Anmerkungen der Regisseurin Bettina Oberli
Nachdem ich die Figuren und die Geschichte entworfen und eine erste Drehbuchfassung geschrieben hatte, zogen wir auf die Initiative von Lilian Räber (SF, Redaktion Fernsehfilm) Sabine Pochhammer als
Co-Autorin bei. Als Deutsche half sie uns, den universellen Charakter der Geschichte und Themen herauszuarbeiten. Dank ihrer Sicht von Außen soll der Film nicht nur den Emmentalern, sondern einem breiten Publikum zugänglich sein.
Nach einer Fahrt durchs gesamte Emmental fiel die Wahl schnell auf Trub als Drehort. Das Dorf ist kompakt und übersichtlich mit der Kirche mitten im Dorf; es liegt abgelegen am Ende eines Tals und ist klein genug, damit die Geschichte glaubwürdig ist.
Die Truber Bevölkerung hat uns mit allen Mitteln kräftig unterstützt ― es gab aber auch Leute, die nicht verstanden, warum die Kirchenuhr während fünf Wochen stehenbleiben musste.
Wir haben die Frauen mit der alten Garde von wichtigen Schweizer Schauspielerinnen besetzt. Ich hatte große Lust darauf, mit diesen erfahrenen Frauen zu drehen und von ihrem Können zu profitieren. Es
war wichtig, vier unterschiedliche Typen zu finden, die alle eine andere Seite des Themas verkörpern können. Stephanie Glaser hat mich schnell von ihrer Vielseitigkeit und der Fähigkeit überzeugt, einer
Martha Energie und Schalk, aber auch Tiefe und Melancholie geben zu können. Annemarie Düringer hatte ich schon beim Schreiben als etwas hochnäsige, ewig mäkelnde, aber selbstironische und im Innern herzensgute Frieda im Kopf.
Die energievolle Heidi Maria Glössner als Lisi und Monica Gubser
als treue, arbeitsame Hanni, die immerhin den Mut aufbringt, im hohen Alter den Mann zu verlassen, bilden eine schöne Ergänzung in diesem Quartett.