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Schwedisch für Fortgeschrittene

Schweden, 2006
Komödie, 102 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
Heartbreak Hotel

Kino-Start
05.07.2007

Regie
Colin Nutley

Darsteller
Helena Bergström (Elisabeth Staf), Maria Lundqvist (Gudrun Nyman), Erica Braun (Liselotte), Claes Månsson (Åke Nyman), Johan Rabaeus (Henrik Ek), Christoffer Svensson (Mattias Ek), Marie Robertson (Moa), Niki Gunke Stangertz (Anna), Jan Waldekranz (Annas Vater), Jill Johnson
Schwedisch für Fortgeschrittene - Kinoplakat
Der gebürtige Engländer Colin Nutley inszeniert schon seit langem erfolgreich Komödien für Film und Fernsehen in Schweden. Mit "Schwedisch für Fortgeschrittene" ist erstmals ein Film von ihm im deutschen Kino zu sehen. Mit Hilfe seiner Frau Helena Bergström, die auch eine der beiden Hauptrollen spielt, hat er eine erfrischende Geschichte um zwei Frauen mittleren Alters geschrieben, die sich von ihren Ehemännern emanzipieren.

Elisabeth (Helena Bergström) ist genervt: Die Gynäkologin hat die Vierzig überschritten, hat ihren ständig fremdgehenden Ehemann Henrik (Johan Rabaeus) abserviert, und nun will der gemeinsame Sohn Mattias (Christoffer Svensson) selbst in den Hafen der Ehe einlaufen. So ist verständlich, dass dieses Ereignis nicht ihre volle Zustimmung finden, und auf den letzten Drücker fährt sie beim Veranstaltungsort vor und sucht vergeblich einen Parkplatz. In der Eile stellt Elisabeth ihr Auto unvorschriftsmäßig in der Ladezone ab, und prompt gerät sie mit der Politesse Gudrun (Maria Lundqvist) heftig aneinander.

Die ist ebenfalls nach dem Verlust ihres Ehemanns Ake (Claes Månsson) mieser Laune und widersetzt sich dem Drängen ihrer Tochter Liselotte (Erica Braun), aus ihrer selbstgewählten Isolatin auszubrechen. Zudem ist sie wegen wiederholtern Schmerzen im Unterleib besorgt, Krebs zu haben. Aus diesem Grund nimmt sie den Termin, den Liselotte bei deren Gynäkologin macht, wahr und geht zur Untersuchung, ohne zu wissen, dass sie in der Praxis von Elisabeth landet.

Nach der kühlen Wiederbegegnung tauen die beiden Frauen jedoch bald auf, und Elisabeth nimmt die zunächst widerstrebende Gudrun zum Tanzen ins "Heartbreak Hotel" mit, ein Tanzschuppen, den sie öfters besucht. Allmählich und angeregt durch das Temperament ihrer neuen Freundin findet die kühle Gudrun gefallen an der neuen Geselligkeit, bretzelt sich auf, beginnt mit Männern zu flirten und trinkt auch schon mal einen über den Durst - und schon wieder ist Liselotte sauer auf Ihre Mutter.

Die neue, unabhängige Lebensfreude bleibt allerdings nicht ungetrübt, drängen sich doch die bereits abgeschriebenen Männer wieder in das Leben ihrer Frauen. Doch während Elisabeth nicht mehr bereit ist, auf Henriks Beteuerungen einzugehen, denkt Gudrun ernsthaft über die Wiederaufnahme ihrer Beziehung zu Ake nach...



Film-Inhalt  


Elisabeth (Helena Bergström) kriegt von Gudrun (Maria Lundqvist) ein Knöllchen
Elisabeth (Helena Bergström) kriegt von Gudrun (Maria Lundqvist) ein Knöllchen


  Hintergrund


Nicht ganz so Gute Miene: Elisabeth und Henrik (Johan Rabaeus)
Nicht ganz so Gute Miene: Elisabeth und Henrik (Johan Rabaeus)

Die Idee zu "Schwedisch für Fortgeschrittene" reifte in Colin Nutley nach einer Begegnung mit einer Frau Mitte Vierzig, die er beim Essen traf und ihm einen Satz sagte, der ihm nicht aus dem Kopf ging: "Sie war gerade dabei - so drückte sie sich aus", zitiert der Drehbuchautor, "'zum zweiten Mal ihre Jungfräulichkeit zu verlieren'. Ein witziger Satz mit einem tragischen Überhang."

Bei der Umsetzung der Rolle der temperamentvollen Elisabeth hat ihm seine Ehefrau vorgeschwebt: "Ich habe die Rolle der Elisabeth mit Helena im Kopf geschrieben", so Nutley. "Und wie immer war ihr Beitrag größer und besser als ich es mir je erhoffen konnte."

Für die ausgelassene Stimmung im Heartbreak Hotel sorgt nicht zuletzt Jill Johnson. Die Country-Sängerin wurde auch bei uns bekannt, als sie ihr Heimatland Schweden 1998 beim Eurovision Song Contest in Birmingham mit dem Lied "Kärleken är" ("Liebe ist") auf den zehnten Platz brachte.



Colin Nutley, 1944 im südenglischen Gosport geboren, absolvierte die Kunsthochschule in Portsmouth und arbeitete zunächst als Grafiker bei einem englischen Fernsehsender. Dort bekam er die Möglichkeit, die Regie bei einigen Dokumentationen für die BBC zu führen, kurz darauf folgten drei Familienserien für ITV.

Seit Anfang der 1980er lebt und arbeitet Nutley in Schweden, angefangen mit der TV-Serie "Annika" (1983). Sein erster Spielfilm "Nionde kompaniet" (Neunte Kompanie, 1987) war ein Kinoerfolg in Schweden. Zwei Jahre später sah er seine künftige Ehefrau auf einem Filmplakat: Es zeigte "Frauen auf dem Dach" ("Kvinnorna pa taket"), und eine davon war die Schauspielerin Helena Bergström.

Eines führte zum anderen, die beiden heirateten, und mit "Black Jack" begann 1990 die Zusammenarbeit in bislang elf gemeinsamen Filmen. Dazu zählt auch Die Komödie "Änglagård" (Fanny´s Farm, 1992), die gar über eine Million Schweden in die Kinos locken und diverse Preise abräumen konnte, darunter den Publikumspreis auf den Nordischen Filmtagen in Lübeck. Auch privat trug die Zusammenarbeit Früchte: Das Paar hat mit Daniel, Molly und Tim drei Kinder.



Regisseur und Muse  


Noch etwas schüchtern: Gudrun
Noch etwas schüchtern: Gudrun
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Schwedisch für Fortgeschrittene" in der Regie von Colin Nutley liefen am 05.07.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

The Flying Scotsman
Drama, Schottland, Deutschland, 2006

Sketches of Frank Gehry
Dokumentation, USA, 2005

Francis Bacon - Form und Exzess
Dokumentation, England, 2005

Ein Jahr ohne Liebe
Drama, Argentinien, 2005

Black Snake Moan
Romantik-Drama, USA, 2007



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