancy Brown (Captain William "Bill" Hadley), Sela Ward (Helen Randall), Neal McDonough (Jack Skinner), John Heard (Frank Larson), Brian Geraghty (Hodge), Dulé Hill (Ken Weatherly), Shelby Fenner (Cate Lindsey)
Jede Sekunde zählt - The Guardian - Kinoplakat
Während die Vorbereitungen zu "Jede Sekunde zählt - The Guardian" über Rettungsschwimmer in tosender See liefen, wurde die Crew von höchst realen Wassermassen überrascht. Der Hurrikan Katrina und die von ihm ausgelöste Flut verwüstete den vorgesehenen Drehort New Orleans und Teile des Sets. Doch die Filmleute zogen kurzerhand nach Louisiana um und drehten ihr Werk dort zu Ende.

Die Coast Guard ist vor Kodiak in Alaska selbst bei den übelsten Wetterbedingungen im Einsatz. Das Seenotrettungsteam um den legendären Rettungsschwimmer Ben Randall (Kevin Costner) ist im Helikopter unterwegs zu einem weiteren Einsatz: Im Orkan ist ein kleiner Frachter in Seenot geraten, und der Funkkontakt ist nach dem SOS-Signal abgerissen.

Tatsächlich finden sie das Schiff kurz vor dem Kentern vor, und Ben springt in seiner Ausrüstung ins Wasser, um den ersten der Matrosen, die bereits im Wasser treiben, in den Rettungskorb zu hieven. Doch dann trifft eine gewaltige Welle das Schiff, dessen Masten gegen den Hubschrauber stoßen und ihn zum Absturz bringen.

Als Ben in der Klinik nach Tagen wieder erwacht, erfährt er von seinem Vorgesetzten Captain Bill Hadley (Clancy Brown), dass er der einzige Überlebende des Unglücks war. Nachdem bereits seine Ehe mit Helen (Sela Ward) an seinem mörderischen Beruf gescheitert ist, nimmt Ben das Ereignis zum Anlass, den Ausstieg aus dem aktiven Rettungsdienst zu erwägen. Hadley macht ihm daraufhin den Vorschlag, seine Erfahrung als Ausbilder einzubringen.

So tritt Randall, zunächst noch ohne recht überzeugt davon zu sein, seinen neuen Posten im Trainingszentrum der Coast Guard in North Carolina an. Hier soll er der Elite der Rettungsschwimmer des Landes den letzten Schliff verpassen. Zu den Rekruten gehört Jake Fischer (Ashton Kutcher), Schwimmmeister an der Highschool, der bei der ersten Begegnung ankündigt, alle Schwimmrekorde der "A-School" zu brechen, die Ben bislang innehat.

Der weist den eingebildeten jungen Mann in die Schranken und verschäft erst einmal den Trainingsplan. Als kurz darauf bereits der erste Anwärter, nicht zuletzt dank Fischers Einflussnahme, aufgibt, kriegt Randall Ärger mit seinen Vorgesetzten, Campleiter Captain Frank Larson (John Heard) und Chefinstruktor Jack Skinner (Neal McDonough). Doch Ben setzt seinen Kopf durch und fordert seinen Schülern das Letzte ab.

Dabei hat er besonders Jake auf dem Kieker. Während der eine Liäson mit der bezaubernden Lehrerin Emily (Melissa Sagemiller) eingeht, verbessert sich allmählich auch das gegensseitige Verständnis zwischen Schüler und Ausbilder. Doch die wahre Herausforderung der beiden steht erst noch bevor...



