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The House is Burning

USA, Deutschland, 2006
Drama, 97 Minuten, FSK: 16

Originaltitel
The House is Burning

Kino-Start
16.11.2006

Regie
Holger Ernst

Darsteller
John Diehl (Steves Vater), Melissa Leo (Mikes Mutter), Joe Petrilla (Mike Miller), Nicole Vicius (Valerie), Julianne Michelle (Terry Storm), Robin Taylor (Phil), Harley Adams (Steve Garson), David Tennent (Jason), Emily Meade (Anne), Samantha Ressler (Stella Miller)
The House is Burning - Kinoplakat
Angelehnt an Larry Clarks desillusionierte Jugendportraits wie "Ken Park" und "Kids" zeigt Holger Ernst in seinem Spielfilmdebüt "The House is Burning" die Nacht eines jugendlichen Underdogs vor dessen Einzug in die Army. Dass diese Story einiges Potential bietet, zeigt auch das Engagement von Wim Wenders, der bei diesem Film als Ausführender Produzent fungierte.

In einer trostlosen Vorstadt der USA haben die Jugendlichen aus der Unterschicht schlechte Aussichten auf die Zukunft. Mike Miller (Joe Petrilla) glaubt jedoch seine Chance nutzen zu können und entscheidet sich, den gleichen Weg einzuschlagen wie sein Vater.

Er hat seinen Einberufungsbescheid für die Army und will den verbleibenden Tag in seiner Heimat nutzen, um sich von seinen Kumpels, seiner grasrauchenden Mutter (Melissa Leo), Schwester Stella (Samantha Ressler), die kurz vor einer Schönheitsoperations steht, und vor allem Freundin Valerie (Nicole Vicius) zu verabschieden. Die hat für ihn eigens eine Abschiedsparty organisiert, sich allerdings innerlich schon längst von ihm getrennt.

Mikes Verpflichtung für eine berufliche Zukunft in der Armee und für einen Einsatz im Kriegsgebiet konnte sie nicht nachvollziehen und hat sich in der Folge auf ein Verhältnis mit dem Kleindealer Phil (Robin Taylor) eingelassen. Der war eigentlich Mikes bester Freund und hat vor, in seiner Drogenkarriere aufzusteigen, für den entscheidenden Handel fehlen ihm aber noch zweitausend Dollar.

Er tut sich mit dem von der Pubertät gezeichneten Steve Garson (Harley Adams) zusammen, der beschlossen hat, sich gegen seinen prügelnden Vater (John Diehl) zur Wehr zu setzen und zu diesem Zweck eine Pistole besorgen will, um ihn zu erschießen. Dabei ist ihm Phil nur zu gerne behilflich.

Am gleichen Tag hat Valeries tablettensüchtige Freundin Terry Storm (Julianne Michelle) ein Vorstellungsgespräch, bei dem sie im Bemühen, den Job zu bekommen, etwas übers Ziel hinausschießt. Aus der abendlichen Fete kommen schließlich einige Wahrheiten ans Licht, und Mike weiß nicht, ob der ihm blühende Krieg im Irak dem Krieg zuhause vorzuziehen ist...



Film-Inhalt  


Mike Miller (Joe Petrilla) begleitet seine Schwester Stella (Samantha Ressler)
Mike Miller (Joe Petrilla) begleitet seine Schwester Stella (Samantha Ressler)


  Film-Kritik


Phil (Robin Taylor) zeigt Steve Garson (Harley Adams) den Umgang mit der Waffe
Phil (Robin Taylor) zeigt Steve Garson (Harley Adams) den Umgang mit der Waffe

Die Verlockungen der Armee gegen die Perspektivlosigkeit junger Menschen; die Allgegenwart von Drogen in Form von Alkohol, Glimmstengeln und Pillen; die Enthemmung und exzessive Anwendung von Gewalt; die Gleichgültigkeit der Eltern gegenüber ihren Kindern, auch angesichts ihrer eigenen Probleme - anhand einer Clique von unterprivilegierten Mitgliedern der weißen US-amerikanischen Unterschicht zeigt der Film die Handlung in lose miteinander verbundenen Episoden.

Dass sich Autor und Regisseur dabei ungeniert bei "Ken Park" und "Kids" von Larry Clark bedient, wird nicht nur von der Produktionsfirma unmissverständlich betont, es ist dem Film auch deutlich anzumerken. Inhaltlich und stilistisch ist nicht allzuviel Eigenständiges zu sehen. Ernst legt viel Wert auf Symbolismus, gibt seinen Figuren allerdings wenig Tiefe und lässt seinen Darstellern viel Freiraum, den sie nicht optimal nutzen.

Die Kamera ist immer hautnah am Geschehen, die Dialoge sind knapp und quellen vom englischen Ausdruck für Kopulation geradezu über - für authentisch wirkende Texte in White-Trash-Filmen wohl unverzichtbar. Dramaturgie und Schnittfrequenz, unterstützt durch High-Beat-Musik, sind auf Adrenalin ausgelegt, und so gelingt es nicht durchgängig, den Zuschauer zu fesseln, der sich stattdessen gelegentlich genervt fühlt.



Der am 27.2.1972 in Hessen geborene Holger Ernst ging 1992 in die USA. Dort absolvierte er in Palm Beach eine Sprachkurs und nahm an mehreren Filmpraktika bei Independent-Produktionen teil. 1994 begann er sein Studium der Visuellen Kommunikation mit Schwerpunkt Film an der Akademie der Künste bei der Kunsthochschule Kassel.

Währenddessen drehte er seine ersten Filme auf Betacam; so 1995 die Kurzfilme "Spaziergang mit Hund", "People your mother used to know..." und "Love Signs". Es folgten 1997 bis 1998 Kurzfilme auf Zelluloid wie "Argus", "Der blaue Engel oder Die Angst der Martha S." und "Ne me touchez pas". Seinen Abschluss machte Ernst 2001 in Drehbuch und Regie. Der erste Film, den Holger Ernst auf 35 mm bannte, war "Kleine Fische", der einige Auszeichnungen erhielt.

Sein bislang erfolgreichster Film ist "Rain Is Falling", der auf der Berlinale und in Venedig lief und mit diversen Preisen bedacht wurde, darunter den Preis des bester Kurzfilms beim Max Ophüls Festival und den Friedrich-Wilhelm-Murnau-Preis.



Kurzbiographie Holger Ernst  


Valerie (Nicole Vicius) im Streit mit Mike
Valerie (Nicole Vicius) im Streit mit Mike
► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "The House is Burning" in der Regie von Holger Ernst liefen am 16.11.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Wo ist Fred?
Romantische Komödie, Deutschland, 2006

Vom Schaukeln der Dinge
Dokumentation, Deutschland, 2005

Scoop - Der Knüller
Komödie, England, USA, 2006

Rauchzeichen
Drama, Deutschland, Italien, 2006

Pingpong
Drama, Deutschland, 2006

Die Super-Ex
Liebeskomödie, USA, 2006

Der Letzte Kuss
Drama, USA, 2006

Alien Autopsy - Das All zu Gast bei Freunden
Komödie, England, 2006



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