Im Hamburger Stadtteil St. Georg befindet sich, an der belebten Steinstraße in der Nähe des Hauptbahnhofs, die Al-Quds-Moschee. Hier hielt seit Ende des Jahrtausends der Imam Mohammed Fazazi aus Marokko regelmäßig Predigten.
In arabischer Sprache trug er sogenannte "Lektionen" vor, in denen er, unbehelligt von der deutschen Öffentlichkeit und den Sicherheitsorganen, zum Dschihad gegen die "Ungläubigen" aufruft und dies mit seiner eigenen Interpretation des Koran begründet.
Zu den Besuchern dieser Moschee gehörten auch drei der vier Terroristen, die bei den Anschlägen vom 11. September 2001 die Flugzeuge gesteuert haben. Diese Predigten, gehalten zum Ende des Fastenmonats Ramadan zu Anfang des Jahres 2001, wurden auf Video aufgenommen und in der moscheeeigenen Buchhandlung, aber auch anderenorts verkauft. Mittlerweile haben auch Experten des Bundeskriminalamts dieses Material gesichtet und analysiert.
Der Filmemacher Romuald Karmakar, der bereits mit seinem Film "Das Himmler-Projekt" ein Thema ähnlich aufgearbeitet hatte, hat auf der Basis dieses Videos zwei solche "Lektionen" rekonstruiert und lässt die Rede ins Deutsche übersetzt von Schauspieler Manfred Zapatka vortragen. Bei den Predigten wurden von Zuhörern Fragen gestellt, deren Part August Diehl aus dem Off spricht.
Die Dokumentation "Hamburger Lektionen" verdeutlicht dem Zuschauer die Denkweise, mit der Fazazi als Vertreter der Salafiyya, einer dogmatischen, reaktionären Variante des Islam, gewaltsame Angriffe von Moslems gegenüber den "Ungläubigen" rechtfertigt. Somit interpretiert er den Koran auf eine Weise, die weithin akzeptierte Auslegung islamischer Gebote pervertiert und ins Gegenteil verkehrt.