Film-Inhalt  


Kehrt vom gefährlichen Einsatz zurück: Rettungsschwimmer Ben Randall (Kevin Costner)
Kehrt vom gefährlichen Einsatz zurück: Rettungsschwimmer Ben Randall (Kevin Costner)


  Sturm im Wassertank - der Wellensimulator


Hat noch gut Lachen: Jake Fischer (Ashton Kutcher) in voller Montur
Hat noch gut Lachen: Jake Fischer (Ashton Kutcher) in voller Montur

Bei "Jede Sekunde zählt - The Guardian" hatten es die Filmemacher mit einer ungewöhnlichen Situation zu tun. Einerseits kämpften sie in der Produktion gegen die katastrophalen Auswirkungen von echten Hurrikanen und Sturmfluten, die zur Drehzeit gerade in den USA wüteten, um dann vor der Kamera genau diese möglichst realistisch darzustellen. Nachdem Regisseur Andrew Davis das fertige Drehbuch gelesen hatte, wurde ihm klar, dass er es mit einer Herausforderung zu tun haben würde, wie sie selten zuvor ein Filmteam zu bewältigen hatte: Wie baut man ein Filmset in einer so wenig für Dreharbeiten geeigneten Umgebung wie der lebensgefährlichen Beringsee? "Ich machte mir ernsthafte Gedanken darüber, wie es uns gelingen könnte, die Beringsee zu simulieren und gleichzeitig den Ozean möglichst real als integralen Bestand der Handlung, ja als Charakter des Filmes einzubauen. Das war die große Frage", fasst Davis das Problem zusammen.

Um diese Schwierigkeiten zu lösen, wandte sich der Regisseur an zwei seiner langjährigen Mitarbeiter: Bühnenbildner Maher Ahmad und Visual Effects Supervisor William Mesa. Ahmad zeichnete schließlich verantwortlich für die einzigartigen Sets, an denen die Handlung von "The Guardian" über, im und unter Wasser spielt, sowie für das Design des revolutionären Wellensimulators, eines gigantischen Wassertanks, der sowohl in seinen Ausmaßen als auch durch seine technische Komplexität beispiellos in der Geschichte Hollywoods ist. William Mesa entwickelte mit seinem Team innovative neue Computer-Techniken, die die realistisch scheinenden CGI-Bilder von Stürmen und Wellen auf die Leinwand zaubern. "William und Maher waren die Schlüsselfiguren, eine täuschend echte Welt aus Wasser zu erschaffen", stellt Davis klar. "Wir sahen uns zahllose Stunden von Doku-Material über die heftigsten Stürme und die gewagtesten Rettungsaktionen an, und erstaunlicherweise waren sie in der Lage, etwas ebenso Machtvolles für 'The Guardian' zu simulieren."

Alle Kulissen und Designs wurden auf das wichtigste Set der ganzen Produktion ausgerichtet: den Tank. Ein riesiger, in der Filmgeschichte einzigartiger Wellensimulator diente als virtueller Ozean für die spannendsten und gefährlichsten Sequenzen des Films. Die Konstruktion dieses Wassertanks alleine erwies sich bereits als echtes Abenteuer. "Ich war an einer ganzen Reihe großer Filme mit bombastischen Sets beteiligt", erzählt der ausführende Produzent Peter Macgregor-Scott, "aber dieses Ding ist einmalig und absolut spektakulär. Meines Wissens gibt es nichts Vergleichbares auf der Welt."

Der Bau des riesigen Tanks hatte gerade begonnen, als ein echter Monstersturm die Dreharbeiten komplett über den Haufen warf. Denn eigentlich sollte "The Guardian" 2005 in New Orleans gedreht werden. Dann jedoch verwüsten Hurrikan Katrina und die katastrophale Flut weite Teile der Metropole und des gesamten Küstenstrichs. Zum Glück wurde niemand von der Crew in dem schrecklichen Orkan verletzt, doch die Produktion musste komplett nach Shreveport in Louisiana verlegt werden und Maher Ahmads Team noch einmal mit dem Bau des Wellensimulators beginnen. "Trotz der logistischen Probleme, die der Umzug mit sich brachte, erwies sich Shreveport dennoch als Glücksfall für den Film", meinte Produzent Tripp Vinson, "denn nach den Zerstörungen, die Katrina im Süden anrichtete, hätten wir an keinem Ort bessere Bedingungen vorfinden können."

