Fast fünfzig Jahre nach der Revolution in Kuba und über ein Jahrzehnt, nachdem der Förderer Sowjetunion ausgefallen ist, kann der wirtschaftliche Niedergang auch am Zustand der Bauwerke in der Hauptstadt Havanna abgelesen werden. Fast alle Häuser verfallen, und viele von ihnen drohen gar einzustürzen. Fünf Bewohner solcher RUinen gewährten dem Filmteam einen Einblick in ihren Wohn- und Lebensbereich. Sie berichten von ihrem Alltag unter erschwerten Bedingungen und den Wettlauf mit der Zeit gegen abbröckelnden Putz, Steinschlag oder die Gefahr von Einstürzen.
Die Gebäude und die Protagonisten werden von Schriftsteller Antonio José Ponte vorgestellt. Er sieht sich selbst als Ruinologen und stellt philosophische Betrachtungen über die Stadt und ihre Einwohner an. Das hat ihn in die Ungnade des Staates gestürzt, worauf er aus dem nationalen Schriftstellerverband verbannt wurde und einem Veröffentlichungsverbot in Kuba unterworfen wurde. Seither wartet Ponte, dass Fidel Castro, der Massimo Leader, wie eine Ruine zusammenstürzt.
Kollabiert ist bereits das Teatro Campoamor, in dessen Resten sich der frühere Obdachlose Reinaldo Lottis häuslich eingerichtet hat. Auf dem Balkon, wo die Zuschauer die Aufführungen genossen haben, ist sein Wohnbereich; Wo sich früher die Schauspieler geschminkt haben, schläft er, und die Tatsache dass in dem Theater einst Größen wie Enrico Caruso auftraten, erfüllt ihn mit einem gewissen Stolz.
Gegenüber von Reinaldo wohnt Misleidys im obersten Stock eines Bauwerks, das zwar noch steht, aber seine guten Zeiten längst hinter sich hat. Es ist das Hotel Regina, wo vor langer Zeit zahlungskräftige Gäste beherbergt wurden. Die neue Bewohnerin kann auf die Theaterruinen hinabblicken, und das tut sie voller Wehmut, da sie als kleines Mädchen selbst Schauspielerin werden wollte.
Am Rande von Havanna wohnt die Familie von Nicanor del Campo, der in jungen Jahren Revolutionsanhänger war, jedoch als Großgrundbesitzer selbst Opfer des Regimes wurde. Nach seiner Inhaftierung und der Enteignung fast des gesamten Vermögens konnte er immerhin in sein Heimathaus zurückkehren. Verzweifelt versucht er, dessen Verfall aufzuhalten.
Einen mindestens ebenso traurigen Anblick bietet der heruntergekommene Wohnblock, in dem Klempner Totico Fernández seine Wohnung hat. Die Ehe des leidenschaftlichen Taubenzüchters ist an seinem Hobby gescheitert. Magdalena, die er als Kind in der Nachbarschaft kennengelernt hatte, hat ihn verlassen und ist in eine Plattenbausiedlung nach Alamar gezogen. Doch auch an dem sozialistischen Vorzeigeprojekt nagt deutlich der Zahn der Zeit.