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Hairspray

USA, 2007
Musical-Komödie, 115 Minuten

Originaltitel
Hairspray

Kino-Start
06.09.2007

Regie
Adam Shankman

Darsteller
John Travolta (Edna Turnblad), Michelle Pfeiffer (Velma Von Tussle), Christopher Walken (Wilbur Turnblad), Amanda Bynes (Penny Pingleton), James Marsden (Corny Collins), Queen Latifah (Motormouth Maybelle), Brittany Snow (Amber Von Tussle), Zac Efron (Link Larkin), Elijah Kelley (Seaweed J. Stubbs), Allison Janney (Prudy Pingleton), Nikki Blonsky (Tracy Turnblad), Taylor Parks (Little Inez), Jayne Eastwood (Miss Wimsey), Paul Dooley (Mr. Spritzer), Jerry Stiller (Mr. Pinky), Darren Frost (Kameramann), Jesse Weafer (IQ), Hayley Podschun (Tammy), Tiffany Engen (Noreen), Brooke Engen (Doreen), Tabitha Lupien (Becky), Sarah Francis (Janetta), Becca Sweitzer (Darla), Cassie Silva (Brenda)
Hairspray - Kinoplakat
Was haben Rassentrennung, Übergewicht, Rock´n´Roll, Scherzartikel, und aufgeplusterte Frisuren miteinander zu tun? All dies sind Bestandteil von "Hairspray", der abgefahrenen Musical-Komödie von Adam Shankman. In dem Remake von John Waters´ Kulthit von 1988 versucht ein pummeliger Teenager aus dem Baltimore der 1960er Jahre seinen Traum zu verwirklichen.

Baltimore, im Jahr 1962: Tracy Turnblad (Nikki Blonsky) ist ein fast ganz normaler Teenager, die mit ihren Eltern Edna (John Travolta) und Wilbur (Christopher Walken) in einem Haus über dem Scherzartikelladen ihres Vaters wohnt. Zusammen mit ihrer besten Freundin Penny Pingleton (Amanda Bynes) verpasst sie keine Folge der Musik-Fernsehshow des hippen Corny Collins (James Marsden).

Tracys sehnlichster Wunsch ist es, einmal am Tanz- und Gesangswettbewerb zur "Miss Teenage Hairspray" des Sponsors dieser Sendung teilzunehmen. Allerdings ist sie optisch weit entfernt von den bisherigen Teilnehmern. Daher wird das kleine, pummelige Mädchen beim Vortanzen von Velma Von Tussle (Michelle Pfeiffer), der Managerin des zuständigen Senders WYZT, kaltschnäuzig abgewimmelt, da diese ohnehin viel lieber ihre eigene Tochter Amber (Brittany Snow) als Siegerin sähe und auch nichts unterlässt, um deren Chancen zu steigern.

Als Tracy wieder einmal wegen Verspätung in ihrer Schule nachsitzen muss und dabei mit ihrem schwarzen Schulkameraden Seaweed (Elijah Kelley) eine kesse Sohle aufs Parkett legt, beeindruckt sie damit Link Larkin (Zac Efron), der sie zufällig beobachtet. Der ist der männliche Tanzstar der Corny Collins Chow und setzt sich dafür ein, dass Tracy beim Wettstreit doch noch eine Chance erhält.

Schon ihr erster Auftritt begeistert die Zuschauer, und nachdem Mr. Pinky (Jerry Stiller) die junge Dame mit seinem Bekleidungsgeschäft für Übergrößen "Hefty Hideaway" sponsorn will, überredet diese ihre Mutter, die sich ob ihrer ebenfalls fülligen Gestalt schon lange nicht mehr aus dem Haus gewagt hat, als ihre Managerin zu fungieren.

Als sich jedoch Tracy vor der Kamera darüber beschwert, dass Velma den "Negertag" eingestellt hat und den Schwarzen somit die weitere Teilnahme an der Show verwehrt, setzt Velma alles daran, die Konkurrentin ihrer Tochter loszuwerden. Ihr Versuch, Tracys Vater Wilbur zu becircen, geht allerdings ins Leere.

Derweil ruft die schwarze Sängerin Motormouth Maybelle (Queen Latifah) zu einem Protestmarsch gegen die Diskriminierung der Farbigen auf, an dem auch Tracy teilnimmt. Als der Demonstrationszug vor dem Sender gestoppt wird, tippt Tracy einen Polizeibeamten mit ihrem Pappschild an. Der interpretiert das sogleich als tätlichen Angriff und will sie festnehmen. Tracy flieht und versteckt sich im Keller des Elternhauses von Penny. Velma setzt alles daran, dass das Studio des WYZT von der Polizei abgeriegelt wird, damit die schärfste Konkurrentin ihrer Tochter Amber beim entscheidenden Wettstreit keinen Zugang haben soll...



Film-Inhalt  


Hauptsache die Frisur sitzt: Nicole Blonsky als Tracy Turnblad
Hauptsache die Frisur sitzt: Nicole Blonsky als Tracy Turnblad


  Film-Kritik


James Marsden als Star der Corny Collins Show
James Marsden als Star der Corny Collins Show

Dieses Remake der trashigen Musical-Komödie von John Waters aus dem Jahr 1988 ist ein wahres Fest für die Sinne. Die Atmosphäre der 1960er Jahre wird mit dem stimmigen Bühnenbild von David Gropman und den Kostümen von Rita Ryack zwischen pastell und bonbonfarben wieder aufleben gelassen, und die mitreißende Musik des fünfmal für den Oscar nominierten Marc Shaiman begleitet höchst rhythmisch die schwungvoll fetzigen Tanzchoreografien von Adam Shankman.