Für Maher Ahmad war es dennoch ein echtes Problem, den Wassertank termingerecht fertigzustellen, musste sein Team aus Ingenieuren, Hydrodynamik-Technikern und Konstrukteuren doch erst einmal die Schäden reparieren, die Katrina an den bereits im Bau befindlichen Sets angerichtet hatte. "Unter großem Zeitdruck mussten wir neue Mitarbeiter und neue Lieferanten finden sowie mit der Locationsuche von vorne beginnen. Beim Bau des Wellensimulators waren wir gezwungen, noch einmal bei null anzufangen", stellte Maher Ahmad fest. "Am Ende jedoch wurden alle Sets besser, als wir es zu hoffen gewagt hatten – dank des Könnens und des Ehrgeizes unserer zahlreichen Mitarbeiter und Helfer."

Die Basis des Wellensimulators war ein in acht Kammern geteiltes, 30 x 25 Meter großes Beton-Bassin, das insgesamt mehr als 2,8 Millionen Liter Wasser fassen konnte. Dieser Tank stand vor einem knapp 16 Meter hohen Blue Screen, mit dessen Hilfe später die Hintergrundbilder des Ozeans am Computer eingearbeitet wurden. Um ein Maximum an technischer Sicherheit und Authentizität zu gewährleisten, scharte Ahmad eine ganze Palette von Spezialisten um sich, angefangen von Geologen und Tiefbauingenieuren über Baustatiker und Maschinenbau-Fachleute bis hin zu Elektrotechnikern. Doch das wahre Problem stellte sich erst, als der Bau des Tanks bereits beinahe abgeschlossen war: Wie bekam man nun die drei bis sechs Meter hohen Wellen hinein, die wie im Ozean Schaumkronen und weiße Wellenberge haben sollten?

Um die ultimative Wellenmaschine zu konstruieren, suchte Ahmad Hilfe bei der New Yorker Firma ADC - Aquatic Development Company. Diese kreierte ein völlig neues, innovatives Turbinensystem, das von drei 150 PS starken Motoren gespeist wurde. Dieses System baut genügend Luftdruck auf, um nicht nur meterhohe Sturmwellen, sondern auch den für einen Ozeansturm typischen schweren Seegang zu simulieren. Dies geschah mit einem kleinen Trick: Durch die besondere Konstruktion des Tanks und den gesteuerten Einsatz der Turbinen krachte die Wucht der Wellen nicht einfach gegen die Wände des Beckens, sondern wurde zurück ins Wasser geleitet. Dadurch war es möglich, nicht nur einzelne hohe Wellen zu simulieren, sondern sogar die typische schwere Dünung des Meeres in einem Hurrikan.

"Die Leute von ADC sind Spezialisten auf ihrem Gebiet. Sie haben schon zahlreiche Wellentanks für Vergnügungsparks entwickelt. Dennoch betraten auch sie mit den Anforderungen, die wir an den Simulator stellten, absolutes Neuland", erinnert sich Maher Ahmad. "Aber als wir den ersten Testlauf starteten und sahen, wie die Wellen ihre Kraft entfalteten, waren wir alle mehr als glücklich. Das sah wirklich wie ein wütender Sturm in der Beringsee aus – und die Wellen waren tatsächlich stark genug, um einige von unseren hartgesottenen Stuntleuten seekrank zu machen."

Der Wassertank übertraf tatsächlich jedermanns Erwartungen. Andre Davis notierte: "Es war aufregend zu sehen, dass sogar ein echter Seerettungsveteran wie Robert Watson ein bisschen Gänsehaut bekam, als er den Simulator in Aktion sah. Beeindruckend war auch, dass wir die Wellen exakt einstellen, sozusagen feintunen konnten – wir waren in der Lage, rollende oder brechende Wellen auszulösen, Wellen mit verschiedenen Höhen und sogar unterschiedlicher Frequenz. Der Simulator erzeugt für jede Szene genau die Wellen, die wir brauchten, es war einfach perfekt."



