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Hippie Masala - Für immer in Indien

Schweiz, 2006
Dokumentation, 93 Minuten, FSK: 0

Originaltitel
Hippie Masala - Für immer in Indien

Kino-Start
30.08.2007

Regie
Ulrich Grossenbacher, Damaris Lüthi

Hippie Masala - Für immer in Indien - Kinoplakat
Im Zuge der Hippie-Bewegung entflohen tausende Blumenkinder ihrer westlichen Zivilisation, um in Indien ihr Heil zu suchen. Jahrzehnte später sind die meisten wieder verschwunden oder verstorben. Die Schweizer Filmemacher Ulrich Grossenbacher und Damaris Lüthi besuchen in "Hippie Masala - Für immer in Indien" einige von denen, die dageblieben sind und erforschen, welche ihrer Träume sich verwirklicht haben.

In den 1960er Jahren entstand, ausgehend von der amerikanischen Westküste, eine Jugendkultur, die sich dem etablierten Lebensstil und den verkrusteten Moralvorstellungen ihrer Eltern und Ahnen verweigerten. Die Hippies wurden zu einer Massenbewegung, und lange Haare, schlabbrige Klamotten zierten schnell einen großen Teil der Generation.

Nur wenige aus dieser Flower-Power-Bewegung waren so konsequent und verließen ihre Gesellschaft, um ihre Ideen konkret zu verwirklichen. Von ihnen ging ein Teil nach Indien, wo sie mit Hilfe leicht erhältlicher und billiger Drogen und fernöstlicher Mystik versuchten, ihren eigenen Weg und idealerweise gleich Erleuchtung zu finden.

Während die meisten dieser Aussteiger über kurz oder lang wieder in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind, leben einige wenige immer noch in Indien und haben sich dort arrangiert oder gar etabliert. Einige von ihnen haben die Filmemacher Ulrich Grossenbacher und Damaris Lüthi besucht, um zu erfahren, wie und inwieweit sie sich den Lebensbedingungen und den Menschen dort angepasst und was sie aus ihrer ursprünglichen Kultur beibehalten haben.

Dabei zeigt sich, dass von den ursprünglichen Vorstellungen manchmal nur wenig übrig geblieben ist. So mancher Traum aus Jugendjahren ist auch hier verblasst, und vieles, was die Befragten ursprünglich gewollt oder erwartet haben, hat sich als Illusion herausgestellt.

Der eine oder andere hat sich gar so weit assimiliert, dass für den unvoreingenommenen Betrachter kaum noch ein Unterschied zu Einheimischen erkennbar ist, etwa als asketischer Yogi oder Guru. Andere wiederum wirken als alternde, sich dennoch jugendlich gebende Blumenkinder selbst in einem Land wie Indien wie Exoten.

So erhält der Zuschauer Einblicke in die Widersprüche zwischen den Gedanken, die die Hippies von der Welt haben, und der indischen Wirklichkeit, aber auch in die Möglichkeiten, wie Menschen Teile von verschieden Kulturen miteinander in Einklang bringen können. Zudem äußern sich die Befragten über ihre Ansichten zu den neueren Jugendbewegungen und dem Zusammentreffen mit Tourisen.



Film-Inhalt  


Maler Robert mit seiner Familie
Maler Robert mit seiner Familie


  Hintergrund


Asketin Meera in ihrer bescheidenen Behausung
Asketin Meera in ihrer bescheidenen Behausung

Ulrich Grossenbacher, 1958 in Langenthal im Kanton Bern geboren, hat die Kunstgewerbeschule Basel besucht und hat sich vor seiner Beschäftigung mit dem Film als Restaurator betätigt. Mit "Hippie Masala - Für immer in Indien" hat er sein Vorhaben verwirklicht, seine eigenen Erlebnisse zu verarbeiten.

Als Spät-Hippie ist er Ende der 1970er Jahre selbst nach Indien gefahren, wo er einige Zeit verbracht hat. Dabei ist er mit der ganze Palette der Aussteiger in Berührung gekommen, von Drogen bis zu den indischen Philosophien. Seine Erinnerungen an die oft komischen, aber auch tragischen Geschichten derer, die ihre Vorstellungen verwirklichen wollten brachten ihn dazu, wieder dorthin zurückzukehren, um zu erfahren, was nach so langer Zeit aus ihnen geworden ist.

Für das notwendige Maß an Objektivität hat Filmpartnerin Damaris Lüthi beigetragen. Sie ist 1959 in Brienz geboren und beschäftig sich seit ihrem Studium der Ethnologie mit den Völkern Südasiens.



