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Henri Cartier-Bresson - Biographie eines Blicks

Schweiz, Frankreich, 2003
Dokumentation, 72 Minuten, FSK: 0

Originaltitel
Henri Cartier-Bresson - Biographie eines Blicks

Kino-Start
12.07.2007

Regie
Heinz Bütler

Henri Cartier-Bresson - Biographie eines Blicks - Kinoplakat
Eine Reise durch ein halbes Jahrhundert der Photographie ist der Film "Henri Cartier-Bresson - Biographie eines Blicks". Der Schweizer Dokumentarist Heinz Bütler portraitiert einen der bedeutendsten Photographen des zwanzigsten Jahrhunderts und lässt prominente Zeitgenossen zu Wort kommen.

Zum ersten und einzigen Mal hat "Henri Cartier-Bresson" einer der großen Photographen des 20. Jahrhunderts und Mitbegründer der berühmten Agentur Magnum in eine filmische Biographie eingewilligt. Im Zusammenhang mit einer Retrospektive an der französischen Nationalbibliothek und der Veröffentlichung des Buches "De qui s’agit-il?" ("Um wen handelt es sich?").

Sein außergewöhnliches Werk hat Cartier-Bresson längst zur Legende und zum Vorbild seines Berufsstandes gemacht. Seine Theorie über die "Photografie des entscheidenden Augenblicks" steht auf dem Lehrplan von Photoreportern aus aller Welt. Viele seiner Aufnahmen sind um die Welt gegangen, seien es seine Reisephotographien oder seine Kriegsreportagen.

Der Photograph war auf vielen Feldern Pionier. Sei es die Befreiung von Paris von den deutschen Besatzern, die ersten Bilder eines ausländischen Photographen aus der Sowjetunion oder die erste Photoausstellung im Louvre. Treuer Begleiter war dabei stets eine Kamera aus deutscher Produktion: Er nutzte Kleinbildtechnik aus dem Hause Leica.

Er Henri Cartier portraitierte einige der berühmtesten Zeitgenossen, angefangen beim Komponisten Igor Strawinsky über den Philosophen Jean-Paul Sartre, den Schriftsteller Samuel Beckett, den Maler Henri Matisse bis hin zum Menschenrechtler Mahatma Gandhi und zur Schauspiel- und Sexikone Marilyn Monroe.

Kurz vor seinem Tod hat der Schweizer Dokumentarfilmer Heinz Bütler das Portrait begonnen. Der Protagonist berichtet selbst über seine Erlebnisse, über die Gedanken, die er sich macht und über das, was ihn berührt. Das Leben und Werk von "HBC" wird von bekannten Persönlichkeiten beleuchtet, so der Schauspielerin Isabelle Huppert, dem Schriftsteller Arthur Miller, dem Verleger Robert Delpire und von Kollegen aus seiner Agentur Magnum, Elliott Erwitt, Josef Koudelka und Ferdinando Scianna.



Film-Inhalt  


Der Meister und sein Bild über die Berliner Mauer
Der Meister und sein Bild über die Berliner Mauer


  Kurzbiographie


Ein Lichtbild aus Harlem
Ein Lichtbild aus Harlem

Geboren am 22. August 1908 in Chanteloup-en-Brie, besucht Henri Cartier-Bresson das Lycée Condorcet in Paris. Zunächst begeistert er sich für die Malerei, insbesondere für den Surrealismus. Er nimmt zwischen 1927 und 1928 ein Studium im Künstlerviertel Montparnasse auf, unter anderem beim Kubisten André Lhote.

Seit 1930 widmet sich Cartier-Bresson der Photographie und beginnt mit einer gebrauchten Kamera der französischen Marke Krauss. Während einer Reise an die Elfenbeinküste macht er seine ersten Aufnahmen. 1932 steigt er auf eine Leica um und bleibt zeitlebens bei dieser Marke.

Bereits ein Jahr später erfolgt die erste Ausstellung in New York. Es Reisen nach Mexiko und den USA. Cartier-Bresson unternimmt auch Ausflüge ins Filmmetier, so assistiert er 1936 und 1939 Jean Renoir bei der Regie. In Spanien des aufkommenden Bürgerkriegs dreht er zwei filmische Dokumentationen.

Nachdem die Deutschen in Frankreich einmarschieren, gerät er 1940 in Gefangenschaft und schließt sich nach seiner Flucht 1943 der Résistance an, worauf er die Befreiung von Paris fotografisch dokumentiert.

1946 geht Henri Cartier-Bresson wieder in die USA, wo er die Beteiligten einer Retrospektive am New Yorker Museum of Modern Art überrascht, die anahmen, er sei im Krieg gefallen.

1947 gründet HBC zusammen mit Robert Capa, George Rodger, David Seymour und William Vandivert die Fotoagentur Magnum. Es folgen diverse Reisen, unter anderem nach Indien, China, Afrika und, 1955 als erster ausländischer Photograph, in die Sowjetunion. Später folgten Reisen nach Japan und, im Auftrag des Life Magazine, nach Kuba.

Ab etwa 1970 widmete sich Henri Cartier-Bresson wieder der Malerei. Im Jahr 2000 gründet er zusammen mit seiner Ehefrau Martine Franck und Tochter Mélanie eine Stiftung zur Verwaltung seines Werkes. Am 3. August 2004 stirbt Henri Cartier-Bresson in Montjustin in der Provence.



Der Fotoapparat ist für mich eine Art von Skizzenheft, das Werkzeug der Intuition und Spontanität, der Herrscher des Augenblicks, der, im visuellen Ausdruck, über den Moment entscheidet. Um die Welt zu "deuten", muss man sich einbezogen fühlen in das, was im Schnittfeld des Suchers liegt. Diese Einstellung erfordert Konzentration, Einfühlungsvermögen und ein Gespür für die Geometrie.

Durch den sparsamen Einsatz der Mittel und vor allem durch eine gewisse Selbstvergessenheit erreicht man schließlich die Schnörkellosigkeit des Ausdrucks.

Fotografieren: Das ist seinen Atem anzuhalten, wenn all unsere Fähigkeiten zusammenlaufen, um die flüchtige Realität einzufangen; somit bedeutet die Inbesitznahme eines Bildes eine große körperliche und geistige Befriedigung.

Fotografieren: Das ist im selben Moment und im Bruchteil einer Sekunde eine Gegebenheit erkennen und die strikte Ausrichtung der visuell vernommenen Gestalt, die diese Wirklichkeit ausdrückt und deutet.

Das bedeutet, den Kopf, das Auge und das Herz auf ein und dieselbe Linie auszurichten. Das ist eine eigene Lebensweise.



HBC übers Fotografieren  


Brüssel 1932
Brüssel 1932
► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Henri Cartier-Bresson - Biographie eines Blicks" in der Regie von Heinz Bütler liefen am 12.07.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Ode an die Freude
Kriegsfilm, Japan, 2006

Il Caimano - Der Italiener
Tragikomödie, Italien, Frankreich, 2006

Harry Potter und der Orden des Phönix
Fantasy-Abenteuer, USA, 2007

Clerks 2 - Die Abhänger
Komödie, USA, 2006



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