Obwohl er auf der 0 bis 5 messenden Skala nicht einmal der schwerste Sturm des Jahres war, richtete Kategorie-4-Hurrikan Katrina bei weitem den meisten Schaden an. Der Sturm traf die Staaten am Golf von Mexiko am 28. August 2005 mit voller Wucht. Katrina entwickelte sich in den folgenden Tagen zu einer der größten Naturkatastrophen in der Geschichte der USA. Der Sturm zerstörte ein Gebiet von 233.000 Quadratkilometern, das ist eine Fläche größer als Großbritannien. Der Präsident erklärte weite Teile von Florida, Louisiana, Mississippi und Alabama zu nationalen Notstandsgebieten. Der Stabschef der Küstenwache, Admiral Thad Allen, übernimmt das Kommando über die gesamte Rettungsaktion. Denn noch Tage nach der Katastrophe harren Zehntausende im Krisengebiet aus und warten auf Hilfe. Die Küstenwache steht vor einer Mammutaufgabe.

5.290 Mitglieder der Coast Guard beginnen mit der größten Such- und Rettungsmission in der Geschichte der Vereinigten Staaten; Hunderte von Reservisten werden mobilisiert; 62 Hubschrauber, 30 Küstenwachen-Kreuzer und 111 kleinere Schiffe werden nur für diese Operation abgestellt, damit ist mehr als ein Drittel der gesamten Luft- und Seefahrzeuge, mit denen die Küstenwache normalerweise die endlosen Seegrenzen der USA bewacht, auf ein relativ kleines Gebiet konzentriert. Und diese Massierung an Mensch und Material zahlt sich aus: Bis zum 11. September 2005 gelingt es der Küstenwache, 33.520 Menschen zu bergen oder aus direkter Lebensgefahr zu retten. Dabei wurden 12.533 Menschen von Helikoptern geborgen, 11.584 Menschen mit Boden- oder Wasserfahrzeugen in Sicherheit gebracht sowie 9.403 Patienten aus gefährdeten oder abgeschnittenen Krankenhäusern evakuiert.

Gar nicht in Zahlen zu bemessen ist die humanitäre Leistung der Küstenwache auf anderen Gebieten: Zehntausende obdachloser Menschen mussten mit Essen und sauberem Wasser versorgt werden. Zahlreiche Flugzeuge der Küstenwache wurden dafür in "Rosinenbomber" umfunktioniert, die Besatzungen flogen Einsätze bis zur totalen körperlichen Erschöpfung. Doch auch die zwischenmenschliche Komponente darf nicht außer Acht gelassen werden. Denn oft waren für die, die durch Katrina alles verloren hatten, die Helfer der Küstenwache die einzigen Ansprechpartner, die einzigen, die Trost spenden konnten.

Durch Katrina verloren etwa 1.800 Menschen ihr Leben. Eine entsetzlich hohe Zahl. Doch ohne das couragierte Einschreiten und die professionelle Hilfe der Küstenwache und aller anderen Organisationen, die den Menschen im Krisengebiet zu Hilfe eilten, wäre diese Zahl wohl um ein Vielfaches höher. Die Langzeitfolgen des Hurrikans für die Region – auch und gerade für die Umwelt – sind noch nicht abzusehen. Doch auch hier ist eines sicher: Ohne die Küstenwache wären diese erheblich schlimmer. Denn in enger Zusammenarbeit mit der Environmental Protection Agency ließen die mutigen Männer und Frauen der Coast Guard nichts unversucht, um Schäden von der Natur abzuwenden.



Sturm des Jahrhunderts  


Entspannung vom harten Übungsalltag: Jake Fischer (Ashton Kutcher) mit Emily (Melissa Sagemiller)
Entspannung vom harten Übungsalltag: Jake Fischer (Ashton Kutcher) mit Emily (Melissa Sagemiller)
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Jede Sekunde zählt - The Guardian" in der Regie von Andrew Davis liefen am 19.10.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Zaïna - Königin der Pferde
Abenteuer-Drama, Frankreich, Marokko, 2004

Wie Luft zum Atmen
Musik-Dokumentation, Deutschland, Georgien, 2005

Sommer ´04
Drama, Deutschland, 2006

Shortbus
Drama, USA, 2006

Nacho Libre
Komödie, USA, 2006

DOA: Dead or Alive
Action-Abenteuer, Deutschland, England, China, 2006



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