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Le Chiavi di Casa - Die Hausschlüssel

Italien, Frankreich, Deutschland, 2004
Familiendrama, 105 Minuten, FSK: 0

Originaltitel
Le Chiavi di Casa

Kino-Start
07.09.2006

Regie
Gianni Amelio

Darsteller
Kim Rossi Stuart (Gianni), Andrea Rossi (Paolo), Charlotte Rampling (Nicole), Alla Faerovich (Nadine), Pierfrancesco Favino (Alberto), Manuel Katzy (Taxifahrer), Michael Weiss (Andreas), Thorsten Schwarz (Krankenpfleger)
Le Chiavi di Casa - Die Hausschlüssel - Kinoplakat
"Die Hausschlüssel" erzählt die Geschichte einer schwierigen Annäherung eines Mannes, der seinen behinderten Sohn einst verlassen hatte. Gleich vier Preise bekam das Werk auf den Internationalen Filmfestspielen Venedig 2004, drei davon für den kalabrischen Regisseur und Autor Gianni Amelio.

Bei der Entbindung von Paolo per Zangengeburt erleidet dieser eine Behinderung, und seine Mutter stirbt. Ihr Mann Gianni (Kim Rossi Stuart) wird mit dem Schicksalsschlag nicht fertig und lässt den gemeinsamen Sohn verzweifelt im Stich. Der spastisch Gelähmte und geistig Behinderte wächst bei Onkel Alberto (Pierfrancesco Favino) und dessen Familie auf.

Nach fünfzehn Jahren beschließt Gianni, seiner Verantwortung gerecht zu werden und trifft sich am Hauptbahnhof in München mit Alberto, um Paolo (Andrea Rossi) zu einer Kontrolluntersuchung in Berlin zu begleiten. Schon während der Bahnreise erkennt der Vater, dass sein Sohn zwar behindert, aber keineswegs unselbständig ist.

Im Berliner Krankenhaus zeigt Paolo keine Scheu im Umgang mit Menschen und findet schnell neue Freunde. So die schwerstbehinderte Nadine (Alla Faerovich) und ihre Mutter Nicole (Charlotte Rampling), die sich für das Mädchen aufopfert. Gianni ist von der trotz des Leids lebensbejahenden und energischen Art Nicoles fasziniert. Sie hilft ihm, die eigene Beziehung zu seinem Behinderten Sohn immer besser in den Griff zu bekommen, trotz gelegentlich noch abweisender Haltung Paolos.

Dessen Qualen während der Untersuchungen in der Spezialabteilung der Charité erregen Giannis Mitleid und bringen ihn dazu, Paolo aus der Klinik zu befreien und ihm einen sehnlichen Wunsch zu erfüllen: Sie machen sich auf die Reise nach Norwegen, wo Paolos Brieffreundin Kristina lebt, die er bisher nur auf einem Foto gesehen hat...



Film-Inhalt  


Wenn der Vater mit dem Sohne: Gianni (Kim Rossi Stuart) und Paolo (Andrea Rossi)
Wenn der Vater mit dem Sohne: Gianni (Kim Rossi Stuart) und Paolo (Andrea Rossi)


  Film-Kritik


Schicksalsgenossen: Gianni und Nicole (Charlotte Rampling)
Schicksalsgenossen: Gianni und Nicole (Charlotte Rampling)

Der auf dem autobiografischen Roman "Zwei Leben" von Giuseppe Pontiggia basierende Film lebt von seinen Schauspielern, und das sehr gut: Der selbst an Tetraplegie leidende Darsteller Andrea Rossi spielt den 15-jährigen Paolo für ein Schauspieldebüt mit einer erstaunlichen Unbefangenheit und Kameraaffinität.

Auch Kim Rossi Stuart verkörpert den zunächst verunsicherten Gianni sehr glaubwürdig, während Charlotte Ramplings Präsenz für ihre Rolle der abgeklärten, in sich ruhenden Mutter einer Schwerstbehinderten perfekt scheint. Sowohl der Skript wie auch die Inszenierung geben diesen dreien viel Spielraum für die Entwicklung ihrer Charaktere, während die ruhige, bisweilen dokumentarisch anmutende Dramaturgie das tragische Sujet eindringlich, aber nicht rührselig nahebringt.

"Die Hausschlüssel" - die der behinderte Junge als Symbol für Unabhängigkeit erhält - ist ein ernster, nachdenklich stimmender Film, bei dem aber doch angemessen Heiterkeit und gelegentlich auch Humor durchschimmert, und der die Protagonisten und den Zuschauer mit einer unbestimmten Hoffnung entlässt.



Die spastische Tetraplegie, unter der sowohl Hauptdarsteller Andrea Rossi wie auch die Filmfigur Paolo leiden, ist eine Form der Querschnittslähmung, bei der alle vier Extremitäten betroffen sind. Ursache ist in der Regel eine Schädigung der Wirbelsäule im Halsbereich, ausgelöst meist durch ein Trauma wie eine unfallbedingte Verletzung, aber auch andere Beeinträchtigungen wie Infektionen oder Tumore können eine Tetraplegie bewirken.

Die spastische Form dieser Lähmung bewirkt eine meist temporär begrenzte, unkontrollierte oder auch unwillkürliche Muskelkontraktion, oftmals ausgelöst von körperlichen oder umweltbedingen Reizen. Medikamentöse und Physiotherapeutische Maßnahmen können bei dieser Form je nach Ausprägung der Behinderung Linderung sowie eine erhöhte Selbständigkeit bringen.

Wohl prominentester Tetraplegie-Patient war Superman-Darsteller Christopher Reeve, dessen Lähmung durch einen Reitunfall ausgelöst worden war. Der hatte sich für eine Liberalisierung der Stammzellenforschung eingesetzt, mit der in Medizinerkreisen eine Hoffnung verbunden wird, zerstörte oder geschädigte Nervenzellen in der Zukunft wiederherstellen und damit eine Heilung oder zumindest Linderung bewirken zu können.



Hintergrund  


Auf dem Weg nach Norwegen: Gianni und Paolo
Auf dem Weg nach Norwegen: Gianni und Paolo

► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Le Chiavi di Casa - Die Hausschlüssel" in der Regie von Gianni Amelio liefen am 07.09.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Water
Drama, Kanada, Indien, 2005

Snakes on a Plane
Action, USA, 2006

Sehnsucht
Liebes-Drama, Deutschland, 2006

News from Home
Dokumentation, Israel, Belgien, Frankreich, 2006

Hedy Lamarr: Secrets of a Hollywood Star
Dokumentation, Kanada, Schweiz, Deutschland, 2006

Friends with Money
Tragikomödie, USA, 2006

Das G muss weg
Dokumentation, Deutschland, 2006

Confetti - Heirate lieber ungewöhnlich
Komödie, England, 2006

Cars
Animation, USA, 2006



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