Die Geschichte bietet das ganze Spektrum von Emotionen, die ein gutes Musical ausmachen: Da gibt es ans Herz gehende Romanzen, viele witzige Einfälle, mit Wortspielen gespickte Dialoge und herzhafte Gags, aber auch einen ernsthaften gesellschaftspolitischen Hintergrund. Die Rollen sind allesamt passend besetzt, und einige Schauspieler bieten Glanzleistungen, die noch lange im Gedächtnis haften bleiben.

So etwa Michelle Pfeiffer, die die arrogante und ehrgeizzerfressene Medienmanagerin mit an Wollust grenzender Hingabe spielt, Amanda Bynes balanciert geschickt zwischen blondem Dummchen und cleverem Vamp, und auch Kinodebütantin Nikki Blonsky überzeugt nicht nur als Schauspielerin, sondern auch mit ihren Tanzeinlagen.

Den Vogel schießt allerdings John Travolta ab, der nach seiner Rolle als Tony Manero in "Saturday Night Fever" (1977) wohl nie wieder so heiß mit den Hüften gewackelt hat wie als Vollweib in "Hairspray". Nicht zuletzt dank der Hilfe des Maskenspezialisten Tony Gardner und täglich bis zu fünf Stunden am Schminktisch lässt er Divine, der bzw. die seine Rolle im Original von 1988 gespielt hatte, fast ein wenig fad aussehen.



Mit "Hairspray" hatte der heute längst selbst zum Kult zählende Filmemacher John Waters 1988 eine Hommage an seine Heimatstadt Baltimore und die 1960er Jahre, in denen er dort aufgewachsen war, gedreht. "Vieles aus diesem Film habe ich als Jugendlicher Anfang der Sechziger in Baltimore selbst erlebt," erzählt Waters. "Jedes Mal sah ich mir die TV-Tanzserie ´The Buddy Dean Show´ an, und ich bin sogar einmal darin aufgetreten."

Der von seinen Fans gern als "Papst des Trash" titulierte Drehbuchautor und Regisseur hatte mit einem auch damals noch winzigen Budget von rund zwei Millionen Dollar ein Comedy-Musical gedreht, in dem die legendäre Drag-Queen Divine die Rolle der fülligen Edna Turnblad übernommen hatte. Er war einer der Lieblingsdarsteller von John Waters und hatte mit ihm zusammen bereits solche Kultstreifen wie "Pink Flamingos" (1972) und "Polyester" (1981) gedreht.

Der Schauspieler und Sänger starb kurz nach Ende der Dreharbeiten an einer durch seine Fettleibigkeit ausgelösten Schlaf-Apnoe. Den Film-Ehemann Wilbur spielte 1988 Jerry Stiller, der diesmal als Chef des Modekaufhauses für Wohlbeleibte wieder mit von der Partie ist. Auch John Waters selbst spielt, wie schon im Originalfilm, eine Nebenrolle, ebenso Ricki Lake, die damalige Hauptdarstellerin der Tracy Turnblad.



Hintergrund  


Wilbur (Christopher Walken) und Edna Turnblad (John Travolta)
Wilbur (Christopher Walken) und Edna Turnblad (John Travolta)

  Von der Leinwand auf die Bühne und zurück


Rhythmus im Blut: Seaweed (Elijah Kelley) mit Schwester Inez (Taylor Parks)
Rhythmus im Blut: Seaweed (Elijah Kelley) mit Schwester Inez (Taylor Parks)

"Wie gut, dass es nicht strafbar ist, einen schlechten Geschmack zu haben," sagte Waters einmal selbstironisch in Anspielung an seine Werke, doch seinen Geschmack teilen zumindest, was "Hairspray" angeht, viele andere Leute im Filmgeschäft, aber auch im Theaterbusiness wurde man auf sein Werk aufmerksam.

Die Produktionsfirma New Line transportierte den Stoff auf die Bühne, und "Hairspray: The Musical" wurde 2002 auf dem Broadway ein Bombenerfolg. Das Buch für die Bühnenfassung stammt von Mark O'Donnell und Thomas Meehan, während die Musik von Marc Shaiman komponiert und von diesem zusammen mit Scott Wittman vertextet wurde.

Das Broadway-Musical bekam bei 13 Nominierungen acht Tony Awards, die in der Theaterwelt soviel Bedeutung haben wie der Oscar beim Film. "Hairspray: The Musical" ist so erfolgreich, dass es auch nach fünf Jahren, während des Filmstarts von Hairspray 2007, nach wie vor am Broadway läuft und das Ensemble überdies in ganz Nordamerika auf Tournee unterwegs war.

So ist der Kinofilm "Hairspray" von 2007 auch kein klassisches Remake, sondern eher eine Neuinterpretation des Themas, das sich am Originalspielfilm von 1988 orientiert, aber stark vom 2002er Musical inspiriert ist. Das zeigt sich auch an der Musik von Marc Shaiman und Scott Wittman, deren Musikal-Stücke um einige neue Songs ergänzt wurden.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Hairspray" in der Regie von Adam Shankman liefen am 06.09.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Video Kings
Komödie, Deutschland, 2007

Toni Goldwascher
Drama, Deutschland, 2007

Stealing Klimt
Dokumentation, Deutschland, 2006

St. Jacques... Pilgern auf Französisch
Tragikomödie, Frankreich, 2005

Schwesterherz
Drama, Deutschland, 2007

Max Minsky und ich
Jugendkomödie, Deutschland, 2007

Folgeschäden
Drama, Deutschland, 2004

Das Bourne Ultimatum
Actionthriller, USA, Deutschland, England, Spanien, 2007

Ebenfalls im Kino 




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