In einem Buchladen ist die 26-jährige Dokumentarfilmerin Anna Ditges zum ersten Mal mit einem Werk der deutschen Literatin Hilde Domin in Kontakt gekommen: Deren erster Gedichtband "Nur eine Rose als Stütze" beeindruckte die junge Frau so sehr, dass sie beschloss, die Verfasserin kennenzulernen.
Sie besuchte die damals 95-jährige in ihrem Heidelberger Heim, bewaffnet mit einem Blumenstrauß und einer Kamera. Auf dem Klingelschild steht immer noch der Name des Altamerikanistik-Professors Erwin Walter Palm, Hildes 1988 verstorbenem Ehemann. Entgegen der verbreiteten Vorstellung, dass die Schriftstellerin gegenüber den Medien zurückhaltend sei, wird Ditges mit offenen Armen empfangen und erhält einen freizügigen Blick in Domins Leben.
Sie filmt im Heim der Autorin, in dem volle Bücherregale einen Großteil der Räume prägen, und zeigt die alte Dame bei der Arbeit am Schreibtisch, wo sie neben dem Erstellen handschriftlicher Notizen immer noch in die Tasten ihrer Schreibmaschine greift.
Zwei Jahre lang beobachtet die Filmemacherin Hilde Domin bei regelmäßigen Besuchen in ihrem Zuhause. Die Lyrikerin berichtet von den wechselhaften Stationen ihres Lebens. Sie begleitet sie auf ihren Reisen zu Lesungen und in den Urlaub. Die beiden Frauen begeben sich auf die Spuren der Vergangenheit und suchen in Köln das Haus auf, in dem die Schriftsteller ihre Kindheit verbrachte.
Ergänzt wird das Portrait durch Auszüge aus ihrem literarischen Werk, gelesen von Anna Thalbach, sowie durch Privatfotos von Hilde Domin. So erfährt der Zuschauer einiges aus ihren Kölner Kindertagen, der Zeit als Studentin in Heidelberg, ihre Flucht aus Nazideutschland, ihre verschiedenen Exile und schließlich ihre Rückkehr nach Deutschland