Ein Dokumentarfilmer ist selten völlig frei in der Richtung, die sein Werk nimmt. So hätte er sicher mehr von der Magie einzufangen erhofft, mit der der preisgekrönte Schriftsteller seine neue Schöpfung kreiert. Der promovierte Philosoph von Düffel, selbst am Theater tätig gewesen, geht locker mit der Kamera um, die ihn scheinbar ständig verfolgt.
So schimmert bisweilen Humor durch, wenn er Privates preisgibt, doch auch die Anstrengung, den eigenen Ansprüchen und den hohen Erwartungen gerecht zu werden, wird dem Zuschauer vermittelt. Ebenso wird spürbar, wie - zumindest ein gefragter - Buchautor in einer Maschinerie eingebunden ist, deren Zwängen er sich wohl oder über unterwerfen muss. Und da werden die meisten Betrachter von diesem Film wohl mehr Erkenntnisse gewinnen als über den eigentlichen Akt des Schreibens.
Das Zusammenspiel der Vielzahl von Entscheidungsträgern über das Buch als kommerzielles Produkt wird zwar durchaus kritisch, aber auch mit einigem Verständnis in die Mechanismen behandelt. Mit "Houwelandt - Ein Roman entsteht" ist Jörg Adolph nicht nur eine informative, sondern auch höchst unterhaltsame Dokumentation gelungen, die insbesondere Leseratten ansprechen wird - dabei muss ihnen der Roman nicht unbedingt gefallen.