Der gebürtige Holländer Robert flog bereits mit 13 Jahren aus der Schule, weil er Marihuana geraucht hatte. Wegen Drogenbesitzes und Vagabundierens saß er daheim im Knast und reiste dann ins zenralindische Hampi, wo er mit seiner Frau vom Stamm der Lambani in einer Großfamilie lebt und mit ihr drei Töchter hat. Robert ist Kunstmaler und verkauft seine Werke meist an Touristen, und wenn er Zeit hat, spielt er mit Freunden Jazz.

Hanspeter kommt aus der Schweiz, genauer aus dem Emmentaler Ort Trub. Auch er saß wegen Drogenbesitz im Knast und kam über den Umweg über Afghanistan nach Manali. Vom Haschisch kann er immer noch nicht lassen, hat aber mit seiner Frau Babali ein geregeltes Leben als Bauer aufgebaut und wildert auch schonmal gelegentlich. Er will noch eine Molkerei betreiben, in der er dann schweizerische Käsesorten herstellt.

Seit achtzehn Jahren wohnt Meera aus Belgien in Hampi und sucht nach Erleuchtung. Sie versucht ein asketisches Leben zu führen und lebt von den Almosen von Touristen, denen sie im Gegenzug ihre spirituellen Weisheiten vermittelt. Zwischenzeitlich hatte sie einen Mann, der aber gestorben ist. Seither lebt Meera allein, zusammen mit ihrem Hund.

Als Guru hat sich der gebürtige Sizilianer Cesare in einem Ashram eingerichtet. Vor dreißig Jahren ist er auf einer Pilgerreise hier hängengebliegen und ist mittlerweile so assimiliert, dass ihn jeder für einen waschechten Inder hält. Cesare glaubt, in seinem früheren Leben ein schlechter Seher gewesen zu sein, weswegen er in Italien wiedergeboren wurde.

Aus Südafrika sind Erica und Gillian ins indische Goa gekommen. Sie pflegen, auch jenseits der Fünfzig, immer noch Image, Outfit und Leben von Blumenkindern. Der spirituelle Hintergrund der Inder interessiert die beiden Zwillingsschwestern wenig, sie genießen stattdessen die Exotik des Landes und gehen mit selbstentworfenen Kleidern auf Partys.



Die Protagonisten  


Guru Cesare pfeift auf westliche Konventionen
Guru Cesare pfeift auf westliche Konventionen

  Konflikt der Kulturen


Erica und Gillian donnern sich für die Party auf
Erica und Gillian donnern sich für die Party auf

In der westlichen Welt war Indien lange Zeit fast ausschließlich als Lieferant von Bedeutung. Seide, Tee und Gewürze wuren von den Handelsflotten nach Europa gebracht, und ansonsten reisten allenfalls christliche Missionare zum Subkontinent, um ihre Heilslehre dort zu verbreiten. Erst mit Beginn des 19. Jahrhunderts kam Europa und Amerika allmählich in Berührung mit der indischen Kultur.

Die Erzählung "Siddhartha" (1922) von Hermann Hesse oder auch der Roman "Auf Messers Schneide" (The Razor's Edge, 1943) von William Somerset Maugham brachten die indische Lebensart ins Bewusstsein einer breiten westlichen Bevölkerung. Mit der Hippie-Bewegung in den 1960er Jahren sahen deren Anhänger in Indien eine Art Gegenmodell zu ihrer eigenen, festgefahrenen und verkrusteten Zivilisation.

Der massenhafte Einfall der Hippies brachten die indischen Bauern anfangs auf den Gedanken, die flöhen vor einer schweren Dürre in ihren Ländern. Die neue Freiheit hatte allerdings für viele ihre Grenzen im indischen Kastendenken, sind dort etwa Drogen nur den höheren Kasten vorbehalten, zu denen die Hippies von den Einheimischen nicht gezählt werden. So zahlten in Indien viele Junkies ihre Naivität mit Knastaufenthalten.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Hippie Masala - Für immer in Indien" in der Regie von Ulrich Grossenbacher, Damaris Lüthi liefen am 30.08.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Thomas Harlan - Wandersplitter
Dokumentation, Deutschland, 2007

Schwarze Schafe
Komödie, Deutschland, 2006

Sakuran - Wilde Kirschblüte
Drama, Japan, 2006

Lizenz zum Heiraten
Liebeskomödie, USA, 2007

Kein Bund fürs Leben - Sie kommen Deutschland zu retten!
Komödie, Deutschland, 2007

Hallam Foe - This is my Story
Liebesdrama, Schottland, 2007

Die Letzte Legion
Action, USA, England, Frankreich, 2007

28 Weeks Later
Scifi-Thriller, England, 2007

Ebenfalls im Kino 




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